Wer denkt dadurch würden weniger Abtreibungen gemacht und mehr "glückliche" Kinder geboren, täuscht sich.

Ungewollte Schwangerschaften kommen vor und sind - genau wie die Entscheidung zu einer Abtreibung - eine grosse Belastung für die Frau. Kaum eine Frau entscheidet sich leichtsinnig zu diesem Schritt und trägt dieses Ereignis häufig ein Leben lang in Form eines schlechten Gewissens mit sich mit. Reicht das nicht aus resp. ist das nicht schon zu viel? Und kennen Sie einen Mann, dem es auch so geht?

Wer sich für eine Abtreibung entscheidet, tut dies aus einer Notsituation heraus auch wenn das Kind nicht durch eine Vergewaltigung gezeugt wurde! Darum würden Abtreibungen auch gemacht werden, wenn sie nicht mehr von der Grundversicherung bezahlt werden, doch unter schlechteren Bedingungen und unter grösseren Risiken für die Frauen. Ob da Geld zu sparen ist, bezweifle ich!

Eine Annahme der Initiative würde bedeuten, dass sich reiche Frauen eine korrekt durchgeführte Abtreibung und eine entsprechende Nachbetreuung leisten können. Weniger gut Situierte treiben nicht ab (und kommen so in noch grössere finanzielle, psychische Probleme) oder tuen es irgendwie, irgendwo unter miserablen Bedingungen mit häufig schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen, die dann von der Krankenkasse übernommen werden müssen.

Ich bin erstaunt, dass diese Diskussion wieder aufs Tapet kommt, denn hinter den vermeintlichen Sparbemühungen verstecken sich einzig die Abtreibungsgegner, die noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind und sich noch nicht mit ihrer politischen Niederlage von 2002 (Annahme der Fristenlösung durch das Volk mit 72% und Ablehnung der Initiative "Mutter und Kind" 82%) abgefunden haben.

Die Wahl zu haben, das ist doch eine wirkliche Errungenschaft! Niemand, der nicht will muss abtreiben. Gleichzeitig haben diese Leute nicht das Recht über andersdenkende zu bestimmen und ihnen ihren Willen aufzuzwängen.

Umso stossender finde ich diese Debatte, da "potenzsteigernde Mittel" wie Viagra von der Grundversicherung übernommen, die überteuerten Verhütungsmittel aber ausgeschlossen sind.

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