Junge und ältere Menschen fühlen sich am und rund um den Bahnhof Wetzikon nicht mehr sicher. Drohungen, Tätlichkeiten oder sogar gewalttätige Übergriffe bahnten sich in den vergangenen Jahren an und gehören heute bedauerlicherweise zur Tagesordnung. Den Jungfreisinnigen Bezirk Hinwil reicht’s! Sie starteten in den vergangenen Tagen die Petition „Für einen sicheren Bahnhof Wetzikon“. Die Petition fordert den Gemeinderat auf, die Ihm übertragenen Kompetenzen wahrzunehmen und eine Videoüberwachung am Brennpunkt Bahnhof Wetzikon während der Nacht zu installieren, eine offizielle Stellungnahme zur Jugendgewalt abzugeben, einen runden Tisch zur Koordination der Prävention & Konfliktlösung einzuberufen sowie ein vermehrtes Augenmerk auf die neuralgischen Punkte Wetzikons der Polizei zu delegieren. Die persönliche Freiheit wird durch die geforderten Massnahmen nicht eingeschränkt sondern vielmehr gestärkt! Setzen Sie mit Ihrer Unterstützung ein Zeichen gegen die Jugendgewalt und für Ihre sowie die Sicherheit des Zürcher Oberlandes.
http://www.jf-bezirk-hinwil.ch/epetition/
Videoüberwachung am Bahnhof Wetzikon – Wieder Bewegungsfreiheit für alle!
Wetzikon, das so gerne Grossstadt wäre, merkt wohl langsam, dass sie es eben doch nicht ist oder mit entsprechenden Problemen zu kämpfen hat.
Mir persönlich ist noch nie aufgefallen, dass der Bahnhof ein neuralgischer Punkt ist. Sollte dem allerdings tatsächlich so sein, so sollte sich die Polizei vielleicht mal überlegen ob sie nicht abends oder an Wochenenden vermehrt Präsenz markieren soll, statt wie öfters schon gesehen morgens während der Pendlerzeiten.
Der Gemeinderat reagiert: http://www.zol.ch/mobileapp/#/story/22995758/0
Na also. Klingt ja ganz vernünftig, gratuliere!
Ich kann Ihnen sagen wie das mit der Videoüberwachung vor dem Bahnhof in Luzern gelaufen ist:
- Die Bürgerlichen fühlten sich unsicher und haben Videoüberwachung verlangt.
- Die Linken fanden das keine gute Idee und haben stattdessen mehr Polizeipräsenz vorgeschlagen
- Arbeitsplätze fanden die Bürgerlichen natürlich zu teuer und haben Kameraüberwachung durchgesetzt
- Da die Bürgerlichen mittels Steuersenkungen etc. inzwischen die Finanzlage noch weiter runtergewirtschaftet haben, ist ihnen nun vor kurzem sogar die Videoüberwachung zu teuer geworden und daher einem Sparpaket zum Opfer gefallen.
- Da es dieses Jahr aber bereits zwei grössere Vorfälle vor dem Bahnhof gab, fühlen sich die Bürgerlichen wieder vermehrt unsicher.
- Also fordern sie mal eben "endlich mehr Polizeipräsenz am Bahnhof" (Videoüberwachung können Sie jetzt gerade ja nicht fordern, denn es würde vielleicht sogar einigen bürgerlichen Wählern auffallen, dass sie diese selber erst gerade weggespart hatten) und werfen den Linken vor, die öffentliche SIcherheit am Bahnhof vernachlässigt zu haben...
- Jeder Luzerner dessen politisches Gedächtnis länger als eine Woche in die Vergangenehit reicht, langt sich an den Kopf.
Ich hoffe die Jungfreisinnigen in Wetzikon schicken sich nicht an, dieses schildbürgerhafte Trauerspiel ihrer Luzerner Kollegen nachzuspielen.
Am besten also gleich mehr Polizei hinstellen, falls tatsächlich irgend ein Handlungsbedarf besteht.
Videoüberwachung und Sicherheit stehen in keinem Zusammenhang. Dazu gibt es Studien: http://www.sicherheit.info/SI/cms.nsf/si.ArticlesByDocID/1101121?Open
Der Ruf nach Überwachungskameras ist Politaktionismus. Verbrecher lassen sich von Kameras nicht abschrecken. Wer Videoüberwachung fordert, vermittelt der Bevölkerung ein trügerisches Gefühl von Sicherheit.
