Exitenz sichernde Grundeinkommen für alle Arbeitenden

Eine Wirtschaftskrise wird schon wieder herbei geredet. Die Arbeitgeber sind natürlich darum besorgt, die Löhne möglichst niederig zu halten.
Wollen wir aber wirklich deutsche Verhältnisse? Ich beobachte vermehrt, dass in D gewisse Geschäfte nur noch offen haben, weil sie ihre Angestellten auf 400€ Basis entschädigen. Das heisst, diese angestellten können von ihrem Einkommen nie und nimmer leben, liegen also der Allgemeinheit auf der Tasche. Von Aussen betrachtet ist das eine Subvention dieses Geschäftes - das kann es m.E. langfristig einfach nicht sein.
Ich postuliere ein Mindest-Grundeinkommen für Vollzeit-Angestellte, die es diesen Personen erlaubt, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Nur so ist auch eine wirtschaftliche Gleichbehandlung gegeben - diejenigen Geschäfte und Firmen überleben, welche auch unter Bezahlung von Mindestlöhnen noch einen Gewinn erwirtschaften - ein völlig normaler Vorgang. Langfristig bringen Ideen wie die 400€-Jobs gar nichts - sie verunmöglichen den Arbeitnehmern jedoch einen Einstieg in "normal" bezahlte Jobs. Soweit möchte ich es in der Schweiz nicht kommen lassen. Daher bin ich für Mindestlöhne in allen Branchen. Auch wenn dann das Endprodukt und/oder die Dienstleistung etwas teurer wird.

23. August 2011
12 Kommentare

Kommentar von David Herzog im Kontext:

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David Herzog
26. August 2011

@Martin Frey: Es wird doch schon heute jeder Arbeitsunwillige von der Gesamtheit getragen. Er muss einfach eine Arbeitsunfähigkeit vorgaukeln.
Wer nicht wirklich blind herumläuft, sieht, welche negativen Folgen Arbeitszwang und Bedürftigkeitsnachweis haben: Die Leute arbeiten aus Angst vor Jobverlust völlig demotiviert an ungeeigneten Orten, werden schamlos ausgenutzt, und wenn sie nicht arbeiten können, verlieren sie jegliche Menschenwürde und Freiheit.
Mit einem hohen Mindestlohn werden es noch mehr Menschen sein, die in die Arbeitslosigkeit bzw. den sinnlosen «zweiten Arbeitsmarkt» abgeschoben werden.
So etwas kann ich nicht akzeptieren.

Dass Menschen ihren Lebenssinn darin finden würden, jahrelang in der Hängematte rumzuhängen, glaube ich nicht. Jeder Mensch will etwas Sinnvolles tun. Aber er will nicht gezwungen werden.

Und falls es tatsächlich ein paar völlig Abgelöschte gibt, ist Durchfüttern immer noch billiger als das heutige bürokratische System.


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