Wo bleibt die Eigenverantwortung?

Zwei von drei bisher hier geschriebenen Beiträge haben eigentlich gar nichts mit dem gestellten Thema zu tun sondern sind eher allgemeiner Natur in Bezug auf Konsumentenschutz.

Ich finde es grundsätzlich nicht verwerflich, wenn die MIGROS ihre Sammelaktionen durchführt. Irgendwie muss jedes Unternehmen im hart umkämpften Detailhandel zusehen, dass es seine Position behaupten kann.

Dass nun bei der Nanomania speziell die Kinder die Zielgruppe sind, mag für so manchen verwerflich sein. Wie könne sich die MIGROS mit ihrem hochstehenden Unternehmensleitbild nur so etwas erlauben?

Aber vorsicht: warum soll der MIGROS etwas verboten werden, was andere Unternehmen schon seit Jahren betreiben, ohne dass es die Öffentlichkeit stört. Das sogenannte Kinderfernsehen - egal ob gebührenfinanziertes SF2 oder rein werbefinanzierte Sender wie RTL2 - bombardieren die jüngsten Zuschauer doch täglich mit Unmengen an Verlockungen in Form von speziell für Kinder gestalteter Werbung.
Da mag jeder selber entscheiden, ob dies im Falle des mit öffentlichem Auftrag sendenden SF nicht genauso verwerflich ist.

Freilich, den Fernseher kann man ausschalten und dann ist Ruhe; vorausgesetzt, der Computer bleibt auch abgeschaltet. Aber wer ist so konsequent?
An der Migros dagegen kommt man nur schwer vorbei, vor allem, wenn sie auch noch vor der Haustür steht.

Aber es kann doch nicht sein, ständig nach Verbotsgesetzen zu rufen. Statt Eigenverantwortung zu tragen wird alles nach oben delegiert. Ist das wirklich der Volkswille, alle Entscheidungen des täglichen Lebens von Regierungen, Parlamentariern und Behörden bis ins kleinste vorgekaut zu bekommen?

Wenn dem so ist, warum ist die Schweiz dann nicht schon längst Mitglied der EU?

Und jetzt wieder zurück zur Migros.
Besser wäre doch, die Verantwortlichen dieses Unternehmens in die Pflicht zu nehmen.

Verantwortliche sind in erster Linie die Entscheidungsträger im Unternehmen, im Falle nationaler Aktionen der Migros Genossenschaftsbund in der Limmatstrasse 152 in 8005 Zürich.

Freilich werden ein paar wenige Briefe nichts bringen. Aber nur die Faust im Sack machen bringt erst recht nichts.
Vielleicht müsste man ja ans Gewissen der Eigentümer dieses Unternehmens appellieren.
Tja, und hier schließt sich der Kreis.
Denn Eigentümer der Migros sind doch letzten Endes wir alle!

Dass Kinder sehr hartnäckig sein können im Durchsetzen ihres Willens, kenne ich aus eigener Erfahrung, da ich selber im Verkauf tätig bin. Ich höre leider nur sehr selten von Eltern, dass sie ihre Kinder belehren, dass man mit den Augen schauen soll und nicht mit den Fingern.

Also: ich halte nichts von Verbotsgesetzen in dieser Hinsicht.
Es wäre genauso weltfremd wie die Idee, dass Einkaufengehen mit Kindern doch eigentlich den Tatbestand von Kindsmisshandlung erfüllt. Denn wie oft kommt es vor, dass Kinder bei all den Verlockungen einerseits und der Verweigerungshaltung der Eltern andererseits anfangen, den Laden zusammenzuschreien.

Mich selber stören die Nanos nicht. ich nehme sie halt mit und reiche sie weiter an jemanden, der sie dann an der Fasnacht auf dem Cortége in die Massen werfen wird.

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