LG, Dominic Zschokke, Piratenpartei Aargau
Mag sein dass der gepostete Artikel Richtiges bemerkt. Trotzdem habe ich selbst andere Erfahrung gemacht.
Bei uns sind etwa 1000 Kameras im Einsat und es verhindert schon, oder hilft dann aufzuklären.
Hab vor Jahren meine Jungs mitgenommen und ihnen die Überwachungsbildschirme gezeigt, hat sie beeindruckt und sie wissen jetzt, dass alle Stellen des ÖV überwacht sind.
Wie bereits erwähnt sind Videokameras einen Teil unserer forderungen, welche nun vom Gemeinderat eingeführt werden, gemäss der obenstehenden Medienmitteilung von Heute. Eine permanente personalisierte Überwachung des gesamten Areal ist nicht realistisch. Die Videokameras sollen unterstützen und wie erwähnt zur Aufdeckung helfen.
Herr Zollinger, ich habe mal etwas im Internet gesucht und folgendes gefunden:
http://zol.ch/bezirk-hinwil/wetzikon/Gewalt-am-Bahnhof-Jungfreisinnige-lancieren-Petition/story/10334738
(mit Links auf weitere Artikel)
und diese netten Girls:
http://www.blick.ch/news/schweiz/sie-nannte-uns-weisse-schlampen-id1901197.html
(Blick, weil mit Video, ZOL siehe unten)
Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es vor allem um Jugendliche, gemäss Leserkommentaren sogar unter 16 Jahren. Ein Verkaufsverbot für Alkohol am Bahnhof ab 22:00 Uhr wird anscheinend abgelehnt. Und man möchte jetzt mit Kameras abschrecken, obwohl anscheinend der Vandalismus auch über den Bahnhof hinaus auftritt.
Ich kenne Wetzikon nicht wirklich. Ich kann mich aber an meine Sturm- und Drangperiode in Thun erinnern, wo wir als Töffligang auch häufig negativ aufgefallen waren, weil wir irgendwo abhängen mussten, wo man kein Geld dafür brauchte. Das hat sich mit einem Treffpunkt für Jugendliche schlagartig gebessert. Gut, Lärmbelästigungen und Schlägereien haben sich halt ab und zu auch um diesen Treffpunkt ereignet, aber das war noch einigermassen zu handeln.
Was mir an Positionspapier irgendwie fehlt, ist ein Konzept, wie Sie mit den Leuten, die Sie dann auf den Videoaufnahmen evtl. identifizieren, genau umgehen wollen.
Sechs Tage seien sie im Gefängnis gehockt, ein Horror, wie die Mädchen sagen. Sie wurden zu Bussen zwischen 1300 und 1900 Franken verurteilt und fassten eine bedingte Geldstrafe von rund 12'000 Franken.
Reue verspüren die Mädchen bis heute nicht.
Ja, klingt irgendwie nicht danach, als würde sich irgendwas ändern, auch bei denen, die bereits verurteilt worden sind. Es besteht also die Gefahr, dass Sie irgendwann die vier Damen auf dem Video haben - möglicherweise ist es für die sogar voll krass korrekt mega geil, wenn man schön föhnfrisiert im Blick erscheint ;-)
Ich kann mich aber an meine Sturm- und Drangperiode in Thun erinnern, wo wir als Töffligang auch häufig negativ aufgefallen waren
Ja, Daniele, Sie waren vielleicht laut, provokativ, fühlten sich als der King, wahlweise auf Gilera, Ciao, Puch oder Sachs - oder vielleicht sassen Sie auf einem dieser Luxus-Peugeots mit Affenlenker und toller Federung, haben mal jemandem was Dummes nachgerufen, was auch immer.
Aber haben Sie mal einem ins Gesicht getreten, wenn er auf dem Boden lag? Haben Sie zu fünft auf einen eingeprügelt, Ihr Taschenmesser gezückt, dem andern sein Handy abgenommen, ein Mädel bedrängt? Ich jedenfalls nicht, und ich war auch kein Engel.
Wir haben heute ein ganz anderes Problem: Einem völlig unbekannte Personen dringen in die eigene persönliche Integrität ein, so nach dem Motto: Ich nehme mir, was ich will! Halbstarke gabs schon vor Jahrzehnten, aber Feigheit, ungebändigte Brutalität von geistig Zurückgebliebenen - sag ich mal - nicht.
