Masseneinwanderungsphobie ein neues Krankheitsbild?

Ängste gehören zum Leben, wie Gefühle überhaupt. Sie treten in den unterschiedlichsten Situationen und Zusammenhängen auf, weisen auf drohende Gefahren hin und haben damit eine wichtige Schutzfunktion für den Menschen.

Berichtet ein Patient über zunehmende Ängste, so gehört die Klärung der Frage, ob es sich um eine "Angststörung" oder eine "berechtigte Angst" handelt zu den allerersten und wichtigsten Massnahmen. Denn der Blick kann verstellt sein dafür, dass eine aufkommende Angst auf eine tatsächlich bestehende Gefahr hinweisen könnte (z.B. steigende Gesundheitskosten, höheres Alter mit entsprechenden Umwälzungen etc..) oder, wie im Fall der Phobie, eine möglicherweise berechtigte Angst der psychischen Abwehr auf einen unbedeutend scheinenden Gegenstand verschoben sein könnte (z.B. drei Minarette, welche eine vermeintliche Übernahme der Schweiz durch den Islam ankündet). Oder sich wie bei den Panikattacken in verfremdeter Form am falschen Ort zeigen und in ihrer ursprünglichen Bedeutung dadurch nicht direkt zu erkennen sein könnte.

Darum gilt als Erstes zu klären, ob man bei einem Zuwachs der Einwohner von 1% über die Bevölkerungsbewegung von einer Masseneinwanderung sprechen darf und ob es sich dabei um eine berechtigte Angst handelt, oder ob wir nicht doch eher von einer Angststörung reden.

Ebenfalls muss geprüft werden, ob nicht z.B. die "Ahnungslosigkeit" des Patienten, woher seine Angst kommen könnte, das eigentliche Symptom darstellt und im Zentrum der weiteren Diagnostik und Therapie zu stehen hätte.

Symptomatik bei generalisierter Angststörung (frühere Bezeichnung: "Angstneurose"):

  • andauernder ängstlich-angespannter Zustand
  • andauernde Besorgnis alltäglichen Situationen und Ereignissen gegenüber
  • Katastrophenbefürchtungen ohne besonderen erkennbaren Grund ("Wir Schweizer werden gleich überrant")
  • übergrosse Nervosität und leichte Schreckhaftigkeit
  • Fixierung des Denkens auf erlebte oder mögliche Katastrophen und Bedrohungen

Masseneinwanderungsphobie ein neues Krankheitsbild?

Von einem neuen Krankheitsbild möchte ich nicht sprechen. Erleben wir dieses Phänomen in der Schweiz doch in regelmässigen Abständen. In den 70er waren es die "Tschingen", in den 80er die Tamilen und in den 90er die "Jugos" und Türken. Das Schweizer Volk hat diese Phasen phobischer Angstzustände bisher immer wieder erfolgreich überwunden, entsprechend gilt es ruhig zu bleiben und zuversichtlich zuzusehen, wie in ein paar Jahren der offene Grenzverkehr innerhalb Europas als Selbstverständlichkeit angesehen wird und die Schweizer positiv damit umgehen.

So selbstverständlich, wie wir heute Pizzas, Pasta und Kebab essen - manchmal vom Tamilen zugerichtet ;-)

20. Februar 2012
72 Kommentare

Kommentar von Gelöschter User im Kontext:

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Gelöschter User
21. Februar 2012

Die Schweiz muss wachsen. Dies liegt an unserem (wirtschaftlichen) System und der demographischen Entwicklung....

Okay.... wenn sie denn muss... werden auch wir müssen. Spätestens dann... irgendwann! Es sei denn, sie und wir müssten nicht .... weil alle sich bereits im Jahre 2012 mit den unabänderlichen Tatsachen vertraut gemacht hätten, dass ...

  • stetiges Wachstum für die ganze Welt problematisch ist und Schweizer wie Ausländer das Problem nicht alleine auf irgendwelche Ausländer abschieben können
  • wir die komplexe Frage "Wo genau liegen die Probleme und wie ist ihnen entgegenzuwirken" bereits im 2012 umfassend geklärt hätten
  • wir für einmal nicht der Schweiz, nicht irgendwelchen Ausländern, Bürgerlichen, sonstigen Parteien oder unseren Nachkommen die Entsorgung weltumspannender Probleme überlassen hätten, sondern bereits damals neue innovative Ideen und umfassende Lösungen für eine gesunde, wirtschaftlich erfolgreiche und vorbildliche Schweiz generiert hätten.

Nun ja, was damals unbequem dünkte, wird irgendwann zum Muss. Sei's drum, c'ést la vie! Vielleicht werden erst in naher Zukunft den 10, 13 oder sogar 14 oder 15 Millionen Menschen, die dannzumal den Lebensraum Schweiz bevölkern werden, jene Lösungen zugänglich sein, die den 8 Millionen Nutzniessern im Jahre 2012 verwehrt blieben?!

Wer will das schon wissen, denn oft kommt es anders als man
glaubt - unglücklicherweise oder Mensch sei Dank!


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