Massnahmen zur Linderung des Fachkräftemangels aufgrund der neuen Ausgangslage

Ja bedeutet: Antrag der Mehrheit und des Bundesrates (Annahme der Motion) – Abstimmung des Nationalrats vom Donnerstag, 12. Juni um 10:54 Uhr



0 Kommentare

Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


zurück zum Seitenanfang

Navigation

Wie unterscheiden sich die Kantone?



Eine Frage des Geschlechts?

Female Nur Frauen anzeigen
Male Nur Männer anzeigen

Eine Frage der Sprache?


Haben Branchenverbindungen einen Einfluss?


Die Branchendaten werden von der Wirtschafts­datenbank Infocube zur Verfügung gestellt. Die Bezeichnungen entsprechen dem NOGA-Code.

Um was geht diese Abstimmung?

Eingereichter Text
Nach Annahme der Volksinitiative "gegen Masseneinwanderung" stellt sich für verschiedene Branchen unserer Volkswirtschaft im verschärften Masse die Frage nach der Rekrutierung genügend geeigneter Fachkräfte. In Anbetracht dieser neuen Ausgangssituation wird der Bundesrat aufgefordert, in Absprache mit den Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt die Strategie zur Behebung des Fachkräftemangels zu überarbeiten und dem Parlament entsprechende Vorschläge zu unterbreiten.

Darin soll er:

  1. aufzeigen, in welchen Branchen sich die neue Ausländerpolitik im besonderen Masse auf den Fachkräftemangel auswirken wird;

  2. prüfen, inwieweit die Erteilung von Ausländerkontingenten an Unternehmen an die Bereitschaft zur Ausbildung von Lernenden und Studierenden geknüpft werden könnte;

  3. vorschlagen, wie der Bund im Rahmen seiner hochschulpolitischen Aktivitäten ein Schwergewicht auf die effektiven gesellschaftlichen Bedürfnisse legen kann;

  4. Massnahmen vorschlagen, mit denen proaktiv junge Menschen motiviert werden können, sich für Berufe zu entscheiden, bei denen ein besonders hoher Mangel an Fachkräften besteht;

  5. Massnahmen aufzeigen, wie man der Nachfrage nach Medizinerinnen und Medizinern und nach Fachpersonal in den Pflegeberufen gerecht werden kann;

  6. ergänzende Möglichkeiten aufzeigen, wie bereits getroffene Massnahmen angepasst oder intensiviert werden können, damit Arbeitsplätze besser besetzt werden können (Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Integration älterer Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen; Nachholbildung, Umschulung; Wiedereinstieg, freiwillige längere Erwerbsdauer).

Eine Minderheit (Pieren, Müri) beantragt die Ablehnung der Motion.

Begründung
Die Schweiz verfügt in verschiedenen Bereichen nicht über genügend Fachkräfte. Dieser Fachkräftemangel wird sich bei der Umsetzung der Volksinitiative "gegen Masseneinwanderung" im vermehrten Masse akzentuieren, wenn dieser nicht mehr über die Zuwanderung im gleichen Masse aus dem EU-Raum kompensiert werden kann. Interpretiert man den Begriff "Fachkräfte" als spezifische Tätigkeit in einer Branche, so werden uns nicht nur hochqualifizierte Arbeitskräfte mit einer höheren Bildung, sondern auch Berufsleute und Hilfskräfte im Gewerbe, bei den Dienstleistungen, im Gesundheitswesen oder auch in der Landwirtschaft fehlen. Die Forderung nach einer aktiven Steuerung im schweizerischen Bildungsbereich erhält eine zunehmende Bedeutung. Die bereits erfolgten Situationsanalysen und Massnahmenberichte sind deshalb im Lichte der neuen Ausgangslage zu überarbeiten.

Die WBK-NR anerkennt die in den letzten Jahren unternommenen Aktivitäten des Bundesrates, so z. B. die Lancierung der Fachkräfteinitiative (SKI) 2011, den Bericht vom 4. Juli 2012 über die Personenfreizügigkeit und Zuwanderung in die Schweiz und den runden Tisch vom 21. Mai 2013. In Anbetracht der Abstimmung vom 9. Februar 2014 betrachtet die Kommission eine Überprüfung der Inhalte sowie der in Aussicht gestellten Termine zur Umsetzung als absolut dringend.

Stellungnahme des Bundesrates vom 28.05.2014
Der Bundesrat wird bis Juni 2014 ein Konzept für die Umsetzung der Volksinitiative "gegen Masseneinwanderung" sowie bis Ende Jahr - unter Konsultation aller betroffenen Kreise - ein Gesetzesprojekt ausarbeiten.

Die Anliegen der Motion sind dem Bundesrat sehr wichtig. Das Eidgenössische Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung hat im Jahr 2011 die Fachkräfteinitiative (FKI) lanciert mit dem Ziel, die Fachkräftenachfrage bis 2020 vermehrt durch Personen aus der Schweiz abzudecken.

Die dabei aufgegriffenen Lösungsansätze im Bildungs- und Arbeitsmarktbereich gewinnen mit der Annahme der Volksinitiative "gegen Masseneinwanderung" zusätzlich an Bedeutung und sind mit dem für Juni 2014 geplanten Konzept des Bundesrates zu deren Umsetzung abzustimmen. Es muss daher geprüft werden, ob die vorgesehenen Massnahmen schneller, schärfer oder umfassender durchgeführt werden sollen und ob in gewissen Bereichen weitere Anstrengungen und zusätzliche Massnahmen notwendig sind. Dabei ist namentlich zu prüfen, wie und ob diese Intensivierung mittels einer Verstärkung der personellen und finanziellen Ressourcen bei den betroffenen Stellen auf nationaler und kantonaler Ebene herbeigeführt werden kann. Die Arbeiten im Rahmen der FKI decken sich mit den in der Motion vorgeschlagenen Prüfaufträgen und Massnahmen. Der Bundesrat wird die Anliegen der Motion in die weiteren Arbeiten aufnehmen.

Weitere Informationen

  • Copyright © Politnetz AG 2009–2017
  • Impressum
Release: production