Föderalismus in der Schweiz: Administration im Mikrobereich.

Es macht durchaus Sinn Kantone als Bund von Gemeinden mit der selben geografischen Lage und, falls möglich, selben Kultur zu haben, um regionale Interessen vertreten zu können. Ich vergleiche aber die Zusammenarbeit von Bund - Kanton - Gemeinde immer wieder gerne mit dem militärischen Dienstweg und beziehe mich dabei hauptsächlich die Zuverlässigkeit und Umständlichkeit dieses Konstruktes. Meiner Meinung nach ist hier sehr viel Optimierungspotenzial vorhanden.

Gemeindefusionen stehen in der Schweiz gerade vielerorts zur Debatte. Prinzipiell eine gute Sache. Schliesslich schmälert man damit den administrativen Aufwand. Es gibt in meinen Augen keinen Grund, "paranoider Nachbarhass" auf den Grenzkanton ausgenommen, das selbe Prinzip auch mit der nächst höheren Ebene, den Kantonen, zu versuchen. Gerade Kleinkantone und Halbkantone bieten sich für dieses Verfahren an.

Nebenbei erwähnt, wäre es nie mein Ziel die Schweiz in einige wenige Distrikte einzuteilen, obwohl ich auch schon darüber in politischen Gesprächen diskutiert habe. Es braucht schliesslich einen Konsens zwischen der Annahme und Bearbeitung von lokalen Bedürfnissen und Effektivität der Administration (Die Effektivität der einzelnen Behördenstellen lasse ich hier aussen vor).

Das Problem liegt, wie so oft, im Wandel und dem damit einhergehende Change Management. Es braucht neben der Motivation zur Umsetzung auch zeitliche und wohl auch finanzielle Ressourcen, um ein solches Projekt in Angriff zu nehmen. Dafür dürfte der ROI (Spekulation, ich habe leider keine Zahlen) durch den geringeren administrativen Aufwand mittelfristig positiv sein.

Ich persönlich zweifle am Willen der Bevölkerung. "Konservativ sein"(keinesfalls negativ gemeint) ist zur Zeit wieder in Mode und die Idee der Kantonszusammenlegung dürfte schon an der fehlenden Freude der Schweizer Bürger am Wandel scheitern.

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