Nein zur Ferieninitiative, weil diese die bewährte Sozialpartnerschaft unterläuft und das liberale Arbeitsrecht aushebelt!

Unsere Schweiz ist derart erfolgreich, weil es ein paar Schlüsselfaktoren gibt, die uns den Erfolg ermöglichen. Neben der Konsensdemokratie und dem dualen Bildungssystem sind dies insbesondere die bewährte und einzigartige Sozialpartnerschaft zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern sowie das liberale Arbeitsrecht. Dank dieser historisch gewachsenen Zusammenarbeit von Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern weisen wir in der Schweiz keine grossen Arbeitskonflikte und Streiks auf. Die Interessen von allen Beteiligten werden in respektvollen Verhandlungen auf Augenhöhe bestmöglich berücksichtigt und tragfähige Kompromisse erarbeitet.

Die Ferieninitiative will nun genauso wie die Mindestlohninitiative oder die 1:12-Initiative diesen Erfolgspfeiler der Sozialpartnerschaft aushebeln. Statt Kompromisslösungen soll neu das Diktat der Gewerkschaften vorherrschen. Statt massgeschneiderte Lösungen auf Unternehmensebene soll es starre gesetzliche Regelungen geben, denen jeglicher Spielraum fehlt. Die Ferieninitiative verlagert damit das Gleichgewicht zugunsten der Gewerkschaften. Nach Annahme der Initiative werden jedoch auch die Unternehmer reagieren müssen. Sie werden ihre Entscheide nicht mehr nach dem Gemeinwohl ausrichten, sondern vermehrt an den ökonomischen Zahlen. Wenn die Gewerkschaften nicht mehr verhandeln wollen, gibt es auch Seiten der Unternehmer weniger zu verhandeln. Die Schweiz rutscht so auf das Niveau im Ausland hinunter.

Ich sage klar Nein, weil die Initiative die Sozialpartnerschaft unterläuft und so einen zentralen Erfolgsfaktor der Schweiz gefährdet. Die Ferieninitiative ist gefährlich, weil diese das liberale Arbeitsrecht aushebelt und so den Interessen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern gleichermassen schadet.

24. Januar 2012
3 Kommentare

Kommentar von Alex Schneider im Kontext:

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Alex Schneider
25. Januar 2012

Ja zur Ferieninitiative!

Bisher haben Freizeitverlängerungen in der Schweiz noch nie zu einer Reduktion des Sozialprodukts geführt. Sie können sogar Mittel zur Überwindung konjunktureller Schwächen sein, da Unternehmungen zum Investieren in den technischen Fortschritt gezwungen werden. Zum Konsum gehobener Bedarfsgüter (Tourismus, Sport, Kultur) benötigt man zudem in hohem Ausmass Zeit.

Da sich die Arbeitgeber wegen ihrer kleineren Zahl und ihrer Wirtschaftsmacht besser und schneller absprechen können als die Arbeitnehmer mit ihren schwachen Gewerkschaften, braucht es zur Durchsetzung von längeren Ferien eine gesetzliche Regelung des Mindestanspruchs und nicht nur vertragliche Regelungen nach dem goodwill der Arbeitgeberschaft.


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