Die Initianten fürchten das Gefahrenpotential des normalen Wehrmannes, der seine Waffe bei sich aufbewahrt, mehr als die Einrichtung eines Polizeistaats.

Die Initianten huldigen dem "Gewaltmonopol des Staates" als zivilisatorische Errungenschaft und belächeln das Bedürfnis der Wehrpflichtigen nach einer Vertrauensbekundung des Staates als antiquiert.

Sie bekunden damit ein sehr kindliches Verständnis von Demokratie, wonach es jeder Gruppierung von Stimmberechtigten erlaubt sein solle, ihre schlecht bedachten Vorstellungen, was Rechtens sein solle, mit einer Initiative zur Abstimmung zu bringen, ohne jede Rücksicht auf bisher staatstragende Grundsätze und Einrichtungen.

Sie haben vor allem das Grundprinzip der Gewaltenteilung und -trennung nicht verstanden, was allerdings nicht mehr verwunderlich sein kann, wenn man von der Politelite wiederholt veranschaulicht und vorgeführt erhält, wie unbedeutend dieses Prinzip für die Demokratie eigentlich sei.

Dass die Waffe dem Wehrpflichtigen in dessen Händen bleibt, ist ein symbolisches Pfand dafür, dass der Staat sein Gewaltmonopol nicht gegen den Bürger und die Verfassung verwende.
Die Initianten, die meinen, diese Gefahr sei reine Theorie, haben vermutlich kaum beobachtet und mitbekommen, welchen subtilen wie auch gröberen Gefahren Demokratie in jeder Hinsicht durch die heutigen Bedingungen informeller, irregulärer Machtentwicklung ausgesetzt ist. Ihr Horizont reicht bis zur Eingangstür eines Einfamilienhauses oder einer Viereinhalbzimmerwohnung.
Ihre Vorstellungen von "Krieg" und worum er von wem heutzutage wie geführt werde, sind einigermassen blauäugig. Jedenfalls meinen sie, jede bewaffnete Bedrohung, die nicht von einer regelrechten Armee einer feindlichen Nation ausgehe, sei allein von der Polizei, so zur Stelle, zu beantworten. Die Armee brauche es dazu nicht und schon gar nicht in raschest möglich mobilisierbarer Form.
Für ihre Leugnung der Notwendigkeit einer im Bedrohungsfall raschmöglichst mobilisierbaren Armee tragen sie keine Argumente und Indizien sondern lediglich ihre Behauptungen vor, die letztendlich darauf hinauslaufen, dass es keiner Milizarmee bedürfe, weil es für deren operativen Einsatz keine ernst zu nehmenden Szenarien mehr gebe.

Die Huldigung an das "Gewaltmonopol des Staates als zivilisatorische Errungenschaft" ist heuchlerisch. Es hat sich nämlich als nicht reell durchführbar erwiesen.
Der Staat ist längstens gezwungen, sein "Monopol" immer häufiger mit illegalen Gewaltpotentialen zu teilen. Selbstverständlich kann dem kein Politiker und kein Beamter zustimmen. Die Gründe, warum die das nicht können dürfen, haben Nichts mit der Wirklichkeit sondern eben mit deren Macht erhaltenden Leugnung zu tun.
Schon unter diesem Gesichtspunkt ist die "Waffenschutzinitiative" eine Art geschmackloser Witz.
Um dieses Gewaltmonopol wirksam auszugestalten muss die Infrastruktur und Ausrüstung zur Gewaltentfaltung ausgebaut werden. Die Initianten wollen aber keine reaktionsfähige Armee sondern eine Polizei, die das ganze staatliche Gewaltmonompol manifestiere. Das eben ist ein Polizeistaat.
Das fürchten die Initianten nicht, denn die Polizei soll bei häuslicher Gewalt einschreiten usf. - wie immer wieder erörtert. Die Polizei ist keiner Kontrolle des Bürgers so unterworfen wie es die Armee durch den Wehrpflichtigen vom Soldaten bis hinauf in die Ränge ist. Aber das ist für die um privates häusliches Glück Besorgten kein Problem, wenn nur ja nicht in einer Wohnung ein Schuss fällt.

All den Theoretikern, die beim "staatlichen Gewaltmonopol" von einer zivilisatorischen Errungenschaft reden, sei die Frage gestellt, warum denn diese Errungenschaft die Welt insgesamt brutaler und barbarischer statt friedlicher gemacht habe.

Es wird überdies geflissentlich verschwiegen, dass ja der Wehrpflichtige Teil des Volkes ist, das seinerseits am Gewaltmonopol des Staates teil hat, was ja eben impliziert, dass der Wehrpflichtige durch Besitz der O-Waffe ganz konkret auch Kontrolle zumindest über die ultimative Handhabung des Gewaltmonopols hat und Verantwortung dafür mitträgt.

Dass das alleine nicht ausreicht und an die gegenwärtigen und künftigen Anforderungen anzupassen sei, rechtfertigt die Waffenschutzinitiative nicht. Diese trägt dazu rein gar nichts bei. Sie strebt nach Demontage jeden Konzepts für effektive Abwehr gegen gewaltsame Angriffe auf die Unabhängigkeit der Schweiz als Demokratie.

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