Versagen der Inhaltsanbieter ist nicht das Problem der Internetnutzer

Hans-Jürg Fehr von der SP fordert eine Internet-Inhaltssteuer.
http://www.hj-fehr.ch/fileadmin/pdfs/reden/1004_vortrag_unizh.pdf

Bezahlen müsste die Inhalt-Steuer nicht der User als Endverbraucher, sondern Provider wie die Swisscom als Grosshändler. Erfolgreiche Plattformen wie Google werden oft und viel besucht. Sie verursachen Internet-Verkehr und müssten den Providern eine Steuer bezahlen. Mit diesem Geld wird dann ein internetbasiertes publizistisches Service public-Angebot in der Schweiz finanziert. Letztlich könnte damit jener Qualitätsjournalismus abgegolten werden, der von
den Zeitungsverlegern gratis ins Netz gestellt wird. So die Meinung von Fehr.

Aber wie weit denkt unser lieber Nationalrat? Wikipedia als erfolgreiche Plattform soll eine Steuer bezahlen oder wird diese ausgenommen? Und wenn man bei Google abkassieren will, hat man womöglich in der Schweiz noch eine Adresse, bei rtl.de wird es schon schwieriger, bei skype knifflig und bei kino.to beissen sich die Steuervögte ihre Zähne aus.

Und dann die Verteilung. Qualitätsjournalismus abgegolten...weil Google abkassiert...

Wenn der Tages-Anzeiger, Ringier & Co. zu wenig clever sind, mit online Inhalten genug zu verdienen, soll eine weitere Giesskanne hingestellt werden? Lasst diese Leute lieber von Spiegel.de & Co. lernen. Dort verdient man mit Onlinejournalismus längst Geld. Zumal in der Schweiz unsere Verlage eh nicht jammern dürfen. In keinem Land ist der Anteil an den Printeinnahmen so hoch, wie in der Schweiz. Dies hat mit einer schon fast monopolartigen Verteidigungsstrategie der Verleger und Vermarkter zu tun.

Nein Herr Fehr, da müssen Sie nochmals gründlich über den Sachverhalt nachdenken.

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