Waffen endlich unter wirksame Kontrolle! Weil Menschenleben mehr Gewicht haben als das Gewehr im Schrank!

Diese Initiative will sowohl den Besitz privater Waffen beschränken und besser kontrollieren, als auch die Abgabe von Armeewaffen nach Hause unterbinden. Warum ist dies nötig?

Da sich nun wirklich kaum ein vernünftiges Argument gegen diese Initiative findet, wird ihr (aus lauter Hilflosigkeit) ein gewisser "Leerlauf" zugeschrieben - sie wird als nutzlos abgetan. Diesen Kritikpunkt liest man auch auf dieser Plattform viel zu häufig. Er bildet ein Grundstein für eine miserable und nicht-angebrachte Diskussion und ist deshalb gleich zu Beginn sachte beiseite zu legen.

Sämtliche Studien belegen die Schaffung von mehr Sicherheit durch diese Initiative.

.Personen mit Zugang zu einer Schusswaffe bringen sich doppelt so häufig um (http://www.schutz-vor-waffengewalt.ch/fileadmin/pdf/Australien_Klieve_2009.pdf)
. Verschärfungen von Waffengesetzen führen zu einer Abnahme von Selbsttötungen, mit Schusswaffen sowie auch insgesamt. (http://www.schutz-vor-waffengewalt.ch/fileadmin/pdf/Lubin_10.pdf)
. Verschärfungen von Waffengesetzen führen zu einer Abnahme von Selbsttötungen (wieder spezifisch + insgesamt )sowie von Morden in Familiendramen (http://bjp.rcpsych.org/cgi/content/short/191/3/253?rss=1)
. 1/3 der Drohungen an Frauen geschehen mit Schusswaffen, davon sind 88% legal erworben. (http://www.guncontrol.ca/francais/F/controle.htm)
. Die Hälfte der Homizide geschieht mit Schusswaffen (http://www.schutz-vor-waffengewalt.ch/fileadmin/pdf/267-Gross-FMH-d-12_13.pdf)
. «Kurzschlusssuizide», denen momentane Krisen zugrunde liegen, sind am stärksten von der unmittelbaren Verfügbarkeit eines suizidalen Mittels, einer «Gelegenheit», abhängig. Entsprechend spielen Schusswaffen besonders bei impulsiven Suiziden und Suiziden unter Alkoholeinfluss eine wichtige Rolle.
. Schusswaffensuizide sind die häufigste Form von «Kurzschlusssuiziden» bei Männern
. Eingeschränkt wird der Erfolg durch Substitutionseffekte – dies v.a. bei ambivalenter und chronischer Suizidalität. Substitutionseffekte sind beim Schusswaffensuizidnamentlich im Hinblick auf Suizide durch Erhängen zu erwarten. Als konservativer Schätzwert kann angenommen werden, dass von drei potentiellen Schusswaffensuiziden mindestens einer tatsächlich verhütet werden kann, während zwei substituiert werden. Auf die Schweizer Zahlen umgesetzt, würde dies bedeuten, dass bis zu 100 Suizide jährlich durch geeignete Massnahmen im Schusswaffenbereich zu verhüten wären. (http://www.schutz-vor-waffengewalt.ch/fileadmin/pdf/267-Gross-FMH-d-12_13.pdf)

So, nach diesen 8 Punkten (alle durch sämtliche Studien belegt) muss mir niemand mehr kommen mit, die Initiative schaffe keine Sicherheit.

Es folgen bestimmt Antworten wie (in Mengen zu finden auf dieser Plattform) "Wenn einer sich/jemanden umbringen will, tut er dies dann einfach auf eine andere Weise." Dieses inadäquate Geschwätz wird erstens durch die Studien (siehe oben) widerlegt und zweitens muss erwähnt werden, dass der Autor einer solchen Aussage als ziemlich selbstwichtig tut und seine eigene vulgäre Ansicht über die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre setzt. Nicht umsonst unterstützen Schweizer Ärztinnen und Ärzte sowie die Verbindung der psychiatrisch-psychotherapeutisch tätigen Ärztinnen und Ärzte der Schweiz als auch der Personalverband der Bundeskriminalpolizei PV BKP die Initiative.

Es dünkt mich als sei mit den paar Zeilen schon einiges gesagt und den unseriösen unter uns einiges geholfen. Es stellt im Übrigen keine Sünde dar, sich zuerst über eine Thematik zu informieren bevor man lautstark darüber losposaunt (gut, ehrlich gesagt - so laut waren sie auch wieder nicht). Ich vermute, für Jene an welche dieser Blog gerichtet wäre überschreitet dieser Aufsatz bereits jetzt den ertragbaren Rahmen an aufnehmbaren Wörtern. Doch das zweitwichtigste Gegenargument (darf man das so nennen?) darf nicht vergessen werden.

Welche Ziele auch immer den Aufgleisern dieser Initiative auf die Stirn geschrieben werden, so sind sie weder die Armee abzuschaffen, links noch kriminell orientiert. Wer all dies behauptet, vergisst nämlich allzu schnell die Initianten dieser Idee. Annabelle (http://www.annabelle.ch/gesellschaft/politik/schusswaffen-von-der-annabelle-petition-bis-zur-volksinitiative-13721). Einfach lächerlich, wie sich gewisse Befürworter die Finger Wund schreiben mit Verschwörungstheorien über die mysteriösen Lampion-Zertreter. Es scheint wohl offensichtlich, dass Annabelle just nur der Schutz den Frau, der Familie und der Kinder zum Ziel hat.

Schützenvereine zwangsmobiliseren nebst ihren Millionen CHF auch ihre eigenen Mitglieder gegen die Initiative. Oft wird der Sportschütze als Opfer dieser Initiative befürchtet und wiederum wird den Befürwortern unhaltbares zugeschrieben. So sollen diese nach Annahme der Initiative im Parlament (bei der Auslegung des Gesetzestextes) dafür Sorgen, dass auch Sportschützen unter der Initiative zu leiden haben. Doch diese Frage (jene nach der legislativen Auslegung) klärt sich einfach und schnell: Da die Befürworter bereits zugestimmt haben, die Schützen am Ende effektiv auszuschliessen (und man davon ausgehen kann, dass auch die Gegner dies so wünschen) wird das Parlament also ganz bestimmt geschlossen hinter einem vernünftigen Vorschlag (ohne Schaden für die Schützen) stehen (Das "Argument" der 85% Sportschützen mit Armeewaffen ist hier als rein logistisch und nicht politisch zu betrachten(!)).

So, da die Basis für eine konstruktive Diskussion nun endlich geschaffen ist, bitte ich die Teilnehmer für in Zukunft ihre vagen und falschen Aussagen (Initiative verhindert keinen Tod, Initiative schafft keine Sicherheit) beiseite zu lassen und auch die Verschwörungstheorien wieder herunter zu fahren.

Da wir Nun nur noch die offensichtlichen und zugleich auch wahren Argumente (pro&contra) auf dem Tisch (bzw. Waage) liegen haben, kann jeder für sich selber abwägen, welche Seite ihm eher zuspricht.

Was hat für Sie mehr Gewicht? Menschenleben oder das Gewehr im Schrank?

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