Wollen wir diese Transparenz?

Als die Managerlöhne ins Visir kamen, war vom ersten Moment an klar, je tansparenter die Löhne im Top-Management sind, desto höher werden sie steigen. Dies machten die USA in den 90er vor und die Schweiz machte es knapp 20 Jahre später nach.

Vasella will nicht weniger verdienen als Ospel und die Basler Versicherung will keinen günstigeren CEO als die Zurich. Rein menschliche Reaktion - aber unerwünschter Effekt der Transparenz (ausser man freut sich, dass man sich noch mehr nerven kann).

Genau gleich ist es mit der aktuellen Forderung nach Politiker-Transparenz. Bevor wir lauthals fordern, sollten wir uns auch die möglichen Nevativauswirkungen ins Auge fassen. Ich stelle mir folgende Diskussionen vor:

Du Hans, hast du gesehen, die Spitäler haben jetzt 7 Ständeräte im Sack und geben 2.1 Millionen aus. Wir sollten dringend unser Budget auf 4.5 Millionen erhöhen, damit wir unseren Vorsprung halten.

Jasmin, du bist jetzt neu im Nationarat. Wie du siehst, fehlt der Tabakindustrie zwei Parlamentarier. Wenn du dich ranhängst, könntest du das Mandat abholen. Die Adresse kennst du ja.

Gerhard, ich bin jetzt 15 Jahre deine Frau und es ist Zeit, dass wir auch einmal profitieren. Dass der Heinz mehr verdient als du, dass kann ja nicht sein...

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