Die Medaille hat zwei Seiten. Im Zweifelsfall für den Erblasser.

Grundsätzlich habe ich den Eindruck, in der Diskussion bei einigen etwas Neid heraus zu spüren. Dabei gibt es für beide Seiten gute Argumente:

Auf der einen Seite haben die Erben nicht selbst das Vermögen erworben. Die Erbschaft ist ein unverdientes Geschenk. Erbschaften schaden der Chancengleichheit. So betrachtet ist eine hohe Erbschaftssteuer gerechtfertigt.

Auf der anderen Seite wurde das Vermögen bereits besteuert. Die Eltern haben hart gearbeitet und möchten selbst bestimmen, wem sie was hinterlassen. Gerade wenn in der Erbmasse nicht nur Bargeld ist, sondern ein Geschäft, das man nicht einfach aufteilen kann, ein Wohnhaus, das noch mit (Familien-) Geschichte und Emotionen verbunden ist, oder Kunstwerke mit zusätzlichem ideelen Wert, oder ein Hof, der nur als ganzes rentabel bewirtschaftet werden kann. Muss man die Erben zwingen, den Besitz zu verschachern, um eine Erbschaftssteuer bezahlen zu können?

Wenn schon eine Erbschaftssteuer, dann braucht es eine Lösung, wie ein Erbe in Naturalien, ein Geschäft, ein Haus, etc. ungeteilt weiter betrieben oder genutzt werden kann, ohne die Erben in Steuerschulden zu treiben.

Falls man eine Erbschaft besteuern will, dann höchstens Barerbschaften und für Beträge über einem grosszügigen Freibetrag von sagen wir 1 Mio. - Und wenn wertvolle Naturalien vererbt werden, sinkt entsprechend der Freibetrag, u.U. bis auf Null. Ähnlich dem glp-Vorschlag mit der Erbschaftslimite unten.

Tendenziell bin ich einer Erbschaftssteuer gegenüber eher skeptisch.

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