Eine Wirtschaftskrise wird schon wieder herbei geredet. Die Arbeitgeber sind natürlich darum besorgt, die Löhne möglichst niederig zu halten.
Wollen wir aber wirklich deutsche Verhältnisse? Ich beobachte vermehrt, dass in D gewisse Geschäfte nur noch offen haben, weil sie ihre Angestellten auf 400€ Basis entschädigen. Das heisst, diese angestellten können von ihrem Einkommen nie und nimmer leben, liegen also der Allgemeinheit auf der Tasche. Von Aussen betrachtet ist das eine Subvention dieses Geschäftes - das kann es m.E. langfristig einfach nicht sein.
Ich postuliere ein Mindest-Grundeinkommen für Vollzeit-Angestellte, die es diesen Personen erlaubt, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Nur so ist auch eine wirtschaftliche Gleichbehandlung gegeben - diejenigen Geschäfte und Firmen überleben, welche auch unter Bezahlung von Mindestlöhnen noch einen Gewinn erwirtschaften - ein völlig normaler Vorgang. Langfristig bringen Ideen wie die 400€-Jobs gar nichts - sie verunmöglichen den Arbeitnehmern jedoch einen Einstieg in "normal" bezahlte Jobs. Soweit möchte ich es in der Schweiz nicht kommen lassen. Daher bin ich für Mindestlöhne in allen Branchen. Auch wenn dann das Endprodukt und/oder die Dienstleistung etwas teurer wird.
Exitenz sichernde Grundeinkommen für alle Arbeitenden
Kommentar von David Herzog im Kontext:
» zur normalen Ansicht wechselnUnter «Grundeinkommen» versteht man etwas anderes als Mindestlohn.
Der Mindestlohn hat viele Probleme: Für eine 6-köpfige Familie reicht er unter Umständen immer noch nicht, wogegen ein Alleinstehender problemlos auch für weniger arbeitet und dies auch gerne tun, ohne sich ausgenutzt zu fühlen. Daher wird es nach der Einführung eines Mindestlohnes ganz viele «Scheinpraktikanten» und «Scheinselbstständige» geben, die den Mindestlohn zu umgehen versuchen. Um dies zu verhindern, braucht es dann eine Kontrolleurs-Bürokratie. Ausserdem werden Arbeitsplätze vernichtet, weil sich gewisse Tätigkeiten dann nicht mehr lohnen oder sie besser ins Ausland verlagert werden.
Darum bin ich statt einem Mindestlohn für ein bedingungsloses Grundeinkommen, das unabhängig von Erwerbsarbeit jeder einzelnen Person ausbezahlt wird – ohne all die nagativen Effekte eines Mindestlohnes.
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