Da die Straftäter immer jünger werden, muss das Mindestalter für einen bis zu 4-jährigen Freiheitsentzug auf 14 Jahre gesenkt werden. In schweren Fällen muss ab 16 Jahren das Erwachsenenstrafrecht angewendet werden und eine Verwahrung auch über das 22. Altersjahr dauern können.
Das Jugendstrafrecht muss massiv verschärft werden. Mit Kuscheljustiz schafft man keine Sicherheit im Land.
Lieber Herr Dähler!
Darf ich Ihnen eine Frage stellen? Die Kernfrage bei diesen Diskussionen ist doch eigentlich immer die folgende: Was sind die Gründe dafür, dass ein Mensch einen anderen Menschen auf brutale Art und Weise misshandelt?
Es interessiert mich sehr, wie Sie sich so das als Phänomen erklären, ohne Sie irgendwie in eine Ecke drängen zu wollen. Das würde mir vielleicht helfen zu verstehen, wieso Sie an harte Strafen glauben.
Wie stehen Sie zu der Tatsache, dass Täter von besonders grausamen Verbrechen oft selber einmal Opfer waren?
Damit will ich nicht Mitleid mit Tätern andeuten. Aber ich muss sagen, dass mir eine härtere Justiz keinen Erkenntnisgewinn diesbezüglich bringt. Gewinn von Erkenntnis ist auch nicht deren Aufgabe.
Aber wäre es nicht besser, unsere Justiz würde auf Erkenntnis, Wissen und Erfahrung aufbauen? Oder soll sie eher der Genugtuung der Opfer dienen?
Wahrscheinlich etwas von beidem. Falls nun Täter aber teilweise auch einmal Opfer waren?
Herr Dähler, ich verstehe das Wort "Kuscheljustiz" als Schuldzuweisung. Was ist es denn sonst?
Sehr geehrter Herr Silberring. Erstens habe ich keine Schuldzuweisungen gemacht. (Korrigieren Sie mich bitte, falls doch). Zweitens habe ich meine Ideen vorgebracht. Ich befürworte härtere Strafen nicht nur aufgrund der Abschreckung. Das heutige Jugendstrafrecht beschränkt sich meiner Meinung nach zu sehr auf den Täter, und nicht auf das Opfer. Ein Opfer kriegt auch keine zweite Chance. Es ist schlicht unfair die schwerkriminellen (jungen) Verbrecher zu verhätscheln.
Die SVP verkommt ja zur Kuschel- und Gutmenschenpartei. Volle Strafbarkeit ab 12 Jahren. Wir brauchen kein spezielles Jugendstrafrecht, das ist 68iger-Verhätschelung
Herr Dähler, ficht es Sie nicht an, dass die USA mit einem sehr harten Strafregime zwar Millionen! von Strafgefangegnen produziert hat und diese sehr unkuschelig behandelt, aber keine Sicherheit erreicht hat damit? München, das bei uns so als Vorbild galt, musste auch einen Totschlag registrieren, kurz nachdem die Küsnachter Schläger verhaftet wurden. Die Formel: Härtere Strafen=mehr Sicherheit funktioniert so einfach nicht. Ihre Partei hat z.B. nur schon abgelehnt, dass jeder Jugendliche im Kanton Zürich vom Jugendanwalt vorgeladen wird bei einer Straftat. Aus Spargründen werden viele (leichtere) Verfahren schriftlich erledigt. Diese Kombination, Schlagworte (Kuscheljustiz) und Schuldzuweisungen an andere ohne eigene Ideen auch nur zu vertiefen und allenfalls zu hinterfragen, ist billig.
Was wirklich nützt ist eine effiziente, schnelle Justiz. Und die braucht Geld, das ihnen gerade die SVP (wie David H schreibt) nicht geben will. Wie hoch die Strafe ist, ob ab 14 oder ab 16 – das ist für jugendliche Straftäter sekundär. Wer schon beim ersten Vergehen sofort vor die Jugendanwaltschaft kommt, statt ein monatelanges schriftliches Verfahren zu haben (wie es heute aus Geld- und Personalmangel immer wieder vorkommt), lässt sich davon viel mehr beeindrucken.
@Michael Dähler: Ja, Marcel Riesen und die Jugendanwaltschaft machen einen guten Job, wenn man ihnen genügend Geld gibt (leider haben die Zürcher Bürgerlichen hier jahrelang unsinnig gespart), aber dafür braucht es keine 4-jährigen Freiheitsentzüge für 14-Jährige und ähnliche Brutalojustiz. Viel wichtiger als Strafen sind gute «Massnahmen» und eine schnelle Reaktion.
In der Arena sagte selbiger Marcel Riesen zum Beispiel: «Es gibt aktuelle Untersuchungen, die zeigen, dass die Strafandrohungen in der Regel bei Jugendlichen keine Wirkung haben.»
http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2010/11/27/Schweiz/Arena-Kurze-Knast-Erfahrungen-sind-cool
Im Beitrag vom Fernsehen den du gepostet hast, sagt der Jugendanwalt folgendes:
"Der Jugendliche weiss heute, dass wenn er ein Gewaltdelikt begeht sehr schnell der Jugendanwaltschaft vorgeführt wird. Ihm drohen harte Massnahmen und Sanktionen. Ich denke, dass spricht sich bei Jugendlichen herum und dass führt dazu, dass man weniger Gewaltdelikte begeht."
Dein Beitrag sagt also, dass diese Verbesserung durch härtere Massnahmen erreicht wurde.
Aber du siehst, dass die Kriminalität ohne diese Massnahmen innerhalb eines Jahres um 20 % abnehmen kann? Wie denkst du, ist diese Sicherheit geschaffen worden?
Dass die SVP Fakten nicht interessieren, ist aber ja nichts Neues. Sie will die Amerikanisierung der Schweiz entgegen besseres Wissen fortführen.
Wir dürfen uns von dieser Abnahme der Delikte nicht blenden lassen. Erstens sind diese Zahlen aus nur einem Kanton und zweitens nimmt die Brutalität der Straftaten stetig zu.
Wollen wir die Stromversorgung der Schweiz in Zukunft gewährleisten, brauchen wir das Ersatz-KKW Mühleberg.
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