Mit höheren Preisen im Verkehr kommen wir der Kostenwahrheit (inkl. externe Kosten) näher. Wenn wir die Mehreinnahmen aber vor allem dazu verwenden, neue Verkehrskapazitäten zu bauen, handeln wir nicht nachhaltig.
SBB- Preisaufschlag
Wie kann denn ein Staatliches Unternehmen neben einem Privaten Unternehmen existieren, die die gleichen Strecken befahren?
Natürlich erleichtert das das Problem nicht. Aber:
- Die Gleise gehören nicht der SBB. Diese müssen Trassenpreise bezahlen. Diese werden vom Bundesrat bestimmt. Da könnte man diese auch andern Unternehmen anbieten.
- Die Zusammenarbeit der SBB mit den S-Bahn Anbietern funktioniert ja auch, "obwohl" dort auch dieselben Gleise benutzt werden. Wieso also nicht in ländlichen Gebieten?
- Das Argument (wenn man es denn tatsächlich so bezeichnen will) gilt nur für die SBB. Welche Ausrede hat man aber, dass sich eine Staatliche Krankenkasse nicht im Wettbewerb mit privaten treten möchte? Meine Theorie: Bürokratie, Beamtenlöhne, -arbeitsbedingungen, ... führen dazu, dass ein staatliches Unternehmen sich niemals im Freien Wettbewerb durchsetzen könnte!
Ein grosser privater Anbieter käme theoretisch auch in Frage. Über seine Monopol- oder Oligopolstellung würde dieser aber seine Marktmacht missbrauchen und unverhältnismässig hohe Gewinne einfahren.
Genau dasselbe Problem hat man auch bei staatlichen Unternehmen! Nur nehmen's wir vor allem bei ganz staatlichen Institutionen viel weniger wahr, da diese viel intransparenter sind und häufig über die Steuern bezahlt werden. Ausserdem hat man (zum Glück) selten direkt mit denen zu tun. Wenn man aber beispielsweise ein individuelles Briefchen von denen bekommt, dann darf man tief in die Brieftasche greifen!
@ Adrian Müller
Wie kann denn ein Staatliches Unternehmen neben einem Privaten Unternehmen existieren, die die gleichen Strecken befahren? oder müsste der Private dann parallel zu den Staatlichen Gleisen seine eigenen legen?
Wenn man es nach Region aufteilt ist es auch keine echte Konkurrenz mehr, weil man als Kunde ja garnicht wählen kann mit wem man fährt.
Viele Infrastrukturleistungen werden unter den Bedingungen von sinkenden Durchschnittskosten bei zunehmender Absatzmenge produziert. Da aus Effizienzgründen die Grenzkosten den Preis bestimmen sollten, entsteht ein Defizit. Dieses ist umso grösser, je kleiner die angebotene Menge ist. Deshalb ist ein grosser Anbieter von Infrastrukturleistungen wie der Staat volkswirtschaftlich sinnvoller als viele kleine private Anbieter. Ein grosser privater Anbieter käme theoretisch auch in Frage. Über seine Monopol- oder Oligopolstellung würde dieser aber seine Marktmacht missbrauchen und unverhältnismässig hohe Gewinne einfahren.
@ Elio Ingold:
Genau aus diesen Gründen wäre es doch das beste, wenn der Staat im Wettbewerb mit Privatunternehmen stünde!?
Wenn ein staatliches Unternehmen die Leistungen wirklich soviel billiger anbieten könnte, müsste es doch vor der Konkurrenz aus der Privatwirtschaft keine Angst haben. Die Tatsache, dass der Staat jedoch immer nur dort aktiv ist / wird, wo er ein Monopol haben kann, ist doch zumindest ein starkes Indiz dafür, dass er nicht konkurrenzfähig ist!?
Bei Staatlichen Institutionen kann natürlich viel schiefgehen. Da man keine Konkurrenz hat braucht man nicht freundlich zu sein zu den Kunden, man braucht nicht wirklich auf die Preise zu achten und wenn man Verluste macht übernimmt es der Steuerzahler.
Zusätzlich können sich überall Schlaftabletten einnisten, die man auch kaum wieder los wird.
