Dresche für Patrick Vogt's Einsatz für die Atomenergie - aber wer will den Ausstieg wirklich?

Patrick Vogt zeigt Mut, er setzt sich für die Atomenergie ein. Kommt das Thema bei Politnetz auf das Tapet, gibt es schon mal Beiträge mit weit über 300 Kommentaren. Viel Dresche ist dabei, wer sich offensiv für die Atomenergie einsetzt.

Was mich persönlich bei dieser Diskussion nervt, ist der Unterschied zwischen dem Reden und dem Handeln. Dem moralisieren und dem tun. Bei der SAK beziehen gerade einmal 1,9 Prozent der Stromkunden Ökostrom. Liebe LeserInnen, in St.Gallen/Appenzell gibt es mehr als 1,9 Prozent grüne und SP Wähler.

Beim EKZ in Zürich hiess es:

Im März und April 2011 haben 2300 Kunden bei uns ökologisch produzierten Strom bestellt», sagte EKZ-Sprecherin Priska Laïaïda zum Regionaljournal von Radio «DRS». Das seien drei Mal mehr als in der gleichen Zeit im Vorjahr. Dieser Trend hielt jedoch nur so lange an, wie das Thema in den Medien dauerpräsent war: «Danach ist die Nachfrage sehr schnell wieder abgeflacht.

Die politisch links und grün stehenden Personen, die vornehmlich für den Atomausstieg stehen, scheinen gerne zu reden. Handeln tun aber andere - nämlich Unternehmen.

Nochmals beim EKZ in Zürich nachgefragt:

Einen nachhaltigeren Eindruck hinterliess Fukushima laut Verjee bei den kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU): «Wir haben zehn Prozent mehr Ökostrom-Kunden aus KMU.»

Und in St.Gallen:

Aus der teils ernüchternden Bilanz der Stromkunden, die sich für Ökostrom entschieden haben, fallen die St. Galler Stadtwerke deutlich heraus. Ausgehend von dem mengenmäßigen Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen versorgt das Unternehmen rund neun Prozent der Stromkunden mit Ökostrom. Dieser Wert werde vor allem durch Firmen hervorgerufen, die sich für die Umstellung auf Ökostrom entschieden haben.

Liebe Leute, reden ist schön, zählen tut aber nur die Handlung. Also handeln Sie und bringen Sie den Tatbeweis, surfen Sie auf die Website ihres Stromlieferanten und bestellen Sie Ökostrom! Der Markt wird umgehend auf Ihre Forderung reagieren und auch entsprechend energieeffektivere Geräte produzieren, neue Wege für die Stromproduktion finden und, wenn wir den Strommarkt liberalisieren, womöglich auch bessere Verteilungsformen finden.

25. März 2012
43 Kommentare

Kommentar von Patrick Vogt im Kontext:

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Patrick Vogt
27. März 2012

Ich unterstütze als Wähler die Politiker, welche im rechten Sitzflügel des Parlaments sitzen. Dennoch renne ich wie ein Verrückter bei uns im Haus rum, und nerve meine Familie damit, nicht für jeden Pippifatz das Licht anzumachen, den Computer bei Nichtgebrauch abzustellen, den Fernseher nicht in stand-by Modus zu halten, und in der Heizperiode die Fenster beim Lüften nicht auf kipp zu lassen. Als ehemaliger Beleuchtungstechniker habe ich alle Glühlampen gegen LED oder Fluoreszenzlampen getauscht und führe mich zeitweise wie ein Öko - Berserker auf.

Ein Nachbar hat politisch das Heu nicht auf der selben Bühne und wählt regelmässig grün. Weshalb aber sein Haus nachts wie ein Christbaum erhellt ist, kann ich nicht nachvollziehen. Gemäss der Statistik meiner Wohngemeinde besteht bei uns der Strommix zu 75% aus Atomstrom. Mit einem Beitrag von CHF 25 kann man 23 KWh Solarstrom kaufen, mit einem anderen Beitrag von ebenfalls CHF 25 gibt es 330 KWh Wasserstrom. Doch kaum wer nutzt das, weil die Mittel knapp sind und lieber für Ferien gespart wird als für das Unsichtbare.

Zuletzt die Beleuchtung der öffentlichen Strassen. Weil Leute abends nicht im Dunkeln gehen möchten, leuchtet bei uns auf jedem Weg bis morgens um 2 die Natriumdampf Strassenlaternen. Als Gemeinde mit überdurschnittlich hohem Gemeindesteuerfuss müssen zuerst die Schulanlagen saniert werden, bevor die Hochdrucklampen flächendeckend gegen LED Strahler getauscht werden. Pragmatismus regiert.

Der Weg von "man sollte" zu "ich mache" ist steinig, schulmeisterlich und unrealistisch. Selbst für die Grünen im Lande.


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