Bevor wir von 3.0 reden, sollten wir vielleicht zuerst 2.o verstehen.

Es scheint, dass wir uns damit abgefunden haben, dass sich 2.5 Mio. SchweizerInnen auf Facebook tummeln. Wir geben uns der Illusion hin, dass dort ein (qualitativer) Dialog stattfindet, der insgesamt einen Beitrag für unser Zusammenleben innerhalb der Schweizergrenzen liefert. Ich bezweifle das und halte diese Haltung für eine gefährliche Illusion. Wir sollten stattdessen eine gemeinsame Sicht auf die Thematik Social Media, E-Partizipation und Transparenz entwickeln, um daraus eine Strategie abzuleiten, um die Aufmerksamkeit der SchweizerInnen für relevante Beziehungen untereinander für einen relevanten Austausch gewinnen zu können. Längerfristig sollten wir uns von einer "Partymenalität" verabschieden, die nur auf Oberflächlichkeit beruht und es unmöglich macht tiefer wurzelnde Gestaltungsfreiheiten zu schaffen.
Eine liberale Gesellschaft aber ist darauf angewiesen, dass sie als Ganzes das Leben gestalten will. Alles andere fördert nur die Empfänglichkeit für Populismus. Populismus selber ist ein Signal für den Gesundheitszustand einer Gesellschaft. Je mehr eine Gesellschaft aufgewühlt werden kann, desto bedenklicher wird die Diagnose über ihren Zustand ausfallen müssen.
Dumme Sprüche sind vielleicht lustig und es macht Spass, wenn sich andere darüber ärgern. Schlussendlich zersetzen sie den Kitt, der alles zusammen hält.

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