Das Klima kann nicht warten

GvWenn wir nicht sofort handeln, steigen in der Schweiz die Temperaturen schon im Jahr 2050 um 4 Prozent. Das zeigt die neuste Studie der ETH Zürich.

Die Zahlen sind dramatisch. Selbst wenn der Ausstoss an Treibhausgasen weltweit bis 2050 im Vergleich zu 1990 halbiert wird, steigen die Temperaturen bei uns um 2 Grad. Und dieses als «optimistisch» bezeichnete Szenario hat dramatische Folgen für das Klima und die Umwelt. Im schlechtesten Fall, wenn also zu wenig gemacht wird für den Klimaschutz, steigen die Temperaturen sogar bis 5 Grad. Hitzewellen und Dürren würden zunehmen, unsere Gewässer könnten im Sommer austrocknen. Das wiederum hätte Auswirkungen auf die Energiegewinnung aus Wasserkraft. Gleichzeitig steigt die Gefahr von heftigen Unwettern, die grosse Schäden anrichten.
Der Klimawandel ist eine der grössten Herausforderungen für die Menschheit. Deshalb haben wir Grünen zusammen mit weiteren Organisationen schon 2007 die Klimainitiative lanciert. Sie verlangt von Bund und Kantonen eine wirksame Klimapolitik. Die Menge der Treibhausgas-Emissionen muss bis 2020 gegenüber dem Stand von 1990 um mindestens 30 Prozent reduziert werden.

Die Studie der ETH öffnet jetzt hoffentlich auch den anderen Parteien die Augen. Klimapolitik wird in der nächsten Legislatur eines der ganz wichtigen Themen sein. Genauso wie der Atomausstieg. Der ist nämlich noch lange nicht gesichert, auch wenn die AKW-Befürworter von FDP, SVP und CVP im Ständerat Kreide gefressen haben. Die Wölfe werden nach den Wahlen, wenn der Bundesrat seine Ausstiegsvorlage ins neu gewählte Parlament bringt, ihren Schafspelz ablegen und alles daran setzen, um den Atomausstieg doch noch zu verhindern. Selbst Bundesrätin Leuthard (CVP) macht mich hellhörig, als sie gestern vor dem Ständerat sagte: «Wenn es bei neuen Reaktortechniken zu einem Durchbruch käme, dann kann man die Technik problemlos auch in der Schweiz anwenden.»

Darum ist es umso wichtiger, dass am 23. Oktober die Grüne Vertretung im National- und Ständerat gestärkt wird. Jede Stimme ist zählt!

29. September 2011
79 Kommentare

Kommentar von Daniel Elsener im Kontext:

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Daniel Elsener
13. Oktober 2011

Wir sollten nicht über die Welt philosophieren, sondern zur konstruktiven Tat im alltäglichen Leben übergehen. Zum Bsp.der Flughafen Zürich hatte letztes Wochende = Ferien, rekordhohes Passagieraufkommen. Die Kehrseite der Medaille sind die Flieger, welche x tausende Tonnen von CO2 und Stickoxide direkt in die Atmosphäre bringen. Allein ZH hat zu seinen Spitzenjahren gegen 320'000 Flugbewegungen/Jahr, 877 pro Tag. Mehr als S-Bahnen in Zürich.
Wie könnte man dieses vorallem westliche Zivilisations-Problem angehen ?


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