Es gäbe genügend andere Möglichkeiten um sparsamere Auto zu fördern als sie ausgerechnet mit höheren Tempolimiten zu "belohnen". Den "Tiefstand" bei den Verkehrstoten als Argument für eine Tempoerhöhung zu missbrauchen finde ich zynisch. Solange wir noch Verkehrsopfer haben gibt es keinen "Tiefstand". Viel einfacher geht es übers Geld. Spritfresser werden verteuert, sparsame Modelle subventioniert.
Unsinnige Idee
@ Thomas
Eine Verbrauchsabhängige Steuer ist meiner Meinung richtig und notwendig. Denn da gebe ich dir Recht: Damit kann die Sensibilität der Leute stärken.
Das gute dabei ist auch, dass keine Argumente bezüglich finanzieller Belastung ziehen, denn der Anspruch hat, ein Auto mit hohem Verbrauch zu fahren, der muss die zusätzliche Umweltbelastung eben durch eine Steuer/Abgabe ausgleichen. Verursacherprinzip eben.
Das war ja auch die Idee der verbrauchsabhängigen Motorfahrzeugsteuer für den Kanton Bern, welche im Grossen Rat u.a. dank Christian Hadorn, SVP Oberaargau, durchgekommen ist.
Dann begann ein Garagist aus der Region mit einer Unterschriftensammlung dagegen und für eine lineare MFZ-Steuer, und genau derselbe SVP-Hadorn hat sich dafür stark ins Zeug gelegt. Auch hier zeigt sich einmal mehr der Slalomkurs der SVP, der ausschliesslich auf Stimmenfang aus ist, denn grösstwahrscheinlich wird leider die lineare Steuerkürzung beim Volk durch kommen, da alle etwas davon haben werden, auch du, Severin, und ich mit unseren grossen Autos, die bei der verbrauchsabhängigen MFZ-Steuer eben benachteilitg würden... Ich stimme trotzdem für die verbrauchsabhängige Steuer - nur mit der kann man die Sensibilität der Leute für Umweltfragen stärken.
Die ganze Debatte über höhere Tempolimiten ist eigentlich unsinnig.
In der Schweiz sind die Distanzen so kurz, dass man auch, wenn man auf der Autobahn 150 km/h fahren dürfte, kaum schneller am Zielort ankommt. Es gibt hunderte von Tests, die das belegen. Die Rechnung ist auch simpel. Wenn man 300 km Distanz zurückzulegen hat, hat man bei Tempo 150 nicht 30 km/h im Schnitt mehr. Die Zeitersparnis macht meistens nur ein paar Minuten.
Auch sparsame Autos verbrauchen mehr bei 150 als bei 120, von daher ist es auch für jene Autos kontraproduktiv.
Befürworten würde ich eher eine höhere Steuer auf Auto mit hohem Verbrauch. Das würde mich selber auch treffen, denn ich fahre ein grosses Auto, aber das ist dann halt eben der Preis, den ich zahlen muss, und dazu bin ich auch bereit.
In den amerikanischen Grossstädten gibt's Car-Pool-Lanes für Fahrzeuge mit mehr als 2 Insassen, welche in Stosszeiten eigene Fahrspuren zur Verfügung haben - aber dafür reicht bei uns der Platz wieder nicht (wie auch für die separaten Spuren für Elektrofahrzeuge), ausser man würde ein System à la Baregg einführen, wo eine Spur je nach Stossverkehrsrichtung einmal von A nach B, und einmal von B nach A zur Verfügung stünde. Einige Car-Pool-Lanes in den USA funktionieren auch so.
"Wenn sich genug Leute gemeinsam über etwas ärgern, kann man die Welt verändern."
Dein Idealismus in Ehren, finde ich wirklich gut.
Zurück zum Thema und um bei Deinem Bild zu bleiben: Ich ärgere mich eben mehr über Verkehrstote als über die fehlende Möglichkeit schneller als 120km/h zu fahren. Mal abgesehen von der Unfallstatistik und der aktuellen Gesetzgebung, gibt es auch kaum reale Möglichkeiten schneller als 120 km/h zu fahren. Die Vehrkehrsdichte ist zu schlicht zu hoch ("Mit dem Auto nach Zürich ist ohnehin nicht zu empfehlen. "). Du müsstest seperate Fahrstreifen für die umweltfreundlichen Autos bauen auf denen sie dann auch tatsächlich schneller als der Rest fahren könnten. Macht aber auch nicht viel Sinn.
"im Stossverkehr im Auto auf dem Weg nach Zürich zur Arbeit verliert man wohl zur gleichen Zeit mehr als die 15 Minuten wegen Stellwerkstörung in Stadelhofen"
Zu wissen, dass andere noch mehr Ärger haben, ist ein schwacher Trost, oder? Mit dem Auto nach Zürich ist ohnehin nicht zu empfehlen.
"Wenn Du Dich ärgerst, geht es dann schneller ?"
