Ein Rechter ist zB gegen Auslandeinsätze der Armee weil er die Neutralität der Schweiz hochhalten will.
Ein Linker ist gegen Auslandeinsätze der Armee weil er vielleicht Pazifist ist.
Die werden gleich bewertet obwohl die Beweggründe total anders sind.
Jemand von der EDU ist gegen die Gentechnik weil es nicht mit dem christlichen Weltbild übereinpasst.
Ein Umweltfreund ist gegen Gentechnik weil es gewisse Fragezeichen gibt. Der Eine ist Fromm, der Andere ist Öko, aber sie werden gleich bewertet.
Das passt doch hinten und vorne nicht. Es ist zweifelsohne sehr interessant die Bögen durchzuschauen. Jedoch würde es reichen, wenn die Kandidaten etwas ankreuzen könnten und danach in wenigen Sätzen ihre Beweggründe formulieren.
Lukas Reimann hat das übrigens sehr gut gemacht bei seinem Profil. Da kann ich überall nachvollziehen, warum er so ankreuzt.
Die Spinnennetzte und die Einteilung sind aber irreführend.
Smartvote ist lächerlich. Auf die Gründe kommt es an, nicht auf das „JA“ oder „NEIN“ anhäkeln.
Als Wähler ohne Parteipräferenzen verstehe ich die Bedenken zu smartvote.ch nicht wirklich. Mich interessiert die Antwort eines Kandidaten zum jeweiligen Themengebiet und vorallem will ich wissen, ob er/sie überhaupt fähig ist, zu einer Sachlage konkret Stellung zu beziehen. Die Begründung, ob der Kandidat nun aus ethischen, wirtschaflichen oder religiösen Gründen zu seiner Meinung gekommen ist, ist für die meisten Wähler nur sekundär wichtig.
So gesehen sagt es meiner Meinung nach schon sehr viel über die Qualität vieler Kandidaten aus, wenn man den derzeitigen Pool auf smartvote.ch betrachtet: Vermutlich haben gerade mal ein Viertel aller Kandidaten den Fragebogen überhaupt ausgefüllt, der ganze Rest scheint sich nicht mal hier festlegen zu können/wollen. Wer jedoch als angehender Parlamentarier nicht einmal einen simplen Fragebogen mit "Ja", "Eher Ja", "Eher Nein", "Nein" oder "Keine Antwort" beantworten kann/will, ist für mich schlicht nicht wählbar.
@Manuel Sahli
Sie können meinen Beispielen entnehmen, dass es eben doch zu Verfälschungen kommt.
Ist es jetzt eine rechte oder linke Position gegen Auslandeinsätze zu sein?
Ist es eine Christliche oder Grüne Position gegen Gentechnik zu sein?
Das wird in keinster Weise berücksichtigt.
@Thomas Kalau
In diese Richtung zielt meine Kritik eigentlich. Wie ich schon sagte, ich schau die Bögen gerne mal durch. Aber es gibt viele die auf Smartvote schwören. So auch der Präsident der Piratenpartei. Ich durfte ihn einmal kennenlernen und wollte etwas mehr über die Piraten erfahren. Da meinte er, am besten schaue ich mir Smartvote an, weil ihre Kandidaten das ausfüllen. Ja toll, das ist eine grandiose Werbung.
@Stefan Müller
Auch Sie sprechen wichtige Punkte an. Dass es so eine Plattform gibt, ist ja an sich gut. Aber die Erklärungen, warum jemand so oder so platziert ist, kommt zu kurz.
Nochmal, ein Christ ist aus anderen Gründen gegen die Gentechnik als ein Grüner, wird aber gleich bewertet. Ist das seriös? Ich bezweifle es.
Der Smartspider ist für mich einfach der grafische Output des ganzen. Eine Statistik liefert auf einen grafischen Output, doch du liest lieber den Text/Statistik dazu, um das ganze zu verstehen bzw. die Datengrundlage. Beides kann verfälscht sein, alles in allem sehe ich das nicht so schlimm an.
