Couchepin forderte es, Avenir Suisse schlägt es vor, die Wirtschaft will es und nun schlägt Rolf Dörig von der Swiss Life in die gleiche Kerbe, nämlich dem Rentenalter 70. Der Grund liegt darin, dass die Wirtschaft höhere AHV-Prämien fürchtet. Und mit solchen Prämienerhöhungen ist dank der zunehmenden Lebenserwartung zu rechnen. Doch die gleichen Kreise verweigern älteren Arbeitnehmern einen gesicherten Arbeitsplatz. Wer heute fünfzig ist, muss damit rechnen, dass er seine Stelle verliert und dass er nach der von den Bürgerlichen gekürzten Arbeitslosenentschädigungszeit auf der Fürsorge landet. Darüber hilft auch eine Flexibilisierung des Rentenalters nicht. Die Frage sei erlaubt, müssen Arbeitnehmer 20 Jahre vom Sozialdienst leben, bevor sie in Pension gehen können?
Rentenalter 70 und zuvor 20 Jahre von der Fürsorge leben?
Arbeitslose - Tendenz steigend - Sozialfälle Tendenz-steigend... Chance auf einen Job sinkend... deshalb kann eine Erhöhung des Rentenalters auf 70 nicht funktionieren. Ok.. die Chance das die arbeitenden Alten vorher sterben und die AHV entlasten ist steigend... so reguliert sich das ganze von selbst..
Aber man kann ja träumen.. und mir scheint das tun einige unserer Politiker mit Freuden.
Realität ist:
Solange auf dem Arbeitsmarkt die über 45jährigen, die weniger gut gebildeten (welche wohlgemerkt geholfen haben die Schweiz zu dem zu machen was sie ist) auf der Abschussliste stehen, solange die Jungen keine Lehrstellen bzw. die erste Stelle nach der Lehre erhalten um Erfahrung zu sammeln, solange der unbegrenzten Einwanderung keinen Einhalt geboten wird und solange die CH Firmen nicht kapieren, dass man mit Entlassung längerfristig keinen Gewinn machen kann... da die gesamte Kaufkraft in der Schweiz sinkt... muss dies scheitern, denn.... .
Irgendwann ist der Staat Schweiz Pleite weil das noch übriggebliebene, in der Schweiz wohnhafte Arbeitervolk die AHV nicht mehr finanzieren kann. Da die Einnahmen von den verkauften Zigaretten scheinbar auch nicht vollumfänglich der AHV zugeführt werden ist dies nur noch eine Frage der Zeit.
Quintessenz?
Ohne genügend Stellen keine AHV, ohne AHV - Armut - Armut = Sozialamt = nun stellt sich die sehr einfache Frage wer finanziert schlussendlich das Sozialamt?...
Armenhaus Schweiz? .... eine üble Vorstellung welche ich meinen Kindern nicht zumuten möchte...
@Daniel Niklaus
Warum nicht nochmals eine Umschulung mit 55? Das sagt sich so leicht, ich weiss, aber warum nicht?
Ich bin ein Befürworter von Umschulungen; selbst mit 55 Jahren. Doch ist es einfach praktisch unmöglich, einen Bau-Hilfsarbeiter in diesem Alter noch auf einen Pflegeberuf oder gar Büro-Job umzuschulen. Zudem kommt, dass die Politik gerade in Sachen Umschulung einen ganz anderen Weg eingeschlagen hat. Längst fertig ist die Zeit, wo die Arbeitslosenkasse eine Umschulung bezahlt, die einem Arbeitslosen auch ermöglicht, in einen neuen (evtl. auch leichteren) Beruf umzusteigen. Die heutigen Umschulungskurse der ALV sind reine Alibiübungen. Und das sich das nicht ändern wird, zeigen auch die Entscheide des NR im Dezember 2010, wo man Behinderte nur eine (zeitlich) beschränkte Umschulung zugesprochen hat. [Die SVP (Bortoluzzi) wollte sogar noch diese vom NR eingeschränkte Umschulung beschneiden.] Weshalb sollte nun die Politik ausgerechnet bei der ALV anders entscheiden?
Danke Herr Niklaus.
Grundsätzlich werden auch ältere Mitarbeiter geschätzt, wenn die Leistung stimmt und der Kostendruck nicht zu gross ist, oder die Qualifikationen überdurchsnittlich sind.
Anyway , I am young at heart :-)
Es gibt ja auch am anderen Ende der Altersskala Schwierigkeiten und ich habe in meinem Leben schon genug erlebt und gesehen, dass ich mit unserer Situation noch immer sehr zufrieden bin.
Meine Vorgesetzten könnten meine Kinder sein, aber das klappt bis jetzt sehr gut.