Wenn die SBB weiss, dass es denn Leuten nicht egal ist, wenn eine S-Bahn ausfällt, dann wird mehr Aufwand in die Zuverlässigkeit gesteckt. Wenn der Coop weiss, dass den Leuten ihre Zeit etwas wert ist, werden mehr Kassen installiert. Wenn sich genug Leute gemeinsam über etwas ärgern, kann man die Welt verändern.
Den Ansatz Autos, die halbwegs auf dem Stand der Technik sind zu fördern halte ich für völlig verfehlt. Wenn schon, sollte man jene, die eben nicht auf dem Stand sind stärker belasten, oder sie zB. in bestimmte Zonen nicht mehr einfahren lassen.
Sich nicht aktueller Technik zu bedienen ist schlicht unverantwortlich.
Der CO2-Ausstoss, oder der Energieverbrauch sind nur zwei Faktoren, in den dichter besiedelten Gebieten, insbesondere den Städten, ist der Flächenverbrauch noch viel zentraler, da bringt mir auch ein elektrisch angetriebener Züribergtraktor nicht wirklich viel....
Da muss der OeV, Velo- und Fussverkehr gefördert werden, nur, wer ernsthaft Material liefert (keine Mappe mit Papier) hat ein Argument ein eigenes Motorfahrzeug zu benutzen, dass dann so effizient wie möglich sein soll und in ein Logistikkonzept eingebunden werden soll, soweit das realisierbar ist (bei normaler Anlieferung ja, beim Heizungsmonteur, der seine Heizung mitbringt halt dann eben nich
.. und v.a.: im Stossverkehr im Auto auf dem Weg nach Zürich zur Arbeit verliert man wohl zur gleichen Zeit mehr als die 15 Minuten wegen Stellwerkstörung in Stadelhofen... ob das Auto elektrisch oder mit Verbrennungsmotor läuft spielt auch hier keine Rolle (ausser im Bereich Umweltverschmutzung).
@Luzius
"Ich ärgere mich, wenn ich eine Viertelstunde verliere, weil die S-Bahn wegen Stellwerkstörung am Stadelhofen ausfällt. Ich ärgere mich, wenn jemand vor mir an der Kasse vergessen hat, die Tomaten abzuwägen."
Wenn Du Dich ärgerst, geht es dann schneller ?
@Reto: Mit dem 'Ego'-Argument muss man vorsichtig sein. Allzu oft wird damit das Ende einer sachlichen Diskussion eingeläutet. Ich denke, es ist durchaus legitim, sich darüber zu ärgern, wenn man unnötig Zeit verliert. Ich ärgere mich, wenn ich eine Viertelstunde verliere, weil die S-Bahn wegen Stellwerkstörung am Stadelhofen ausfällt. Ich ärgere mich, wenn jemand vor mir an der Kasse vergessen hat, die Tomaten abzuwägen. Und ich ärgere mich auch, wenn mir vorgeschrieben wird, langsamer zu fahren als nötig. Ist das schwer nachvollziehbar?
Ob die Zeit des Individualverkehrs wie angedeutet vorbei ist, wäre ich mir nicht so sicher. Möglicherweise sind Elektro-Autos bald umweltfreundlicher als die Bahn. Das eröffnet total neue Perspektiven (siehe auch http://elektro-oev.politnetz.ch/ ) für die Verkehrskonzepte der nächsten 50 Jahre.
Klaro, ich meine genau diesen Verkehrsanteil, und ich bin der festen Überzeugung, dass es die ganz falsche Strategie ist, diejenigen zu "belohnen" welche in ihr Auto "verliebt" sind und dieses mehr als Verlängerung des EGO statt zu vernünftigem Einsatzzwecken nutzen. Da kommt bei hohen Tempi schon gar nichts mehr g'scheites raus. Dies dazu.
Im übrigen ganz einverstanden: Wir brauchen ein integrales Verkehrskonzept das als Rahmenbedingungen die Schonung der Ressourcen (Land, Luft, etc.) und die Schonung der Rohstoffe (Erdöl, etc.) zum Hauptziele hat. Das andere hat sich gemäss Nutzen unterzuordnen.
Äxgüsi. Aber die Zeiten der motorisierten Beliebigkeit und automobilen Freiheit (Autopartei- und ehemalige FDP-Slogan's, etc.) sind definitiv vorbei, die entsprechenden Ansinnen sind zweckmässigerweise in der Mottenkiste zu entsorgen (leider kann man damit keine Energie produzieren!).....
Zuletzt: Ganz richtig. Wir können nicht immer mehr produzieren. Auch öV nicht. Eben!
Ich gehe davon aus, dass Sie "die Hälfte bis 3/4 des CO2-Ausstosses" vom privaten Individualverkehr meinen - ohne Schwerverkehr, Industrie, Landwirtschaft, etc.
Wir können nicht einfach mehr öV, Mobility und Velo propagieren, ohne ein umfassendes und integriertes Verkehrskonzept (öffentlich und privat) bereit zu halten. Wenn man die bereits geplanten Investitionen zum Erhalt des jetzigen öVs, der bereits heute aus allen Nähten platzt, betrachtet und die Entrüstungsstürme betr. Tariferhöhungen bei den Bahnen hört, kann der Ausbau des öV, der notgedrungen mit Tariferhöhungen verbunden ist, politisch nur verantwortet werden, wenn gleichzeitig die Auslagen für den Privatverkehr erhöht werden (z.B. Vignette Fr.100, Innenstadtparkhäuser Fr.10/h, congestion charge, Erhöhung des Preises fossiler Treibstoffe, etc.).
