Habe wir uns, habe ich mich geirrt? Die Ereignisse in Japan haben das Unwahrscheinliche zur Realität werden lassen. Vielleicht waren alle doch etwas zu naiv.

Ich war nie ein grosser Befürworter der Atomenergie, fand sie ein nötiges Übel. Und ich gebe es zu: Sicherheitsbedenken standen bei mir persönlich nicht im Vordergrund, wenn es um AKWs ging. Ich war immer überzeugt, dass diese, zumindest in modernen Industriestaaten wie der Schweiz oder eben Japan, völlig sicher sind. Die grösste Skepsis hatte ich wegen der Endlagerungs-Frage.

Die Ereignisse in Japan führen uns aber auf brutale Weise vor Augen, dass unwahrscheinlich nicht gleichbedeutend mit unmöglich ist, dass immer ein Restrisiko bleibt. Natürlich können wir die Verhältnisse in der Schweiz und Japan nicht ohne weiteres vergleichen, namentlich was die Gefahren angeht. Aber nichts desto Trotz: Es darf jetzt keinesfalls zum Tagesgeschäft zurückgegangen werden, der schnellstmögliche Umstieg auf einen erneuerbaren Energiemix und mehr Energieeffizienz muss unbedingt forciert werden. Dies ist unsere moralische Pflicht.

Nun zu überstürztem, panischen Handeln überzugehen, bringt nichts. Aber Schritte müssen geschehen, entschlossener denn je. Und so bringen die aktuellen Geschehnisse uns hoffentlich dazu, einzugestehen und zu lernen, dass wir wohl doch zu naiv waren - gerade auch im Kontext mit den hängigen Gesuchen für neue AKWs in der Schweiz.

Damit es später nicht wieder heisst: "Die ich rief, die Geister, werd’ ich nun nicht los."

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