Thomas Kalau es sind eben nicht nur die Politiker, sonder auch die Medien, welche die Verkürzung suchen. Komplexität darzustellen wäre Aufgabe der Medien, aber sie tun es nicht, es geht um die Schlagzeile. Ein Politiker kann sich nur in Zusammenarbeit mit den Medien transportieren. Der Spider ist teilweise irreführend. Die Analyse der Befragung, inkl. Erklärung finde ich gut und nützlich, aber den Spider finde ich eine Mogelpackung.
@Stefan Müller, Ihre Aussage "es ist ein Ausdruck der inneren Wut, dass solche Auswertungen (Spider) als das non-plus ultra unreflektiert in die Medien fliessen und zu stark der Vereinfachung komplexer Sachlagen dienen" ist ja wohl eher eine Kritik an den Medien, als an Smartvote.
Smartvote als Service kann zudem nichts dafür, wenn sich Politiker hinter der Spinne verstecken und im Dialog ihre Positionen nicht vertreten wollen. Solche Politiker sind für mich nicht wählbar, denn früher oder später müssen sie zu ihren Aussagen und Positionen stehen. Wenn sie das nicht gegenüber dem Bürger tun, der sie wählen sollte, wem gegenüber denn?
Und wer in Smartvote anders abschneidet als dies seine Partei erwartet oder gar verlangt, und dann nicht zu seiner politischen Einstellung steht, lässt Rückgrat vermissen und ist ebenfalls nicht wählbar.
Das wäre in der Tat so! Weil es hängt schon sehr viel von den Fragestellungen ab.
Mein Profil bei der Nationalratswahl ist sehr linksliberal, während ich mit der gleichen Art anzukreuzen bei den Grossratswahlen viel „rechter“ bin. Schon nicht über dem Strich, aber beinahe.
Da wird bei den NR-Wahlen gefragt:“ Befürworten Sie die Subventionierung von Tagesstätten und Kinderkrippen durch den Bund?“
Bei den GR- Wahlen zum gleichen Thema: „Sollen die Gemeinden dazu verpflichtet werden, genügend familienexterne Betreuungsmöglichkeiten für Kinder im Vorschulalter zur Verfügung zu stellen?“
Bei Beispiel 1 sage ich JA, bei Beispiel 2 sage ich NEIN. Ähnlich sieht es mit der Sterbehilfe aus. In einem Bogen wird gefragt, ob ich der Sterbehilfe unter gewissen Umständen zustimme (oder ähnlich), dann sage ich JA. Bei einem anderen Bogen wird gefragt ob ich ein liberales Gesetz a la Niederlande will, da sage ich NEIN.
Folglich kann das JA/NEIN-Schema ziemlich unzuverlässig sein.
@Maurice Schmidt
Nun sind wir an einem interessanten Punkt. Für all jene – ausser Ihnen, Herrn Müller und mir, die hier zusammen diskutieren – ist die Aussage "Smartvote ist lächerlich" entscheidend. In ihrer Kürze liegt, ja auch die Würze. Und "Würze" brauchts, um bei den Lesern den Appetit anzuregen, weiter ins Thema einzusteigen. Und dann zum Beispiel zu lesen, wie Sie Ihre Aussage konkretisieren und erklären. Ebenso ist auf der Ebene des Fragebogens auch das Konzept von Smartvote aufgebaut: X sagt zu Frage Y "Ja". Wenn X möchte, kann er konkretisieren, wieso er "Ja" sagt. Die Krux liegt nun in der Bewertung der einzelnen Positionsbezüge von X. Hier wäre es in der Tat nützlich, wenn die Bewertungs- bzw. Gewichtungsfaktoren öffentlich wären. Dann könnte – im Sinne des "wisdom of the crowd" – auch nach einer "akurateren" Gewichtung im Smartspider geforscht werden. Das wäre spannend.