Die "Psychologisierung" von Verbrechen bringt uns nicht weiter. Opfer, die Täter werden, zu Opfern zu machen, ist für mich kein Weg. Wir müssen die vorhandenen und rechtsstaatlichen Mittel voll ausschöpfen, um Gewalt zu bekämpfen.
Die Mädchen, die Sie beispielsweise zitieren, die keine Reue zeigen, die sich womöglich toll fühlen, in der Zeitung zu stehen, die sich dadurch "Respekt" (die, dies laut verlangen, haben meist selbst keinen) in ihrem Umfeld verschaffen: Was wollen Sie mit denen machen? Bitte machen Sie doch einen konkreten Vorschlag. Ich hätte verschiedene.
Ja, ich war nie gewalttätig, und derart sinnlose Brutalität wie heute habe ich nie erlebt. Das ist wahr. Gut, Thun ist auch Provinz und wohl noch etwas mehr heile Welt als die Agglomeration von Zürich.
Ich habe keine Ahnung, wie man eine Entwicklung von 17-19 Jahren korrigieren kann. Sie waren ja kurz im Knast und dürfen happige Strafen zahlen. Denken Sie, die würden sich bessern im Gefängnis? Sie laufen wohl noch unter Jugendstrafrecht und könnten ggf. eine Massnahme machen.
Könnte es sein, dass wir Erwachsene auch ganz einfach schlechte Vorbilder sind? Was läuft alles im TV, welche Games spielen die Kids heute? Zu meiner Zeit hatten wir keine Smartphones und keine realistischen Videospiele, in denen Leute abgeknallt und Autos geklaut werden. Die Filme waren teilweise auch brutal - aber nie so wie heute...
Keine Ahnung. Ich will nicht "psychologisieren" - aber wenn die jungen Leute keinen Sinn in ihr Leben kriegen, werden sie als Erwachsene einfach nur schlimmer. Da können wir sie wegschliessen, solange wir wollen. Und Gefängnis ist auch nicht ganz billig, vor allem wenn man daran denkt, wie viele dass man wegschliessen müsste. Wenn für Sie nur die Sühne, die Strafe im Vordergrund steht, das ist relativ einfach.
Aber ich denke, wenn sich niemand ernsthaft für diese Leute interessiert, werden sie sich nicht ändern - sie werden höchstens kälter und brutaler. Und nein - ich möchte kein Sozialarbeiter sein, das müsste ein anderer tun. Ich schaue, dass ich meiner Familie die Aufmerksamkeit schenke, die es für tiefe menschliche Bindungen braucht. Und ich freue mich jedesmal, wenn mein Sohn mich umarmt.
Aber was ist mit den jungen Leuten, die weniger Glück haben, und es nicht auf die Reihe kriegen? Endlösung?
Wäre es nicht sinnvoller Securitas oder die Polizeipräsenz zu später Stunde einzurichten? Diese kann dann nicht nur im, sondern auch um den Bahnhof patrouillieren und könnte bei einer Straftat direkt eingreifen. Falls sich dann die Kriminalität zu verschieben droht, kann auch die Polizeipatrouille verschoben werden.
So steigen dementsprechend auch die Chancen, die Täter auf frischer Tat zu schnappen und die Kriminalität präventiv zu unterbinden, denn niemand wird wohl direkt vor bewaffneten Polizisten ein Strafdelikt begehen oder sich daneben benehmen - und wenn doch, kann dagegen vorgegangen werden. Mit Kameras schauen Sie da leider nur zu und müssen im Nachhinein die Fälle wieder mühsam aufarbeiten und auf die Suche nach den Tätern gehen...
Das sehe ich genau so wie Sie. eine regelmässige Polizeipräsenz ist immer die beste Lösung, ein Streifenwagen oder ein Spaziergang der Patrouille wirkt Wunder.
Wenn der Kanton Zürich aber auch nur wenige Patrouillen nachts einsetzt, so wie der Kanton St Gallen, stellt sich halt wieder einmal die immer gleiche Frage.. wer soll das bezahlen?