Dieser Artikel könnte Ihnen gefallen:
http://www.harvardbusinessmanager.de/blogs/artikel/a-805206.html
wikiniki ;-)
Ein Arbeitnehmer im Alter ist ein Produkt, das keinen Markt mehr vorfindet. Solche Strukturen müsste man dann eigentlich nicht mehr subvensionieren :-)
Hallo Herr Niklaus
Die Frage der Entlöhung und Sozialleistungen ist ein Hauptgrund, wieso die betroffenen Personen nicht vermittelbar werden. Die Lohnpyramide müsste ggf. den Leistungen und Bedürfnissen angepasst werden.
Eine Heraufsetzung des Rentenalters bei immer knapper werdenden Arbeitsplätzen scheint mir eine Scheinlösung.
Inwiefern sich Ausgesteuerte aus verschieden Berufen für die Pflege eignen, müsste näher betrachted werden. Die Hingabe zur Pflege ist nicht allen gegeben, könnte aber einen Teil abdecken.
Mein Chef weiss nichts davon, aber ich würde eine Lohnreduktion zu Gunsten meiner Arbeitsplatzsicherheit nicht als Tabu ansehen.
Sinnvoll wäre auch eine Reduktion des Arbeitspensums in Schritten, so dass nebst dem Arbeitsleben, das oft Hobbys und Freunde in eine Nebenrolle verweist, wieder aufgebaut werden.
Viele fallen in ein Loch wenn sie von 100 auf 0 aus ihren Strukturen in die Bedeutungslosigkeit entlassen werden.
Hallo Herr Daniel M.
Diese Angst verstehe ich gut. Es gibt schon 45 jährige, die Angst haben, zum alten Eisen zu gehören, weil 28 jährige Studienabgänger ohne Familie motiviert und voller Power in die Firmen drängen.
Die grosse Frage stellt sich, welches Arbeitsmodell haben wir nach 55. Der Pflegebedarf von alten Leuten wird stark zunehmen. Warum nicht nochmals eine Umschulung mit 55? Das sagt sich so leicht, ich weiss, aber warum nicht?
Wahrscheinlich müssen wir einige Fragen stellen, die (noch) niemand stellen will. Zum Beispiel; muss ich mit 55, wenn meine Kinder ausgeflogen sind, wir in einer grossen Wohnung leben, mehr verdienen UND leistungsfähiger sein, als mit 40, wo man zwei Kinder grosszog und Karriere machte.
Wie weit muss man auch noch mit 62 an der Front sein oder darf man sich etwas zurückziehen und mehr in eine lehrende Rolle schlüpfen? Vermutlich reduziert sich alles auf die Frage: Was macht mich glücklich und wie viel Geld brauche ich dazu.
Ich werde nächstes Jahr 57 und gehöre zu den Schwervermittelbaren.
In meinem Freundeskreis gibt es gleichaltrige die ausgesteuert und arbeitslos sind.
Die Frage von Christiano Safado ist zentral. Die Gesellschaft steht vor der Wahl ältere Arbeitslose über die Sozialversicherungen zu stützen, oder sie in die Fürsorge zu entlassen.
Eine weitere Alternative besteht darin, sie sich selbst zu überlassen.
So oder so werden die Kosten anfallen.
Verzeihen Sie, Herr Schneider, aber Ihre Vorschläge scheinen meistens nur darin zu bestehen, den einen über Steuern etwas wegzunehmen, um damit anderswo Löcher zu stopfen. Bei Ihrem zweiten Vorschlag aber geh ich mit. Statt den Regierenden von korrupten Dritt-Welt-Ländern und Schurkenstaaten "Entwicklungsgelder" hinten rein zu schieben, das diese eh nur zur Entwicklung ihres eigenen Vermögens (das dann auf unseren Banken haust) benötigen, könnte man diese Abermillionen tatsächlich zugunsten der AHV und der Arbeitslosenversicherung einsetzen. Ebenso sehe ich Geldpotenzial bei der Verschleuderung von Geldern im Migrationswesen, beispielsweise das grosszügige "Taschengeld" bei der Rückwanderung von Scheinflüchtlingen. Oder bei der beinahe schon verbitterten Geldverlochete bei der Bemühung, Schwerstkriminelle durch Therapieangebote und Reintegrationsbemühungen in eine Gesellschaft zurückzuführen, die bestens auf deren Anwesenheit verzichten kann. Da wäre ich sofort zu haben.
AHV neu finanzieren
Die AHV sollte in Zukunft nicht wie bisher weitgehend über Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge finanziert werden. Ergiebige neue Finanzquellen wie zum Beispiel eine Finanztransaktionssteuer, eine Erbschaftssteuer für sehr Reiche oder eine Luxussteuer sind zu prüfen. Aber auch eine Umlagerung der bestehenden Ausgaben von Bund und Kantonen zugunsten der AHV ist diskutierbar
Wissen Sie, warum die Wirtschaft höhere AHV-Prämien fürchtet?
Und was denken Sie, wie würde die Wirtschaft reagieren, wenn die AHV-Prämien doch nach oben gehen?
Cristiano Safado
Durch Ihre Empfehlung gewinnt der Beitrag mehr Gewicht und wird prominenter angezeigt.
