Wir müssen unsere Energieversorgung fit trimmen - mehr Elektrombilität, mehr Wärmepumpen, mehr Strom aus Treib- und Brennstoffen reduzieren unsere CO2 Emissionen

Unsere Energieversorgung muss fit getrimmt werden. Wenn auch die dramatischen Eriginisse in Japan die Aufmerksamkeit auf die Kernkraft und ihre Risiken richten, müssen wir die Situation in ihrer Gesamtheit ansehen. Energie ist nicht gleich Strom, unser Hauptenergieverbrauch ist nicht Strom sondern Heizung und Transport. 80% unseres Energieverbrauchs ist nicht erneuerbar, knapp 10% ist nuklearen Ursprungs, doch der Löwenanteil von etwa 70% sind fossile Treib- und Brennstoffe.
Bei Antriebsmotoren nutzen wir nur 20-40% der enthaltenen Kraft, während die restlichen 60 bis 80% das Klima wärmen. Und bei den Öl- und Gasfeuerungen produzieren wir keinen Antrieb, sondern verheizen dort im wahrsten Sinne des Wortes die gesamte Energie. Schlimmer sind bloss noch die klassischen Elektroheizungen, welche 100% Antriebskraft in reine Wärme degradieren.
Dieser verschwendungssüchtige Umgang mit Energie bietet uns jedoch auch eine immense Gelegenheit: Der Speck muss weg, wir müssen unsere Energieversorgung fit trimmen. Die Möglichkeiten dazu sind grösstenteils schon da, teils in produktnahen Entwicklungsstadien. Im Wärmebereich produziert eine Wärmepumpe aus einer Einheit Kraft 3 bis 4 Einheiten Wärme, die der Umwelt entzogen wird. Die Leistungen der solar- und mit Wind produzierten Energie steigen, die Kosten sinken. Die Wasserkraft schliesslich dient uns als Grundversorgung und Spitzenabdeckung zugleich, und ermöglicht es uns erst, die erneuerbaren Energien breit einzusetzten.
Doch wie können wir die hohe Energienachfrage im Winter abdecken? Nebst dem weiteren Absenken des Energieverbrauchs bei Gebäuden durch Sanierungen können wir den Restwärmebedarf mit Kraft-Wärme-Kopplung decken. Klassische Verbrennungsmotoren stehen seit Jahren zur Verfügung, und hocheffizeinte Brennstoffzellen bestehen derzeit Feldtests. Der gewonnene Strom kann einerseits zur Gewinnung von Umweltwärme durch Wärmepumpen verwendet werden, andererseits für das Aufladen von Elektro- und Hybrid-Autos. In grosser Zahl ermöglichen ihre Batterien das Ausgleichen der Produktionsschwankungen von Wind und Sonne. Sie werden hauptsächlich in der Nacht geladen und können gar das Netz in Spitzenzeiten stützen, während die grossen Stauseen uns eine saisonale Speicherung erlauben. Der bei Heizung und Transport gesparte Treib- und Brennstoff liefert uns die Energie für effiziente Kraft-Wärme-Kopplung. Vereinzelt machen auch Gas-Kombi-Kraftwerke Sinn, insofern ein Anschluss an ein Fernwärmenetz eine Nutzung der Restwärme erlaubt. Gesteuert über Smartgrid gennante intelligente Stromnetzwerke, wird die Schweiz die Energieversorgung nächster Generation erhalten. Die Konsumenten von Strom werden mit ihren Kleinanlagen zugleich Produzenten sein. Muskeln statt Fett, Kraft statt bloss Wärme, nutzen wir unsere fossilen Rohstoffe effizient, damit wir den Marathon zur erneuerbaren Versorgung bis ans Ziel durchhalten.

Diese Debatte ist nicht geeignet für klassische Schwarz-Weiss Politik, die vielen Grautöne müssen wir genau ansehen, um einen gangbaren Weg zu finden.

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