Die Kamera ist eine Bankrotterklärung. Die Kapo in Zürich ist des Nächtens regelmässig damit beschäftigt, Verkehrskontrollen im Glatttal durchzuführen. 500 Meter neben der Kontrolle werden Leute zusammengeschlagen (Beispiel Dübendorf, immer wieder und immer wieder. Da kommt nur ein kleiner Teil zur Anzeige. Die Polizei kennt die Leute sogar, die werden aber bloss vorgeladen und "befragt"). Ich bin richtig gespannt, wie es mit der Polizeipräsenz weitergeht, jetzt, wo die "neuen urbanen, tollen Wohnsilo-Gegenden" in Dübendorf in den Himmel spriessen.
Aber eben: Die einen wollen den Staat totsparen, die anderen erachten prinzipiell alles als Eingriff in die Privatsphäre der Menschen. Und zur Frage, wer das bezahlen soll: Ich würde gerne meine Steuern einsetzen, um etwas mehr für die Sicherheit zu tun; mit der Polizei habe ich null Probleme.
Nein, die Securitrans ist da angebracht. Securitas bewacht nur, die Polizei ist steuerfinanziert und der Bahnhof ist grundsätzlich Privatgrund. Außerdem wirkt die Securitrans deutlich abschreckender.
Die Videoüberwachung ist ein sehr gutes Instrument und wurde von mir in einer RailCity im Zusammenhang mit einer Straftat schon als Beweismittel hinzugezogen.
Seit die RailCity Zug permanent videoüberwacht wird, haben die Delikte und Vandalenakte massiv nachgelassen. Die Securitrans fackelt auch nicht lange mit merkwürdigem Gesindel, welches schon mal in der Bahnhofshalle ein Feuerlein entfachte.
Es sollte dabei im Auge behalten werden, dass sich das Problem vielleicht nur verschiebt und nicht gelöst wird.
In England zB sind fast überall in den Städten Kameras montiert, sogar in den Bussen sind meist etwa 3 Kameras. Nur hat es dort teilweise dazu geführt, dass genau in den Bereichen wo keine Kameras sind dafür viel mehr passiert. Und alles kann man ja kaum überwachen.
Und wenn jemand vermummt ist, nützt die Kamera auch nicht viel.
Einerseits ist es besser wenn die Kameras sichtbar sind, das schreckt wohl etwas ab genau vor der Kamera etwas zu machen. Nur weiss man dann auch wo es keine hat.
Platziert man die Kameras versteckt, weiss niemand genau ob er gerade beobachtet wird, und lässt es vielleicht. Oder geht das Risiko eben ein.
Dafür würden die versteckten wohl der Aufklärung mehr bringen.
Da sind die Kameras mit der schwarzen Kuppel wohl die besten, man weiss dass eine da ist, aber nicht, welcher Bereich gerade gefilmt wird, oder ob es eine rundum Kamera ist.
Am Bahnhof liegt der Brennpunkt an Abenden und in der Nacht. Meiner Meinung nach ist eine punktuelle Überwachung sinnvoll & unterstützt die Polizei und steigert das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Mir ist klar, dass die Überwachungskameras das Problem alleine nicht lösen. Wir fordern ja zusätzlich auch eine entsprechende "Task Force" und begrüssen weitere Lösungsansätze von Sicherheitsexperten. Bisher kommunizierte die Gemeindeexekutive ungenügend über die Problematik. Die Petition soll dem Gemeinderat aufzeigen, dass die Bevölkerung unzufrieden ist und entsprechende Massnahmen vordern!
Wetzikon ist überall, weshalb lokal begrenzte Massnahmen wenig bringen. Wie oben bereits erwähnt, verscheucht eine Überwachung lediglich die Verursacher, welche dann auf andere Orte ausweichen.
Zudem unterliegt die Videoüberwachung auf SBB-Boden der Bundesgesetzgebung. Diese Aufnahmen müssten spätestens nach 100 Tagen gelöscht werden. Ich bezweifle, dass das die SBB für Wetzikon anders handhaben werden.
Vor allem aber: Was bringen mir Videoaufzeichnungen, wenn ich bereits verletzt am Boden liege? Das Ziel müsste doch sein, dass es gar nicht erst soweit kommt. Darum wäre es doch sinnvoller, zuerst nach den Ursachen dieses Verhaltens zu suchen, um erst dann die entsprechenden (und richtigen) Massnahmen zu fordern und einzuleiten.
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