Dass Armeeangehörige ihre Waffe zu Hause aufbewahren, war eine Massnahme nach den Weltkriegen und dem anschliessenden Kalten Krieg. Sie ist längst überholt.

Wir haben immer gelernt, die Mobilmachung sei am schnellsten durchgeführt, wenn jeder Soldat gleich von zu Hause aus an die Front eilen könne und nicht noch zuerst ins Zeughaus springen müsse, um die Waffe und die Munition abzuholen. Logisch! Bloss, was für eine merkwürdige Mobilmachung wäre das heutzutage, wo die berufstätigen Pendler zuerst noch von Lugano nach Basel im Stau nach Hause reisen müssten, um innert Stunden in einen Krieg zu ziehen, von dem wir eine Woche vorher noch nichts gewusst hätten?
Die Gegner der Waffenschutzinitiative reden nun aber gar nicht von der "schnellen" Mobilmachung, sondern von "Selbstverteidigung" oder "Waffenmonopol für Verbrecher" usw. Sie halten das Gewehr im Estrich also für eine persönliche Waffe, die durchaus zu ihrer eigenen (oder ihrer Familie) Verteidigung gedacht sei und nur allenfalls mit der Armee, also mit dem Gewaltmonopol des Staates, zu tun habe. Die Debatte um diese Initiative bringt viele "wahren Gesichter" zum Vorschein, die uns beängstigen müssen, denn sie würden ja eben nicht zögern, in einer vermeintlichen Bedrohungssituation diese Waffe auch zu gebrauchen. Schiesswütige oder Amokläufer sind selten als solche bekannt, bevor sie ihre Tat ausüben! Alle sagen nachher, man hätte es nicht gedacht, der sei doch ein so netter, unauffälliger Nachbar, Kollege, Sportsfreund gewesen. Wer die Waffe tatsächlich nur als Soldat/in gebrauchen würde, hat kein Problem mit der Aufbewahrung im Zeughaus.

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