Smartvote ist eine praktische und sinnvolle Wahlhilfe: Aufgrund von Fragen zu diversen Themenbereichen kann jedermann die Übereinstimmung zu den Kandidierenden in seinem Kanton ermitteln. Grundsätzlich fragwürdig ist aber das daran angehängte Politschema 'Smartmap', welches die politische Landschaft stark vereinfacht in konservativ-liberal und links-rechts unterteilt. Unzutreffend ist die Gegenüberstellung von "konservativ" und "liberal". Der Gegenpol von "konservativ" (bewahrend, vergangenheitsbezogen) ist nach meinem Verständnis "progressiv" (fortschrittlich, zukunftsorientiert). Der Gegenpol zu "liberal", welche die Freiheit der Einzelpersonen meint, ist "sozial", was soviel bedeutet, wie der Gemeinschaft verpflichtet. Liberale Ansichten sind nicht zwingend "progressiv", so wenig wie soziale Bestrebungen mit "konservativ" gleichzusetzen sind. Dazu nur ein Beispiel: Wer Umweltanliegen als "konservativ" qualifiziert oder gar als politisch „links" einstuft, negiert, dass fortschrittliche Unternehmen in der Berücksichtigung von grünen Anliegen eine grosse Chance für technischen Fortschritt und die Sicherung von Arbeitsplätzen sehen. Den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern ist daher zu empfehlen, ihre Antworten direkt mit jenen der Kandidierenden zu vergleichen. Zudem sollten die Betreiber von Smartvote möglichst bald einmal ihr Gedankenschema überprüfen. Dieses ist so wissenschaftlich problematisch und politisch irreführend.
Smartvote - irreführendes Politschema
Gewinne privatisieren, Verluste verstaatlichen (Bankenrettung...), das sind die neo-liberalen Ansichten von FDP/SVP. Wenn die Freisinnigen endlich wieder mehr gesellschaftliche Verantwortung übernehmen würden, wie das ihre Gründerväter taten, wären wir nicht in der heutigen Situation. Leider bleibt uns nichts anderes übrig als gerade in der Finanzwirtschaft mit einschneidenden Massnahmen, die geldgierigen Übertreibungen zu bändigen.
Sehr geehrter Herr Schmid
Sie haben die Neo-Liberalen Konzepte nicht verstanden, wie wollen Sie also urteilen können? Als ob wir in einer Neo-Liberalen Welt leben würden. Darin hätte es zum Beispiel keine Bankenrettung gegeben und ein abgewiesener Hypothekenschuldner hätte seine Bank nicht verklagen können, weil er von der Bank kein Geld bekommt. Was der US-Staat ermöglichte und danach zu einem exzessiven Anstieg von Hypothekenschulden in den USA führte.
Im Übrigen mussten die Schweizer Banken von 1992 bis 1995 44 Milliarden Schweizer Franken abschreiben. Eine Summe, die im Verhältnis noch grösser war, als was uns die Finanzkrise 2007 kostete.
Wie Sie richtig erkennen: Schuldige suchen ist halt immer einfacher als eigene Lösungsvorschläge bringen.
Herr Safado, die aktuelle Krise hat sehr viel mit dem neo-liberalen Wachstumsdenken zu tun: Jeder will immer mehr für sich selber. Eine Ansicht, die sicher nicht von den Grünen vertreten wird. Aber Schuldige suchen ist halt immer einfacher als eigene Lösungsvorschläge bringen.
".............................und die Sicherung von Arbeitsplätzen sehen."
Das Gegenteil ist der Fall. Die ersten Entlassungen wegen der grünen Politik wurden bereits ausgesprochen und "grüne Arbeitsplätze" sind noch lange nicht in Sicht.
Haben Sie das Gefühl und die, die mit Ihnen reden. Gleichgesinnte sind oft einer Meinung. Liegt in der Natur der Sache.
Nein, gerade bei der FDP habe ich das Gefühl, dass ihre Protagonisten nur kurzfristig vorausschauen und zu einseitig das sachlich Notwendige für das eigene Wohl tun, sprich die eigenen Taschen füllen. In meinen Gesprächen mit den Leuten auf der Strasse stelle ich fest, dass immer weniger Verständnis für solches wirtschaften besteht.
