Sterbehilfe zulassen ist Staatskriminalität, wenn gleichzeitig der BAG-Giftschrank verschlossen bleibt. Es gilt mehrere Türen offen zu halten!

Ich erlaube mir, es mir einfach zu machen und aus meinen zum Thema schon auf der NZZ Online verfassten Kommentare zu zitieren:

Kommentar zum Artikel "Mehr Sorgfaltspflichten oder Verbot organisierter Sterbehilfe" (http://www.nzz.ch/_1.3938301.html):

Wo sich staatlicher Kontrolle entziehende Sterbehilfe frei ausbreitet, besteht ganz grundsätzlich die Gefahr des Missbrauchs.
Es geht kaum darum, Härtefälle, deren Leiden mit keinem Mittel mehr zu lindern und nur noch unerträglich ist, zum Leben zu zwingen. Es MUSS aber darum gehen, Missbrauch auszuschliessen. Um Morde, die quasi durch die Hintertür Sterbehilfe "geschmuggelt" werden, zu verhindern, braucht es greifende Kontrollmechanismen - und Unterwefung unter diese.
Persönlich würde ich bei terminaler Diagnose mit unerträglichem Leiden auf der Suche nach Linderung des Leidens zwecks Lebensverlängerung zuerst den ganzen BAG-Giftschrank durchzuexerzieren vorziehen, ggf. 24/7 Diamorphin per inf. oder gar Delysid, evtl. neue, experimentelle Mixturen; Delysid soll übrigens Aldous Huxleys Krebs-Tod von Schmerzen befreit haben:

Sterbehilfe ermöglichen und gleichzeitig den Giftschrank verschlossen halten ist Staatskriminalität. Es gilt mehrere Türen offen zu halten.

Kommentar zum Artikel "Therapien mit LSD" (http://www.nzz.ch/_1.6422427.html):

Hut ab vor dieser engagierten Ärztin. Die Ärztin hat ihre Überzeugung über das Gesetz gestellt. Der Staatsanwalt, dessen vorgesetzte Oberstaatsanwaltschaft vom Bundesgericht neulich wegen der Abmachung mit Exit zur Sterbehilfe gerügt wurde, erachtete ihr Verschulden als erheblich. Dies zeigt die Konflikte auf, die entstehen, wenn Bereiche der Gesellschaft, die Fachwissen erfordern, von Allerweltspolitikern gesetzlich reguliert werden.
Professor Giger sprach in seinem Kommentar am 28.6. in der NZZonline von der Beerdingung des Rechtsstaats durch ökonomisch-politische Willkür (cf. http://www.nzz.ch/_1.6281173.html). Und für diese progressive Ärztin wieder gilt das Gesetz gnadenlos.
Solche Fälle sind ausschliesslich durch eine Ärztekammer zu beurteilen. Der Einsatz psychointegrativer Substanzen ist eine therapeutische Frage, keine juristische. Alles andere erinnert an "den Planeten der Affen".

Fazit:
Palliativpflege, palliative Sterbebegleitung, pharmakologische Sterbebegleitung (einschliesslich Pentobarbital zur Beschleunigung des Sterbeprozesses) sind alle ausschliesslich durch erstens die Betroffenen zu beurteilen und zu entscheiden und zweitens duch die beteiligten sozialen, seelsorgerischen, psychologischen, pflegerischen und medizinischen Fachpersonen. Die Gestaltung der Palliativpflege einschliesslich der palliativen und pharmakologischen Sterbebegleitung ist eine ausschliesslich therapeutische Frage (vom Standpunkt ausgehend, dass Palliativpflege und palliativ-pharmakologische Sterbebegleitung im Sinne der Leidenslinderung als therapeutische Leistung gilt), keine juristische. Sie zur juristischen Frage zu erheben, errinnert an "den Planeten der Affen". Einzig die Prävention des Sterbehilfemissbrauchs zu kriminellen Zwecken oder zur Selbstbereicherung ist eine Aufgabe, die im Rahmen der Überwachung, der General- und der Spezialprävention den Beizug juristischer Fachpersonen erfordert. Die Freigabe von pharmazeutischen Substanzen zur paliiativen Sterbebegleitung aber ist und bleibt letztlich Sache der behandelnden Ärzte beziehungsweise des Bundesamts für Gesundheit (BAG) soweit Substanzen erforderlich sind, deren Verwendung einer Spezialbewilligung des Amtes bedürfen.

Man kann aber nicht frei Haus Pentobarbital abgegeben, um Menschen zu töten, und man kann Menschen auch nicht mit Plasticbeuteln dem Erstickungstod zuführen, wenn man gleichzeitig potentiell lebensverlängernde und selbst für in über kurz oder lang terminalem Sterbeprozess liegenden Menschen lebensqualitätssteigernde pharmazeutische Substanzen aus irrationalen, sozial-kulturellen (sogenannt althergebrachten), anscheinend moralischen oder rein politisch-juristischen Gründen rigoros unter Verschluss hält UND auch noch aus denselben Gründen jegliche wissenschaftliche Forschung an und mit diesen Substanzen unterbindet und kriminalisiert. Nicht Forschung und humanes Sterben sind kriminell, ihre Behinderung, wie zur Zeit poliisch und juristisch durchgeboxt, sind in höchstem Masse staatskriminell.
Zur Zeit sind im Westen natürlich die Vereinigten Staaten das federführende Land, was die Forschungstätigkeit in diesem Bereich angeht, siehe zum Beispiel folgenden Bericht: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/article/618213/pilz-halluzinogen-soll-aengste-krebs-lindern.html
Und folgender Buchauszug schliesslich geht direkt auf die Verwendung von Delysid in der Sterbehilfe bei Krebspatienten ein: http://bit.ly/f39v0u (siehe Abschnitt 431).

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