Abzockerei endlich stoppen

Die Schweiz ist unsozialer geworden. Die Reichen werden immer reicher. Die Lohnschere ist in den letzten Jahren weiter auseinandergegangen. Die Zahl der Lohn-Millionäre hat sich in der Schweiz seit 1997 verfünffacht. Verlierer sind Personen mit normalen und tiefen Einkommen. Ihre Reallöhne stiegen kaum. Ihre Haushaltbudgets sind mit steigenden Wohnkosten, Krankenkassenprämien, indirekten Steuern und Gebühren überproportional zusätzlich belastet worden.

Viele Saläre im Topmanagementbereich stehen schon seit längerem in keinem Verhältnis mehr zur Leistung. Die Selbstverantwortung hat kläglich versagt. Deshalb braucht es gesetzliche Instrumente gegen die Abzockerei. Die Abzockerinitiative setzt auf die Aktionärsdemokratie zur Bekämpfung der Lohnexzesse auf den Teppichetagen. Das ist ein erster wichtiger Schritt. Die Abzockerinitiative wird im Volk grosse Unterstützung finden. Davor hat das Parlament offenbar Angst. Es hat die Abstimmung hinausgezögert und der Initiative einen indirekten Gegenvorschlag gegenübergestellt. Mit einer Bonussteuer auf überhöhten Bezügen über 3 Millionen Franken wollen der Bundesrat, der Ständerat und die SP Grenzen setzen. Eine rechtsbürgerliche Mehrheit versucht im Nationalrat morgen die Bonussteuer zu kippen. Ein Gegenvorschlag ohne Bonussteuer wird die Chancen der Abzockerinitiative erhöhen. Und mit der 1:12 Initiative der JUSO haben wir das wirksamste Instrument gegen die Abzockerei: Das höchste Monatsgehalt darf nicht mehr betragen als das tiefste Jahresgehalt in einer Unternehmung.

6. Dezember 2011
95 Kommentare

Kommentar von Jörg Plaz im Kontext:

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Jörg Plaz Politnetz Plus
30. Dezember 2011

@ DN

Unser grosser Unterschied bleibt, glaube ich, das Vertrauen in die weisen Entscheidungen von wenigen.

Kaum. Ich bin ja der Sokratiker unter uns und Dich halte ich eher für einen neuzeitlichen Aristokles Platon, der die Weisheit im göttlichen, sich selbst regelnden Markt sieht.

Clinton und die sub prime Krise lasse ich weg, das haben wir schon diskutiert oder machens später mal.

Wer nie etwas wagt, wird auch kaum je gewinnen.

Meine Entscheidung deshalb:
1:12 ja, Abzocker Initiative ja, Mindestlohn ja, Einheitskasse ja, Bürokratie-Abbau nein.

Du wirst andersrum abstimmen, nehme ich an. Damit gibst Du der Politik keine Chance. Eher habe ich das Gefühl, Du möchtest zurück zur heimlichen Wirtschaftsdiktatur, womit Du eigentlich der Revolutionär unter uns zwei bist.

In Zeiten des Umbaus Europas und mit den Erfahrungen der Finanz- und Wirtschaftskrisen hinter uns und der möglichen Gesellschaftstransformationen vor uns:
Was bewahren wir, wenn wir heute konservativ sind ?


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