Warum benehmen sich einige Städter den Landbewohnern gegenüber jetzt so arrogant und abschätzig?

Wieso denken die linksgerichteten Städter jetzt auf einmal, sie seien der Landbevölkerung moralisch und entwicklungstechnisch überlegen? Wieso will man die Landbevölkerung nun als Rückständig betrachten und Sie als Bremsklotz für die Entwicklung der Schweiz betiteln?

Ich denke, es sind hier sehr viele schlechte Verlierer unterwegs, die genau dieselbe Rhetorik aus dem Wahlkampf weiterführen und jetzt eine tiefe Spaltung zwischen Stadt und Land heraufbeschwören wollen. Denn dies wäre Ihre einzige valable Hoffnung, nach dieser Niederlage und vor den Wahlen, die Städter links zu extremisieren. Eine eindeutige Sache - das Land haben sie verloren - deswegen ist das jetzt das neue Feindbild der Linken.

Dabei ist es an Doppelmoral kaum zu überbieten. Genau diese Leute (vor allem links gesinnte) geniessen auch die grossen Vorzüge der Landschaft.

Oder was denkt Ihr?

-Wird die Artenvielfalt hauptsächlich in der Stadt geschützt?
-Pflanzt der Biobauer sein Gemüse in den Kellern der Stadt an?
-Ist der Höhenwanderweg ein Treppenlaufen in den Hochhäusern?
-Ist das Naherholungsgebiet die Stadtautobahn?
-Wird eure Energie in den städtischen Kraftwerken gewonnen?
-Könntet ihr wirklich sämtliche in der Stadt arbeitendende Bevölkerung beherbergen?
-Könntet ihr die ganzen KMU's in den Städten unterbringen?

Die Liste ist lang.

Und nun kommt die fast komplette städtische Presse daher und "disst" die Landbevölkerung als den "Pathos" verherrlichend, an "Mythen" glaubend und als Bremsklotz der Modernisierung.

Und wieso? Nur weil die Landbevölkerung eure ach so erkenntnisreiche Modernisierung torpediert hat? Die wehrhaften Affen die?

Ihr müsst langsam aufwachen linksgerichtete Leute in der Stadt. Ihr habt euch selber ausgetrickst - offensichtlich haben sich 51% der Bevölkerung keinen Deut um eure "moralischen Anliegen" geschert. Was im Klartext heisst: Diesen 51% war es einfach egal. Sich nun auf diese zu berufen und zu erklären, man hätte sie zuwenig für die "gute Sache" mobilisiert ist Augenwischerei und wieder die alte Propaganda. Diese 51% haben defacto NEIN gestimmt...

Es hätten eh nur alte Männer abgestimmt und so weiter...Frauen hätten Angst vor dem eigenen Mut gehabt und blabla (sie wissen, wir haben das Stimmgeheimnis). Diese Ignoranz ist kaum zu überbieten. Naja - die Rechte wird sich freuen, dass sich die Linke in Ihrem Missionierungswahn in die eigene Tasche lügt. Wie gut Sie offensichtlich die Bevölkerung einschätzen und für Ihre Sachen überzeugen können, sehen Sie am "erschossenen Bärli" und an den 51% nicht-stimmenden - und natürlich an der klaren Niederlage.

Und wer sagt, dass in 100 Jahren in einem gesamthistorischen Kontext nicht die Mentalität des Landvolks als vorbildlich angesehen wird? Wir haben über 700 Jahre historischen Kontext in dem sich die schweizer Wehrhaftigkeit bewährt hat, in absolut friedlichen Zeiten wie auch in Zeiten des Konflikts. Ihr betrachtet subjektiv, wie der gute Herr Professor Killias, nur die Zeitspanne die eure Argumente und eure Moral unterstützt. Und vergesst gerade wieder, dass nach dem 1. Weltkrieg die Zeit angebrochen war, in der es nie mehr Krieg geben sollte. Es ist nur noch hässlicher und schlimmer gekommen. All ihr sicherheitspolitischen Kaffeesatzleser rennt mit Scheuklappen herum und habt wenig Ahnung von echter strategischer Sicherheitsarbeit!

Lernen Sie lieber wieder den Respekt vor den Menschen. Suchen Sie die Fehler erst bei sich selber. Das Tempo, dass in der Stadt und in der modernen globalisierten Welt herrscht, zwingt euch teilweise zu blossem Handeln und Reagieren, anstatt nachzudenken. Vielleicht haben ja die Ländler länger, ruhiger und sachlicher nachgedacht, statt in die Symptombekämpfungshysterie der Städter zu verfallen?

Dass wir Landschäftler ohne die Städter nicht in diesem Wohlstand leben könnten ist sonnenklar - aber den linksdenkenden Städtern ist es entgangen, dass es umgekehrt genauso ist...und zwar bis auf die letzte Kommastelle...

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