Ja was jetzt - AHV oder Migration?

Egal wie Sie es wenden und drehen, die Schweizer bekommen zu wenig Kinder für eine stabile Bevölkerung. Wenn wir keine aktive Migrationspolitik betreiben und junge Ausländer in die Schweiz holen, werden in Zukunft mehr Rentner von weniger Beitragszahler finanziert werden müssen. Und hier liegt das Problem. Viele Schweizer wollen weder das eine noch das andere.

Laut Vimentisumfrage ist für viele Schweizer die Kürzung der AHV-Renten ein Tabu. Rückläufig ist dazu auch die Bereitschaft, ein allfälliges Defizit durch höhere Beiträge auszugleichen. Wenn dann noch die Jungmannschaft fehlt und Beitragszahler wegfallen, beisst sich die Geschichte in den Schwanz.

Aber die Bevölkerung wächst doch

Richtig, die Bevölkerung wächst aus zwei Gründen, erstens werden wir immer älter und zweitens kommen junge ausländische Arbeitskräfte in die Schweiz. Während das älter werden die Situation verschlimmert, helfen uns die ausländischen Arbeitskräfte, das Problem zu verkleinern.

Nehmen wir den Jahrgang 1980. Es kamen rund 70’000 Personen mit einer Lebenserwartung von 75 Jahren auf die Welt. Steigt die Lebenserwartung nur um ein Jahr, gibt es im Jahr 2056 70’000 mehr Rentner, als es vorher gab. Die Lebenserwartung stieg von 1975 bis heute drastisch von 75 auf 82 Jahre. Wir wachsen, weil die Menschen älter werden.

Gleichzeitig “knicken” uns die Jungen weg. Herr und Frau Schweizer stellen zu wenig Kinder auf die Welt. Statt 2.1 Kinder pro Frau, sind es nur 1.5 Kinder.

Deutschland hat im Verhältnis weniger Migration, als wir Schweizer und auch eine minim tiefere Geburtenrate (1.4). Schauen wir, was dies für Deutschland bedeutet. Im Jahr 2008 lebten 82 Millionen Menschen in Deutschland. Im Jahr 2020 werden es 2 Millionen weniger sein. Nochmals 10 Jahre später fällt die Bevölkerung erneut um wenige Millionen und dann fällt die Bevölkerung bis 2060 von 80 Millionen auf 65 bis 70 Millionen. In dieser Zeit müssen drastisch mehr junge Menschen, die alten finanzieren.

Dieses Schicksal droht auch uns, ganze Landstriche werden ausgerottet sein, wenn wir unsere zu wenig Geburten nicht durch Migration ausgleichen. Egal wie Sie es wenden und drehen. Am Schluss steht die Frage: AHV oder Migration.

23. Februar 2012
75 Kommentare

Kommentar von Leander Gabathuler im Kontext:

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Leander Gabathuler
23. Februar 2012 | 8 Antworten

Mit Schwarzweiss-Politik kommt die Gesellschaft immer tiefer in einen Abwärtsstrudel. Das AHV-Problem löst man nicht nur mit Immigration. Man löst es kurzfristig, als "Patch" sozusagen, vielleicht auch mit Immigration, aber nicht nur damit.

Danke für diese Sätze!

Gehen wir einmal davon aus, dass in der Schweiz zu einem Zeitpunkt x 12 Millionen Menschen leben. Oder 14 Millionen, das spielt keine Rolle. Dieser Zeitpunkt könnte in 50 Jahren erreicht werden, vielleicht in 80 Jahren, vielleicht nimmt die Bevölkerung stark ab und danach wieder zu - man weiss es eben nicht so genau.

Gehen wir einmal davon aus, dass wir in 60 Jahren, wir alle (wenn wir noch leben) werden da so richtig alt sein, das heisst wir werden von irgend einer Versicherung leben müssen, sollten wir nicht irgendwie (Multi)Millionär/Milliardär geworden sein.

Gut gehen wir davon aus, dass die Bevölkerung auch in Zukunft immer älter wird (Kinder welche Jahrgang 2000+ haben, haben angeblich eine 50-60% Chance über 90 zu werden und eine 20-30% Chance über 100 zu werden). Das heisst, es wird immer wie mehr alte Menschen geben, da es eben die Medizin erlaubt. Doch die Medizin wird es wohl auch erlauben, dass man nicht mehr nur bis 65/63 arbeitet, sondern vielleicht auch bis 70? Wir wissen es nicht.

Fakt ist, bei diesem imaginären Szenario im Jahr 2080 mit der Schweizer Bevölkerung=14 Millionen Menschen wird es deutlich mehr alte Menschen geben, als jetzt. Ergo müssten Sie dann immer noch dafür sein, immer wie mehr Menschen in unser Land zu lassen, damit wir die AHV bezahlen können, selbst dann, wenn wir nicht mehr davon sprechen bald keinen Platz mehr zu haben, nein, wir werden dann davon sprechen überhaupt keinen Platz mehr zu haben und die Köpfe der Grünen (wenn es sie dann noch gibt) werden nahe einer Explosion stehen, da alle Grünflächen verbaut wurden. Von den Immobilienpreisen und grossflächigen Überbauungen (die Schweiz wird wohl irgendeinmal dem Planet "Corruscant" aus Star-Wars gleichen, einem Stadt-Planten) sprechen wir noch gar nicht.

Ist eine solche "Lösung" immer mehr Einwanderung wirklich nachhaltig und zielorientiert?

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