Effektive Gefahrenprävention wirkt vermittels Aufklärung und nicht Verboten in den Köpfen der Menschen. Der Reiz des Verbotenen ist wirklich gefährlich.

Mit dem Titel "Schutz vor Waffengewalt" suggerieren die Initianten, mit ihrer Initiative würde Waffengewalt erfolgreich verhindert.
Tatsache ist, dass die Initiative den Nährboden für eine weitaus unberechenbarere und akutere Bedrohung durch Waffengewalt schafft als sie mit der gegenwärtigen, gotseidank sehr geringen Anzahl an Suiziden und Morden gegeben ist. Die Initiative würde richtig als "Initiative zur unkontrollierten Verbreitung von Schusswaffen" bezeichnet. Einen Schutz vor Waffengewalt gewährt sie in etwa so wie ein Stück Toastbrot vor saurem Regen (guten Appetit).

Jeder Hobbypsychologe weiss, dass Verbote zweischneidig sind. Wie Elstern sich auf im Sonnenschein glizernde und gleissende Gegenstände stürzen, verfallen manche Menschen viel eher dem Reiz des Verbotenen als andere. Es sind dies nicht einmal unbedingt schlechte, böse oder unreife Menschen. Sie sind charakterlich einfach anders veranlagt, lieben womöglich gar ganz Grundsätzlich das Risiko und scheuen es deshalb auch nicht wie die so überzahlreichen risikoscheuen Artgenossen.

Jugendliche sind darüber hinaus, gerade in der pubertierenden Protestphase, besonders schwer zu handhaben und anfällig für Verbotsmissachtungen. Der Reiz des Verbotenen übt auf sie zum Teil geradezu magische Anziehungskraft aus. Es geht um Widerstand gegen die Enge der elterlichen Obhut! Aber auch Entdeckungsreise, die in der Enge der Obhut unmöglich scheint. Es geht nicht darum, unartig zu sein. Es geht darum, das Geheimnis eines Verbots zu lüften, somit die Welt zu erforschen, was für Heranwachsende ganz natürlich ist. Da wird halt doch nicht selten mal mit besonderem Interesse erkundet, was eigentlich verboten wäre. Das ist seit Menschengedenken so.

Wie dies jeder Hobbypsychologe weiss, kennt auch jeder sogenannte "Experte" aus den Gebieten der Pädagogik und Psychologie dieses Phänomen. Gerade deshalb setzt man in der heutigen aufgeklärten Zeit viel weniger auf schlecht begründete oder - zumindest oberflächlich besehen - lächerliche Verbote, die von einem Teil der Gesellschaft und von Jugendlichen sowieso lustvoll-systematisch missachtet werden, sondern viel mehr auf Aufklärung und Bildung, proaktive Prävention also.

Ein Verbot, eine Gefahrenzone zu betreten, und Strafe für Missachtung des Verbots, schaden mehr als dass sie nützen, wenn erst das Verbot Menschen zum Betreten und Erforschen der Gefahrenzone reizt. Das Verbot ist gefährlich. Einzig Aufklärung über die Gefahr in der Zone ist sinnvoll und konstruktiv. Einzig Bildung auch darüber, wie mit der Gefahr umzugehen und in ihr zu überleben ist, bringt den Menschen etwas. Ein Verbot hingegen lockt die Menschlein unbedarft und unbekümmert an... Präventive Aufklärung hingegen hält sie vielleicht davon ab, die Zone zu betreten, und gibt ihnen auf jeden Fall die Mittel in die Hand, die Gefahr zu handhaben und in ihr zu überleben, falls sie trotz Verbot oder Warnung die verbotene Zone betreten und in Gefahr geraten.

Diese Einsichten sind für die Initianten nichts Neuies. Sie sind ihr grundlegendes Argument, um etwa Drogen zu legalisieren. Und diese Kreise rechtfertigen damit auch Gassenarbeit im Drogenmilieu - von mobilen Labors an der "Street Parade" kann jede und jeder illegale Substanzen auf ihre Reinheit überprüfen lassen; der Staat will so Drogentote verhindern - damit Party ist an der "Street Parade"!

Warum kommt aus dieser politischen Ecke eine derart widersprüchliche Politik? Warum misst die Linke mit zweierlei Mass? Zuviel Drogenkonsum? Wer weiss. Jedenfalls aber geht es den Initianten um ganz andere politische Ziele als um die mit der Initiative deklarierten. Es stehen sicher politische Motive für die unterschiedlichen Massstäbe und Wahrheiten... Um die Suizide und Morde geht es ihnen nicht.
Dass gerade Jugendliche bei einem Waffenverbot Gefahr laufen, dem Reiz des Verbotenen zu erliegen, scheint in der Logik der Initianten nicht im gleichen Ausmass zu gelten wie für den Drogenkonsum, den sie ja gerade deshalb legalisieren wollen...

Die Waffeninitative gefährdet Jugendliche in höchstem Mass, weil sie heimlich mit Waffen umgehen werden, ohne Schulung und Aufsicht (Papa muss dieses illegale Treiben dann wieder absegnen, damit er wenigstens aus erster Hand darüber informiert bleibt, was sein Nachtwuchs so treibt; Papa muss dem Nachwuchs trotz Waffenverbot die Handhabung der Waffe beibringen, damit der Nachwuchs keinen Unfall mit illegalen Waffen bauen wird...). Dass Jugendliche affin sind, Verbote zu missachten, zeigt auch die horrende Waffenstatistik im Vereinigten Königreich, in welchem heute trotz allgemeinem Waffenverbot unter Jugendlichen Waffen extrem verbreitet sein sollen, besonders auch Schusswaffen (wenn jemand die genauen Zahlen grad zur Hand hat, bitte Link posten).

Fazit: Am effektivsten gewährleisten Aufklärung und Bildung die Sicherheit der Person. Denn Prävention findet in den Köpfen der Menschen statt - und dies zuallerletzt mit reizenden Verboten.

0 Kommentare


Diskutieren Sie mit!

Bei Politnetz legen wir Wert auf einen konstruktiven Austausch. Bitte bleiben Sie beim Thema und respektieren Sie andere Personen. Lesen Sie unsere Diskussionsregeln.


Mehr zum Thema «Waffen»

zurück zum Seitenanfang