Die einzige 27% Partei in der Schweiz sollte die FDP sein

Wenn sich links und rechts zur “unheiligen Allianz” zusammenschliessen oder gegenseitig blockieren, ist unser Land faktisch reformunfähig. Dies haben wir einer Tatsache zu verdanken, die FDP ist schwach geworden. Es gibt kein Korrektiv mehr in der Mitte, dass die ideologischen Pole in Schach hält oder gar eine politische Forderung auf eigene Faust mit dem Volk durchsetzt. Im Gegenteil, die FDP wurde zur getriebenen Partei, die heute “Ausländerparolen” für den Wahlkampf ausgibt, damit sie nicht noch mehr Wähleranteil an die SVP oder gar die BDP abgeben muss. Statt für Liberale Werte einzustehen und eigene Schwerpunkte zu setzen, fährt die FDP eine Defensivtaktik. Zur Sicherung des bestehenden Wähleranteils mag dies klug sein und es wird wohl für 17% reichen aber nicht für 27%. Dafür bräuchte die FDP wieder eine Vision für die Schweiz. Eine Vorstellung davon, wohin sich die Schweiz im neuen Jahrhundert entwickeln soll.

FDP hat ihre Ziele erreicht. Es fehlt ihr eine neue Vision für die Schweiz.

Die FDP hat unseren Staat massgeblich aufgebaut. Ein Weltoffenes denken, wirtschaftsfreundlich und mit einem gesunden Auge für die Schwachen in der Gesellschaft hat sie aus der Schweiz eine Chancengesellschaft gemacht. Die Schweiz ist heute eine Schweiz der Vielfalt. Im Leben wie im Denken. Die Schweiz ist eine liberale Gesellschaft. Damit hat die FDP ihren Traum verwirklicht. Doch was kommt danach? Die letzten 20 Jahre wenig und entsprechend fiel der Wähleranteil.

Die Pole wissen, was sie wollen.

Die Roten wollen Umverteilung, die Grünen wollen reglementarische Stopps für den Umweltschutz, die Piraten Digitalpolitik, die SVP will keine Ausländer und keine EU. Handfeste Ziele. Daran können sich die Wähler orientieren. Nur zehrt dieser Kampf unser Land aus. Der Schweiz gelang in den letzten 20 Jahren kein politisch wichtiger Wurf mehr. Wir verhalten uns defensiv und vergraben uns im klein-klein.

Vielleicht ist der Stillstand gar nicht so schlimm. Während sich rundherum die Welt dreht, schauen wir noch ein wenig zu. Frei nach dem Motto: Wenn die Welt untergeht, heisst das ja noch lange nicht, dass wir Schweizer auch mitmachen. Sollten wir aber dereinst feststellen, dass die Schweiz auf die Verliererstrasse gerät, dann brauchen wir kein links/rechts Gezerre, keine Konservativen, die jeden Schritt in die Zukunft verhindern wollen. Dann brauchen wir eine liberale, zukunftsfähige und mutige Mitte, die eine Vorstellung davon entwickelt, wo die Schweiz in Zukunft stehen soll. Dann brauchen wir eine Partei, die wunden heilt und das Land vereint nach vorne blicken lässt.

Dann brauchen wir eine 27% FDP.

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