Massnahmen gegen Kriminalität müssen auf der sozialen Ebene ansetzen.

Wer mehr Repression und hartes Durchgreifen verlangt, betreibt eine reine Symptombekämpfung. Die Ursache von Kriminalität liegt tiefer, auf der sozialen Ebene.

Mehr Polizeikontrollen an Orten mit erhöhtem Konfliktpotential kann höchstens eine kurzfristige Sofortmassnahme sein, die durch nachhaltige Massnahmen abgelöst werden muss.

Die langfristig wirksamsten Methoden zur Bekämpfung von Kriminalität sind:

  1. Schule und Bildung stärken. Kinder müssen eine sichere Zukunftsperspektive haben. Sie brauchen Aussicht auf eine gute Lehrstelle und einen passenden Beruf. Kinder ohne Zukunft sind ein grosser Schaden für unsere Gesellschaft, nicht nur im Hinblick auf Kriminalität und Suchtverhalten, sondern auch im Hinblick auf soziale Folgekosten (Arbeitslosigkeit, Fürsorge). Es sollen in Schulen zur Konfliktprävention und als Hilfe für Kinder in Schwierigkeiten vermehrt Schulsozialarbeiter zur Verfügung gestellt werden. Ausserdem muss der Schulpsychologische Dienst enger einbezogen werden.
  2. Erziehung stärken, Eltern einbeziehen. Man kann nicht die Erziehung auf die Schulen abwälzen. Die Eltern müssen Verantwortung für ihre Kinder übernehmen, und auch vermehrt für die Taten ihrer Kinder gerade stehen. Dies soll auf zwei Arten geschehen. Zum Einen soll den Eltern von Kleinkindern früh Hilfe zur Seite gestellt werden. Gerade bei Familien aus schwierigen Verhältnissen oder bei Familien mit Migrationshintergrund sollen den Eltern verstärkt Fördermassnahmen beliebt gemacht werden. Fremdsprachigen Kinder sollen früh und nachdrücklich Kinderhorte und andere Gelegenheiten angeboten werden, wo sie die Sprache lernen, sowie spielerisch gefordert werden. Zum Andern sollen die Eltern direkt mit zur Verantwortung gezogen werden, wenn Kinder Schäden anrichten oder Schlägereien anzetteln. So sollen Eltern z.B. in die Schule zitiert werden, um gemeinsam mit Lehrer, Schulleitung und Kind nach Konfliktlösungen zu suchen, die sie dann auch mittragen müssen.
  3. Chancengleichheit stärken. Obige Massnahmen unter 2. dienen auch der Verbesserung der Chancen von Kindern aus unterprivilegierten Familien. Jedes Kind verdient eine optimale Förderung seiner Fähigkeiten, unabhängig von Herkunft und unabhängig vom Portemonnaie der Eltern.

Gerade im Hinblick auf die Schulqualität, wie auch in Bezug auf Frühförderung und Chancengleichheit gibt es in Winterthur noch viel Verbesserungspotential. Aktuell sind diesbezüglich drei parlamentarische Vorstösse hängig, die ich eingereicht, respektive miteingereicht habe (GGR Nr. 2011-013 «Postulat betr. Gymnasiumsaufnahmeprüfungsvorbereitung» von der Piratenpartei, GGR Nr. 2011-014 «Postulat betr. mehr Chancengerechtigkeit im Bildungsbereich» von der SP, GGR Nr. 2011-022 «Budget-Motion betr. Kapazitäten der Integrativen Förderung für leistungsfähige Schülerinnen und Schüler» von der FDP, http://stadt.winterthur.ch/stadt-politik/grosser-gemeinderat/geschaefte-des-grossen-gemeinderates-weisungen/).

Momentan bin ich in der Abklärung für weitere Massnahmen zur Integrationsförderung von Migranten, speziell im Hinblick auf deren Kinder, die (je nach Herkunft) in der Schule oft unterdurchschnittlich abschneiden.

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