Wer für die Privatisierung der ewl ist, politisiert nicht fortschrittlich. Selbst Grünen können dies übersehen.

Neu ist nicht immer besser. Oft ist dies nur ein PR-Gag.
Erstaunt hat mich schon, dass 2009 bei den Grossstadtratswahlen die glp-KandidatInnen für die Privatisierung der ewl votierten. Dies ist auf smartvote nachzulesen.
Wenn die Politik Energiepolitik betreiben will, so ist eine Privatisierung gerade das Falsche. Als Besitzer (Stadt Luzern) oder Mehrheitsaktionär kann der Kurs der Firma, zum Beispiel "atomfrei" besser bestimmt werden, als wenn der kanibalisierende Markt sich nach dem billigsten Angebot ausrichtet.
Wer nur die Ideologie "liberal" im Fokus hat, vergibt eben Chancen. Die ewl ist für die Stadt heute ein Segen. Sie hat einen kleineren AKW-Stromanteil als die ckw und dennoch ist ihr Strom billiger. Sie liefert der Stadt jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag ab. Sie liefert Dienstleistungen der Stadt und muss neu nicht mehr die Mehrwertsteuer verrechnen. Auch dies ist eine Einsparung von 8%. Und die Stadt kann mit einem Stadtrat im Verwaltungsrat die Energieleitlinien mitbestimmen. Diese Interessenwahrnehmung ist zwar abhängig von der Politik, aber diesbezüglich müssten wir politisieren. Die Jungen Grünen haben eine Initiative eingereicht, mit dem Titel "Weg vom Atomstrom". Damit könnten wir dem Stadtrat einen verbindlichen Auftrag geben. Mit der ewl ist dies einfacher, als wenn wir bei der ckw anklopfen müssen.

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