Alt-Grossrat Urs Haeny ruft in seinem Leserbrief in der AZ vom 8. Oktober dazu auf, nur die Listen 1 bis 4 bei den Wahlen zu berücksichtigen. Dabei argumentiert er, dass eine Zersplitterung des Grossen Rates zur Schwächung der Legislative führe. Es zeugt schon von einem eigenartigen Demokratieverständnis, wenn laut Haeny rund ein Viertel der Stimmenden nicht im Grossen Rat vertreten sein dürfen. Dass ein derartiger Aufruf von einem Vertreter der FDP (gegenwärtig noch mit der Liste 4) kommt, erstaunt nicht weiter. Nicht selten sind es genau die grossen Parteien, welche sich in Zeiten der zunehmenden Polarisierung immer öfter gegenseitig blockieren. Da sind Alternativen speziell in der politischen Mitte sehr willkommen. Die Aargauer Demokratie lebt von der Vielfalt. Darum rufe ich nun im Gegenzug dazu auf, speziell die Listen 5 bis 13 bei den Grossratswahlen 2012 zu berücksichtigen. Speziell lege ich den Wählerinnen und Wählern die Liste 6 der Evangelischen Volkspartei ans Herzen. Sie bereichert das Parteienspektrum mit ihrer lösungsorientierten Politik auf der Grundlage christlicher Werte. Und dies seit 1919.
Eigenartiges Demokratieverständnis
Dank smartvote können wir die politische Haltung der einzelnen ParlamentarierInnen viel besser einschätzen. Die Parteiprogramme verlieren dadurch an Stellenwert für den Wahlentscheid der BürgerInnen. Wählen Sie gemäss smartvote, möglicherweise quer über viele Parteilisten!
Ich verstehe diese Meinung von einem FDP Vertreter nicht. Haben die grossen Parteien Angst vor den kleineren Parteien. Es sollen aus meiner Sicht die besten Köpfe im Parlament vertreten sein. Diese sollen nicht stur die Parteiideologie herunterbeten. Es darf nicht dazu kommen dass sich links und rechts in politischen Auseinandersetzungen mit Feindbildern aufeinander losgehen. Es braucht neben links auch rechts eine starke Mitte die als Brückenbauer die neuen ökologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen im Kanton Aargau löst.
Herr Affentranger, jetzt entäuschen Sie mich, Sie kennen unser Parteisystem nicht? SVP= Rechts, SP=Links, FDP=Mitte Rechts und CVP=Mitte Links. Alles vertreten, was es am Spektrum gibt.
Alle Parteien heute haben das Thema Ökologie in ihrem Programm. Die SVP hat ja die Windvertreterin auf ihrer Liste im Bezirk Baden.
Aber darum geht es ja nicht. Ohne die anderen Parteien, die kleinen, würden sich die grossen doch gar nicht Anstrengen oder Erneuern.
Die SVP währe ohne Autopartei nie so stark geworden, die SP ohne Grüne so grün, die FDP und CVP hätten noch immer das gleiche Programm wenn glp, bdp und slb es nicht gebe.
Ohne kleine Parteien die sich was trauen, würde es fast keine Erneuerung in der Schweizerpolitik geben.
Schöne Reklame für Ihrer Partei die Sie da tippen. Aber ich gebe Ihnen recht: Ein politisches Oligopol macht die Sache eintönig, dafür aber auch etwas klarer.
Andererseits wird bei einer Vielfalt an politischen Parteien für das zunehmend müdere Stimmvolk eine Positionierung auch viel schwieriger, denn die Positionen beziehen sich bei einer Vorlage ja immer auf "dafür", "dagegen" oder "Enthaltung". Egal wie viele Parteien im Grossen Rat des Kantons sitzen: mehr als 140 werden es nimmer sein.
Im Sinne eines Gegenrechts empfehle ich deshalb dem Stimmvolk die Liste 1 unverändert einzulegen, und für den Regierungsrat ausschliesslich Alex Hürzeler und Thomas Burgherr die Stimme zu geben.
und ich die Liste 8.
Hm Herr Vogt Sie sprechen von klarerer Politik, ist dass so? Bei Ländern wie die USA gibt es zwar auch nur 2 Parteien aber die Decken alle Richtungen ab. So klar ist das denn auch nicht, wer wie stimmt.
Denn die Demokraten decken das ganze Spektrum von Mitte bis Links ab und die Republikaner von der Mitte bis Rechts.
Seit der Zeit der Zeit der Weimarer Republik, herrscht immer die Angst, dass eine zu grosse Zerspliterung (die NSDAP hatte mit der %tualen Grösse der SVP die Macht übernommen) die politische Arbeit gestört oder blockiert wird.
Erst kürzlich hatte ich eine Diskussion mit einem Bürger, der sogar nur 3 Parteien forderte in der ganzen Schweiz.
Die Stimmbürger/Innen hatten aber gerade deswegen im letzten Jahr ja die 3% Hürde im Kanton und die 5% Hürde im Bezirk angenommen.
Die Meinung von Urs Haenny ist eine Meinung und muss nicht zwangsläufig die der meisten Wähler sein.
Ich kann diesen Artikel von Herrn Blunier nur unterstützen. Die kleineren Parteien, die Listen 5 - 13, geben frischen Wind in unser demokratisches System. Die grossen vier Parteien haben überhaupt keinen Anspruch auf die Mehrheit der Wähler, haben diese doch vor allem in der Vergangenheit mit ihrer Polarsierung keinen Forschritt in unserer Demokratie erzielt. Mit scheint eher, dass die Angst vor Sitzverlusten an den nächsten Grossratswahlen sehr gross ist und nun dies nicht unbegründet. Ich stimme für die Liste 7!
Jeder darf Wählen was er will und jeder darf zu Wahlen aufrufen was er will, niemand muss es beachten, wenn man es beachtet hat der Ausrufer schon gewonnen.
Da stimme ich Ihnen bei Herr Grimm
Herzlichen Dank für Ihr Statement! Genau das Selbe habe ich beim lesen des erwähnten Leserbriefes auch gedacht. Was Herr Haeny zu vergessen scheint, dass sich viele Wähler auch mal eine Veränderung und nicht nur Stillstandsparteien wünschen.
Durch Ihre Empfehlung gewinnt der Beitrag mehr Gewicht und wird prominenter angezeigt.