Wenn der Preis für den Individualverkehr hoch genug ist, ist der Konsument auch bereit, mehr für den öV zu bezahlen - da er sonst immobil wird.
Ziemliche Furz-Idee. Gehe mit Thomas Schmucker einig. Das hilft uns nicht wirklich weiter.
Die effizientesten Geschwindigkeiten sind jene um 80km/h (Energie-Einsatz gegen Transport-Nutzen). Gerade in unserem kleinen Land ist alles andere reine Energieverschwendung und das kann es keinesfalls sein. Auch nicht mit leichteren und effizienteren Fahrzeugen.
Da würden wir in die immer wieder gleiche Falle stürzen. Statt den Energieverbrauch zu senken - was dringend nötig wäre - wird eigentlich ein unseliger Tauschhandel betrieben und wir bleiben - wie der Esel - am gleichen Ort stehen: Du darfst schneller fahren (megageil) und damit wieder mehr Energie verbrauchen wenn Du ein Fahrzeug mit weniger Verbrauch kaufst.
Simpel und einfach: Quatsch.
Besser: mehr öV, Mobility und Velo benutzen.
Wenn das Auto nur noch dort zum Einsatz käme, wo's wirklich nötig ist (Transport, kein öV-Anschluss, etc.) so könnten wir locker auf einen Schlag die Hälfte bis 3/4 des CO2-Ausstosses sparen.
@Thomas Schmucker: Ist mir schon klar, dass die Wirkung eines Unfalls mit 180 km/h unabhängig des Antriebs des Fahrzeuges massiv ist ;-)
Aber wie schon gesagt, in der Schweiz kann man ja sowieso nirgens mehr 180 km/h fahren, selbst wenn's erlaubt wäre.
Luzius: überdurchschnittlich raffiniert würde ich das jetzt doch nicht nennen, eher überdurchschnittlich administrativ aufwändig, ausser, wie gesagt, wenn die Regel ausschliesslich auf Elektrofahrzeuge zutrifft und sämtliche mit fossilen Brennstoffen betriebene Fahrzeuge (inkl. Hybride) sich nach wie vor an die 120 halten müssen.
Ja, es gibt vermutlich auch andere Möglichkeiten, sparsamere Autos unter die Leute zu bringen. Ich halte diese Möglichkeit einfach für eine überdurchschnittlich raffinierte. Hinzu kommt, dass ich selbst oft gerne schneller als 120 fahren würde, gerade wenn man vom Ausland her kommt, wo höhere Limiten trotz weniger guter Strassen gelten.
@ Thomas Kalau
Jemand der z.B. 180km/h fährt gefährdet in potenzia nicht nur sich selbst, sonder auch alle andere Verkehrsteilnehmer in einem höheren Mass als wenn er 120km/h fährt. Dies ist vom Antrieb des Fahrzeuges völlig unabhängig.
Ich verstehe daher Ihr Argument nicht ganz. Gibt es wirklich keine andere Möglichkeit, sparsamere Auto’s unter die Leute zu bringen ?
Und Sie haben mit Ihrer Forderung nach generellen 110km/h Recht. Das genügt völlig.
Wenn schon höhere "Exklusiv"-Tempolimiten, dann höchtens für Elektrofahrzeuge - damit die Besitzer von Teslas und dergl. das Fahrzeug auch richtig ausnützen können. Jeglicher Verbrennungs-, Diesel-, oder Hybridmotor hat sich an die geltenden Geschwindigkeitsvorschriften zu halten.
Mit meinem eigenen Fahrzeug habe ich festgestellt (Langzeitbeobachtung), dass ich bei einer Durchschnitssgeschwindigkeit von 110 km/h auf der Autobahn, anstelle von 120 km/h, satte 2l/100km Benzinersparnis "einfahre".
Ich plädiere deshalb für eine generelle Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h und keinerlei km/h-Obergrenze für Elektrofahrzeuge (von denen zur Zeit die wenigsten die 110-km/h-Marke erreichen...).
Nun egal. Jedenfalls mehr Tote für weniger CO2 halte für eine unsinnige Idee. no deal....
Genau, die Frage ist, bei welchem Tempo die Balance stimmt. Wenn die Balance bei 130 stimmt, wie zum Beispiel die Österreicher denken, dann müsste man das Tempo erhöhen. Wenn die Balance eher bei 110 stimmt, müsste man es senken. Wenn die Autos sicherer werden, bewegt das die Balance eher nach oben. Andererseits scheint man heute einem Menschenleben einen höheren Wert beizumessen, als zum Beispiel noch 1980. Das würde die Balance wieder nach unten drücken. Wo sie schlussendlich ist, ist leider schwer zu bestimmen.
Spätestens nach Fukushima wissen es eigentlich alle : AKW‘s haben ausgedient und müssen letztlich weg !
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