Missbrauch bekämpfen ja, aber auf das Kafi-Ausschenkverbot an der Luzerner Fasnacht soll verzichtet werden, da dies viele Fasnachtsgruppen existenziell bedroht.

Gegen das Verbot der Abgabe von Kafi-Schnaps durch Guuggenmusigen und Fasnachtsvereine müssen wir uns wehren. Der Schock über den Eingriff in die Luzerner Fasnacht sitzt tief. Die Stände und Wagen der Gruppen gehören zur Luzerner Fasnacht, wie der Fritschivater und der Wey-Frosch. Farbenfroh und in kreativer Vielfalt lebt die Fasnacht von den unzähligen Gruppierungen, die sich monatelang auf die Fasnacht vorbereiten und basteln. Es ist ein Schlag ins Gesicht für die vielen Freiwilligenarbeit leistenden Helferinnen und Helfer in den Fasnachtsgruppierungen.

Wenn der Kafi-Ausschank nicht mehr möglich sein soll, wird unzähligen Vereinen der Boden unter den Füssen weggezogen. Sie können sich die teuren Materialien für den Wagenbau schlicht nicht mehr leisten. Kommt dazu, dass aufgrund der kurzfristigen Kommunikation drei Wochen vor der Fasnacht die Budgets der Fasnachtsgruppen über den Haufen geworfen werden. Diese Art und Weise ist gerade für kleine Gruppierungen unfair und geht an Mark und Bein.

Kommt dazu, dass sich die Kafi-Stände einer grossen Popularität erfreuen und zugleich Treffpunkt und ein Ort der Geselligkeit sind. Es gilt zu bedenken, dass viele mit dem Ausschank nicht (nur) Geld verdienen wollen, sondern ihren Mitgliedern, Gönnern und Spendern ganz einfach Danke sagen möchten. Wenn die Stadt Luzern den Missbrauch bekämpfen will, darf sie nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Denn den wenigen Missbrauchsfällen stehen unzählige Gruppen gegenüber, die auf diesen finanziellen Zustupf für den Wagenbau substanziell angewiesen sind.

Die Rohmaterialien (Holz, Sagex, Farben, usw.) für den Wagenbau sind mittlerweile sehr teuer geworden. Es besteht die Gefahr, dass viele Gruppierungen das Wagen-Bauen in Zukunft einstellen müssen, weil sie es sich schlicht nicht leisten können. Das ist für viele die Realität. Dies dürfte kaum die Absicht der Stadt Luzern sein. Deswegen regen wir von der JCVP an, für die Fasnacht 2011 auf diese Regelung zu verzichten und für die Zukunft eine einvernehmliche Lösung zu finden, die im Sinne der Luzerner Fasnacht und der Fasnachtsgruppen ist. Der Missbrauch ist zu bekämpfen und aktiv anzugehen, aber nicht unter Bestrafung aller anderen. In diese Lösungssuche müssen zwingend auch Vertreter der vielen kleinen Fasnachtsgruppen einbezogen werden. Es muss sichergestellt werden, dass nicht jenen geschadet wird, die das Herz der Luzerner Fasnacht, einem der wichtigsten Kulturgüter unserer Region, bilden.

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