Falls wir KonsumentInnen weiterhin ein breites Buchhandlungsnetz wünschen, brauchen wir die Buchpreisbindung, ansonsten begnügen wir uns mit dem Interneteinkauf

Vieles spricht für die Buchpreisbindung, die übrigens in allen Nachbarsländern und den meisten weiteren europäischen Ländern
bestens funktioniert und in der Schweiz erst vor 4 Jahren abgeschafft wurde. Durch die Tatsache, dass es allein im deutschsprachigen Raum jedes Jahr ca. 80'000 Neuerscheinungen gibt, sorgt für grossen Konkurrenzdruck. und zwingt die Verlage zu
fairen Preisen. Der Konsument hat jede Menge Auswahl an Büchern zu den meisten Themen und so entsteht automatisch eine Konkurrenzsituation unter den Verlagen, die die Ladenpreise festsetzen. Ohne festen Ladenpreis wird ein Grossteil der Buchhandlung in den nächsten 10 Jahren verschwinden, weil sie nicht mit den Lockvogelrabatten im Internet mithalten können.
Wollen wir, um ein paar Franken im Jahr zu sparen, das wirklich riskieren? Sehr enttäuschend und auch demaskierend finde ich die Haltung vor allem der Grünliberalen. Gibt es für sie wirklich keine wichtigeren Wahlkampfthemen, dass sie mit dem Referendum gegen die Buchpreisbindung drohen?
Noch ein Satz zu den höheren Buchpreisen in der Schweiz . Wir
SchweizerInnen zahlen für beinahe alle Konsumartikel bis zu 50 % mehr, als z.B. die Deutschen. Wenn man aber dann Lohn- und Lebensstandardvergleiche zwischen der Schweiz und Deutschland
macht, sind leicht erhöhte Preise sehr verständlich.
Beim festen Buchpreis sorgt der Preisüberwacher dafür, dass es
keine Missbräuche gibt. Und die Erhöhungen sind weit moderater, als in vielen anderen Branchen (Mode, Auto, Medikamente etc.)!

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