JA - Argumente aus professioneller Sicht

Habe eben folgendes Mail von einem Laufbahn-Berater erhalten, das einige Argumente überzeugend beschreibt.

Als Laufbahn-Coach habe ich mich lange Jahre mit der Lebensgestaltung auseinandergesetzt. Lebensgestaltung steht im krassen Gegensatz zu Lebensbedrohung oder Lebensvernichtung. So kann ich gar nicht anders, als in dieser Sache Stellung beziehen und an die Vernunft appellieren.

Die Initiative will Menschen vor Bedrohung schützen. Gründe dazu bestehen. Es geht hier keinesfalls um Links- oder Rechtsorientierung. Es geht um menschliche Würde.
Die Gründe, die gegen die Initiative angeführt werden, können nicht überzeugen. Schon gar nicht, wenn das Recht auf eine Waffe auf die Wehrfähigkeit oder auf alte Zeiten und Mythen zurückgeführt wird.

Eine mir persönlich bekannte Psychotherapeutin für Kinder, Jugendliche und Familien schildert ihre Erfahrungen so:

"als therapeutin für kinder und familien und als ehemalige sozialarbeiterin hoffe ich von herzen, dass die waffenschutzinitiative angenommen wird. in über 25 jahren praxiserfahrung habe ich immer wieder mütter und kinder kennengelernt, die vor ihren männern und vätern zitterten und massiven ängsten und drohungen ausgesetzt waren. ich habe ein kind begleitet, welches seine eigene mutter vom nachbar erschossen auffand, und eltern, deren sohn sich vor ihren augen erschoss.

während meiner mitarbeit im frauenhaus zürich habe ich selber erlebt, wie beängstigend es ist, wenn einem angedroht wird, man(n) käme mit dem sturmgewehr vorbei. und vor wenigen jahren haben meine zwei 5- und 7-jährigen nachbarskinder, die auf dem gleichen stockwerk direkt neben meinem büro wohnten, in der weihnachtsnacht miterlebt, wie die mutter vom vater vor ihren augen erschossen wurde.

wer argumentiert, die männer griffen sonst einfach zum messer, dem sei gesagt:
der unterschied ist, dass es leichter fällt, aus distanz abzudrücken als zuzustechen. bei messerangriffen können die frauen sich oft noch wehren und schreien, um den küchentisch rennen und zeit gewinnen, was nachbarn mobilisiert. oft wachen kinder
auf und schreien verzweifelt, was manchmal hilft, dass der vater zur besinnung kommt. ein 6jähriges, heute traumatisiertes therapiekind ist aus dem fenster geklettert und hat hilfe geholt. die mutter hat trotz messerstichen überlebt. "

alle, die in sozialen berufen arbeiten, könnten ähnliche geschichten erzählen.

es geht bei der waffenschutzinitiative nicht um die mehrheit der männer, die korrekt und vertrauenswürdig mit der waffe daheim umzugehen weiss. es geht um eine minderheit, die das nicht kann. Es geht darum, kinder, frauen, männer – uns menschen alle – vor dieser minderheit zu schützen.

Ich bitte um Auseinandersetzung mit dem Thema frei von Mythen und Links-/Rechts-Zuschreibungen. Und um Teilnahme an der Abstimmung.


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