Herr Amsler, wenn Sie meine Beiträge noch etwas genauer studieren fällt Ihnen auf, dass ich nicht in erster Linie die Macher hinter Smartvote anzweifle als eher die Politiker die schon so darauf fixiert sind
@Maurice Schmidt
Wie gesagt, ich finde Ihre inhaltliche Kritik sehr lesens- und bedenkenswert, aber ich kenne die Leute hinter Smartvote.ch und weiss mit welchem persönlichen Einsatz sie Smartvote aufgebaut haben und weiter betreiben. Das bezeichne ich alles andere als "lächerlich"! Meine Empfehlung an Sie: Teilen Sie Smartvote Ihre inhaltlichen Kritikpunkte mit, noch besser: überlegen Sie sich, wie man das Problem lösen könnte. Applikations-Anbieter wie wir und Smartvote sind froh um Feedback. Je konstruktiver, umso besser.
@Stefan Müller
Eine Applikation aus unserer eigenen Küche, in deren Zentrum die Frage nach den Gründen für eine Ja- oder Nein-Entscheidung bei Abstimmungen liegt, haben wir im November 2010 entwickelt und betreiben sie seither bei allen Abstimmungen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene (zwanzig einwohnerstärkste Gemeinden): http://waffenschutz-initiative.politnetz.ch/
Es ist weniger eine innere Wut als ein Erstaunen darüber, dass zu wenig unterschieden wird. Man kann bei einem Punkt zwar die selbe Meinung haben aber aus unterschiedlichen Gründen. Und so lange Smartvote diese Unterscheidung nicht hinbringt hat es für mich etwas lächerliches.
Wäre das so toll hätten doch alle fortschrittlichen Länder diese Bögen
@Andreas Amsler gestatten Sie mir eine kritische Bemerkung. Für den informierten Wähler kann Smartvote ein Hilfe darstellen. Es dient sicherlich auch teilweise der Transparenz, aber die Bewertung der Antworten und die Darstellung des Spiders beruhen auf Bewertungen von nicht-unabhängigen Dritten. In relativ vielen Punkten widerspreche ich gewissen Personen in der Konsequenz des Ja oder Nein zum Sachthema in der politischen Ausrichtung dagegen bin ich deckungsgleich. Die obigen Beispiele von Maurice Schmidt können auch mit EU oder Regulierungsfragen ergänzt werden. "lächerlich" ist sicherlich stark und zu abwertend, aber es ist ein Ausdruck der inneren Wut, dass solche Auswertungen (Spider) als das non-plus ultra unreflektiert in die Medien fliessen und zu stark der Vereinfachung komplexer Sachlagen dienen.
Es kommt doch bei den Fragen darauf an warum jemand so oder so denkt. Ich kenne zum Beispiel Sozialdemokraten die aus sozialen Beweggründen gegen die Abtreibung sind. Auch wenn ich diese Haltung nicht teile, so werden diese Sozialdemokraten mit dem Fragebogen als konservativ eingestuft obwohl die Beweggründe dazu überhaupt nichts mit der christlichen Ethik zu tun haben.
Überlassen Sie es doch mir, meine Beiträge auf- und abzuwerten.
Es gibt viele Politiker auf kantonaler Ebene die mich als Bürger auf Smartvote verweisen wenn ich mich nach ihren Positionen erkunden will.
Ist das nicht lächerlich? Wenn sich ein Politiker nur über dieses lächerliche Spinnennetz oder über das Feld mit den Punkten definiert?
Ich kenne von den Grossratswahlen in Bern 3 Politiker aus dem bürgerlichen Lager die ihren Bogen nicht veröffentlichen wollten, weil sie angeblich zu links, zu wenig konservativ waren. Und ich kenne einen Kandidaten der Sozialdemokraten der Parteiintern gerügt würde, weil er zwar links war, aber ziemlich im konservativen Bereich positioniert war. Jetzt sagen Sie mir mal, ob so eine Entwicklung nicht lächerlich ist?
@Maurice Schmidt
Sie schreiben: "Es ist zweifelsohne sehr interessant die Bögen durchzuschauen." Es ist eines, einen Service wie Smartvote kritisch zu bewerten, es ist aber etwas anderes (und Sie werten Ihre kritischen Bemerkungen damit auch unnötig ab), einen Service als "lächerlich" zu bezeichnen.
Durch Ihre Empfehlung gewinnt der Beitrag mehr Gewicht und wird prominenter angezeigt.
