Die Jugend hat ein Recht anders zu sein.

So lang ist es gar nicht her. In St.Gallen schlossen die Bars und Discos um 01:00. Das Trottoir war pflichtbewusst zwei Stunden vorher eingefahren und der letzte Zug ins Appenzellerland schon längst weg. Die Strassenschlachten in Zürich waren noch gut in Erinnerung und Ausschreitungen gab es regelmässig an Fussballmatches im Espenmoos. Einmal musste sogar der Schiedsrichter mit dem Helikopter aus dem Stadion gerettet werden.

In meiner Schule hatte ich den Kauf eines SJW-Hefts zum Thema Aids zu verteidigen. Lehrer und Schüler waren sich nicht einig, ob dies nun eine Schwulenkrankheit war oder eine Strafe Gottes. Aber bestimmt nicht etwas, womit sich anständige Jugendliche auseinandersetzten.

Wenn auch der Film La Boum bei den Mädchen besser ankam, so gab es doch einen Film, der den Zeitgeist meiner Jugend wie kein anderer traf.


Footloose. In einer Stadt wurde das Tanzen zu exzessiver Musik verboten, weil bei einem tragischen Unfall der Sohn des Pastors ums Leben kam. Die Jugend hatte sich von da an konform zu verhalten und die Regeln zu befolgen. Doch eines haben die Alten vergessen, die Jugend hat das Recht ihre eigene Welt und Gesetze zu machen.

Im Jahr 2011 scheint das Re-Make aktueller denn je.


Liebe erwachsene Politiker denkt daran, auch wir waren mal jung. Und junge Politiker, wenn ihr ins Parlament gewählt werdet, "Erwachsen" wird man noch früh genug.

13. Oktober 2011
15 Kommentare

Kommentar von Bruno Bucher im Kontext:

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Bruno Bucher
14. Oktober 2011

@Daniel kann man den Holzfäller damit beauftragen ein Blumengesteck anzufertigen? Die politische Leistung der Blocher-SVP besteht darin, den Holzfällern jene Plattform zu geben, die sie für ihre dem Berufsstand entsprechenden Haltung, Art und Weise Ausdruck benötigen. Ihr Werkzeug ist die Bandsäge, der Zweihänder und der Stahlkeil. Bei Ihrer Arbeit tragen sie schwere Kleidung, schwere Schuhe, Helm und Gehörschutz. Die Verständigung untereinander ist notgedrungen laut.

Kann man einen Software-Programmierer heissen, in der Stahlgiesserei kunstvoll Gusseisen zu verarbeiten? Der Programmierer ist ein fingerfertiger Gedankenarbeiter, tendenziell in sich versunken, wenig extravertiert, weil er sich in voller Ruhe konzentrieren muss, weil jedes Zeichen das er setzt, Null-Fehlertoleranz geniesst.
Wem gebührt die politische Ehre, diesem Berufsstand die Plattform zu bieten, die er bräuchte um sich durchsetzen zu können.

Wen wundert es, dass da zwei Welten unversöhnlich aufeinander treffen?


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