Staatskunde ist wesentlich für unsere Demokratie. In welcher Form sie erfolgt, ist eine andere Frage. Lektionen streichen ist sicher nicht hilfreich.

Die SchülerInnen sind interessiert, wollen wissen und haben viele Fragen.
Sie wollen bspw. verstehen, warum über eine Ausschaffungsinitiative abgestimmt wird, was in Japan passiert mit welchen (politischen) Folgen für die Schweeiz etc. sowie welche Argumente was bedeuten. Indem sie im Unterricht - egal welchen Fachs, aber ganz klar im Anspruch, die Schule habe ihnen das zu erklären - Fragen stellen und gleich über die Erklärung diskutieren, bilden sie sich eine eigene Meinung. Als Nebeneffekt lernen sie auch gleich, sachlich zu diskutieren und verschiedene Meinungen zu akzeptieren.

Im normalen Unterricht möchte (und muss) man den Stoff des Faches vermitteln. Dabei bleibt eigentlich keine Zeit für Exkurse. Dabei wäre genau das Fach Staatskunde hilfreich, in welchem man dann Zeit hätte, diese Dinge zu behandeln.

Bereits die Eingliederung in das Fach Geschichte ist falsch. Natürlich ist die Geschichte eine wichtige Grundlage für das Verstehen eines demokratischen Staates. Grundlage ist die Geschichte aber noch für vieles mehr... Viele Lehrpersonen lassen die Staatskunde gerne ganz weg (Sekundar I) und versuchen, wenigstens von der Geschichte ein Ganzes zu vermitteln.

Neuerdings streicht man die Staatskunde auch in den Berufsschulen. Gerade da sind die Jugendlichen in dem Alter, wo sie sich vermehrt mit der Gesellschaft und dem Staat, in welchem sie leben, beschäftigen. Dass nicht einmal da offziell Hilfestellungen geleistet werden dürfen, ist eine Schande. Aus den Medien werden sie auf jeden Fall nicht schlau, wie das Politsystem funktioniert, und auf facebook schon gar nicht.

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