Bei einer Halbstaatlichen Institution bestehen aber die selben risiken.
Bei nichtstaatlichen Institutionen hat man dafür andere Gefahren. Man versucht den Gewinn zu maximieren, was meist auch nicht gut ist für den Kunden. In der Schweiz bezahlt man teilweise für Medikamente ein vielfaches von dem was man in umliegenden Ländern zahlt. Kaufkraft abschöpfen nennt sich das dann wohl. Man verlangt nicht was die Herstellung kostet plus eine Marge, man verlangt immer möglichst viel, auch wenn dann die Marge ein vielfaches der Herstellungskosten beträgt.
Eine halbprivate Einheitskrankenkasse würde ich deshalb bekämpfen, bei einer ganz staatlichen würde ich es mir noch überlegen.
Die einzige Erfahrung mit ganz staatlichen Instituten machte ich eben mit der MFK und das sind bei weitem die grössten Abzocker!!! Und im Gegensatz zur SBB (teilweise) und privaten Unternehmen, ist bei denen die Kundenfreundlichkeit auch ein Fremdwort!
Haben Sie denn schon gute Erfahrungen mit ganz staatlichen Instituten gemacht?
Von Jahr zu Jahr, zahle ich aber monatlich mehr für meine Krankenkassenversicherung.
Das ist durchaus ein Problem! Gründe dafür sind: Immer teurere Medikamente, immer mehr alte Leute, immer mehr Leistungen in der Grundversicherung oder aber vielleicht auch Preisabsprachen. Falls letzteres zutrifft, könnte man das Problem einfach lösen, indem man ein staatliches Unternehmen im Markt die Preise runterdrücken lässt! Aber eine Einheitskasse, wird die Preise noch weiter steigen lassen!
Ich stimme ihnen zu, obwohl es hier nicht um die Krankenkasse geht. Aber es ist einfach Unsinn, zu glauben das durch eine Privatisierung oder Liberalisierung alles günstiger wird. Wir haben so viele Beispiele dafür, und doch kommt immer von irgendwo jemand der alle diese Beispiele übersieht und das Märchen vom freien Markt aufzählt ;)
Ich finde entweder sollte ein Unternehmen ganz privat oder ganz staatlich sein.
Ein halbstaatliches Unternehmen schöpft die Gewinne ab und lässt sich die Verluste bezahlen.
Eine halbprivate Einheitskrankenkasse würde ich deshalb bekämpfen, bei einer ganz staatlichen würde ich es mir noch überlegen.
Adrian Müller ihr Argument funktioniert nicht. Zurzeit haben wir KEINE Einheitskasse, sondern ganz viele kleine Kässelis ;) - also der perfekte Nährboden für den Wettbewerb.
Von Jahr zu Jahr, zahle ich aber monatlich mehr für meine Krankenkassenversicherung.
Die SBB ist ein Paradebeispiel dafür, dass staatlich Monopole nicht funktionieren!
Trotz jährlichen 3 stelligen Millionengewinnen steigen die Preise Jahr für Jahr! Ein Unternehmen, welches in Konkurrenz mit anderen Unternehmen steht, könnte sich das (ohne Preisabsprachen) nie und nimmer erlauben!
Dasselbe sehen wir auch bei anderen staatlichen Instituten. Mein Lieblingsbeispie ist die MFK. Jeder der hin und wieder mit denen zutun hat, weiss dort die reinste Abzocke betrieben wird!
Bei einer Einheitskasse hätten wir bei der Krankenkasse genau dasselbe Problem! Das Problem besteht allgemein überall, wo man Monopole hat und daher vorallem bei verstaatlichten Unternehmen!
@ Elio Ingold:
Ich gebe Ihnen Recht! Da man den Bürgern aber nicht vorschreiben kann, wann sie sterben sollen / wieviele Kinder sie bekommen sollen / wer wann auswandern sollte, kann man das Bevölkerungswachstum nur durch eine strengere Einwanderungspolitik eindämmen!
Wenn wir bei den Verkehrskapazitäten nachhaltig handeln wollen, sollten wir auch beim Bevölkerungszuwachs nachhaltig handeln.
Alex Schneider
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