...eine Politik, die vorausschauend das sachlich Notwendige möglich macht.
Das beansprucht wohl jede Partei für sich.
Gegen mehr Bürokratie sind wohl alle. Gerade die FDP, die immer noch sehr gut in den meisten Exekutiven vertreten ist, sollte eigentlich selber in der Lage sein, gegen diese Misere vorzugehen, wenn sie denn will. Leider erlebe ich in Frauenfeld mit FDP Stadtammann etwas anderes: Wenn es beispielsweise um die Förderung von erneuerbaren Energien geht oder das Recht von Parteien, Veranstaltungen auf öffentlichem Grund zu organisieren, werden absichtlich (?) bürokratische Hürden aufgebaut.
Ihre wissenschaftlichen Definitionen in Ehren, ich verstehe unter progressiv eine Politik, die vorausschauend das sachlich Notwendige möglich macht. Dafür braucht's kein Links-Rechts Schema.
Wie hiess es, als die Linksliberalen sich in Deutschland von der FDP trennten, jetzt sei der intellektuell interessantere Teil weg. Mit Ihnen könnte eine gute Diskussion entstehen. Unterstellen Sie den Wirtschaftsliberalen aber eine "feindliche" Gesinnung, wird es schwierig.
Wir von der FDP sind nicht gegen den Staat. Wir finden nur, dass er heute zu viele Aufgaben übernimmt und in zu vielen Dingen des Privaten reinredet. Dazu sehen wir auch nicht den Staat als Feind an, sondern eher die überbordende Bürokratie. Ein kleines Monster, das geschickt die Linke gegen die Rechte ausspielt und Aufträge an beide verteilt, damit die Bürokratie ihre Macht mehrt.
Wenn Sie von progressiv reden, meinen Sie den US geprägten Progressivismus?
Der Progressivismus unterscheidet sich von Teilen der europäischen Sozialdemokratie und vom demokratischen Sozialismus vor allem durch die typisch amerikanische Betonung des Individuums, seiner Freiheitsrechte und dem grundsätzlichen Bekenntnis zum Markt.
Sehr geehrter Herr Niklaus
Es geht mir um den Unterschied zwischen progressiv und liberal. Was die FDP heute als ihre liberale Wirtschaftspolitik verkauft, besteht etwas überspitzt aus der ewig alten, konservativen Parole 'Wachstum und Reichtum für den einzelnen über alles, der Staat ist des Teufels'. Ich möchte aber eine progressive Wirtschaftspolitik, wo die Menschen im Zentrum stehen. Leistung soll belohnt werden, aber wer viel leistet sollte sich auch der Verantwortung gegenüber der Gesellschaft bewusst sein, und nicht immer mehr für sich beanspruchen.
Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu - aber: Wie sollen den sonst auf einfache Art und Weise die politischen Differenzen aufgezeigt werden?
Ich finde die angewandte Methodik durchaus massentauglich. Und für den Bürger ist es so durchaus möglich zu ergründen, welche Partei seine Interessen am Besten wahrnimmt.
Sehr geehrter Herr Schmid
Scheint mir aber durchaus zu stimmen. Ein Vergleich zwischen unseren Smartspidern zeigt, dass Sie für viel mehr Regulierung in der Wirtschaft sind. Damit haben Sie eine wenig liberale Einstellung gegenüber der Wirtschaft. Im Umweltschutz rufen Sie nach Smartvote nach Regeln und dem Staat. Sie haben auch hier eine wenig liberale Einstellung gegenüber der Wirtschaft.
Selbstverständlich hoffen auch Sie auf innovative Firmen, die Greentec machen. Im Gegensatz zu einem Liberalen wollen Sie aber nicht die Konsumenten und Firmen entscheiden lassen, sondern möchten das Vorgehen staatlich verordnen.
Es darf sich halt nicht jeder liberal nennen, der es gerne sein möchte ;-)
Durch Ihre Empfehlung gewinnt der Beitrag mehr Gewicht und wird prominenter angezeigt.
