Wir brauchen weiterhin eine Armee. Die zentrale Frage ist aber, welche Grösse und Aufgabe diese haben muss, denn die Bedrohungen haben sich geändert.

Die Schweiz braucht in Zeiten der Bedrohung durch den Terrorismus, der digitalen Gefahren und von allzeit möglichen Naturkatastrophen weiterhin über eine schlagkräftige Armee. Allerdings ist dafür kein Massenheer notwendig sondern eine gut ausgerüstete Truppe zwischen 50'000 und 80'000 Mann, die dadurch besser spezialisiert werden können. Um über die Zukunft diskutieren zu können, braucht die Armee allerdings ein genaue Ausrichtung! Zeichnen Sie endlich ein genaues Bild der Gefahren, Notwendigkeiten und Aufträge für die Armee, Herr BR Maurer. Was bisher aus seinem Departement kam ist nämlich des Namens Bericht unwürdig, weil es einfach ein Krallen am Parteibüchlein war. Geschieht dies nicht, wird die Stimmung zur Milizarmee irgendwann kippen. Allerdings ist genau dieser Milizgedanke so wichtig für das funktionieren unserer Schweiz Demokratie. Es gibt heute nicht mehr viele Institutionen, die Bürger und Staat so verbinden, wie unser Militär.

Die erste Notwendigkeit ist aber die Redefinition unseres Feindbildes. Beginnen wir endlich uns auf die wichtigen Bedrohungen auszurichten und nicht mehr Truppenangriffe auf Schweizer Territorium zu üben, dieses Szenario ist nämlich dass Unwahrscheinlichste von allen! Wir brauchen eine schlagkräftige Luftverteidung, denn die Armee muss den Luftraum für die Zivilluftfahrt sichern. Diese Aufgabe könnte allerdings mit einem Partner besser erledigt werden. Oder wollen Sie tatsächlich eine Luftraumüberwachung zu Bürozeiten, wie dies heute der Fall ist, Herr Maurer? Wie wären Verhandlungen mit Österreich bezüglich Luftraumschutz. Unser Nachbarland ist schliesslich auch nicht Nato-Mitglied. Zweitens ist ein Teil der Armee auf die Cyber-Bedrohung auszurichten, wo am ehesten Gefahrt droht. Drittens ist der Katastrophenschutz auf hochstehendem Niveau zu halten, denn dort kann oft nur die Armee schnell genug eingreifen und helfen. Und zu guter letzt sind Spezialeinheiten nötig, um terroristische Anschläge oder Attentate in Schweizer Städten abzuwehren. Für die restlichen Truppengattungen sehe ich keinen sinnvollen Auftrag mehr.

Es stellt sich zudem dringend die Frage ob für diese Aufgaben 120'000 Mann nötig sind? Ich bezweifle dies... 50'000 - 80'000 gut ausgebildete Soldaten sollten dafür auch reichen. Dies wäre ökonomischer und mit weniger Leerlauf, wie dies heute überall im Militär zu beobachten ist, verbunden. Leider macht es momentan den Anschein, als liesse BR Maurer die Armee lieber im status quo weiterwursteln. Er soll sich endlich der Verantwortung stellen dringend nötige Umstrukturierungen vorzunehmen.

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