Politische Bildung muss sich darauf konzentrieren, junge Menschen politisch handlungsfähig zu machen, indem sie Medienkompetenz und Kritikfähigkeit fördert.

Die junge Generation über ihre Rechte und Pflichten als Bürgerinnen und Bürger unserer demokratischen Gesellschaft aufzuklären, genügt nicht. Es muss auch Aufgabe der Schule sein, die Jungen zu befähigen, sich in der Komplexität der Welt zurechtzufinden. Das setzt die Fähigkeit voraus, qualitativ gute Informationen über die Welt sammeln (Medienkompetenz) und kritisch auswerten zu können (Quellenkritik).

Die Komplexität dieser Welt zu vermitteln, kann hingegen nicht Aufgabe der politischen Bildung sein. Das wäre eigentlich Aufgabe der Vierten Gewalt, der Medien. Doch die Mehrheit der klassischen Medien hat in den letzten Jahren massiv an Qualität eingebüsst. Print- und elektronische Medien konzentrieren sich heute unter dem Diktat der Werbeindustrie auf unterhaltende Themen. Reflexion und Analyse werden zunehmend verdrängt, weil sie für die wichtigste Kundschaft der Medienkonzerne, die Werbekunden, nicht interessant sind.

Das Internet eignet sich zwar hervorragend für die politische Meinungsbildung, setzt aber ein hohes Mass an Medienkompetenz und Kritikfähigkeit voraus. Denn das Internet lässt seine Nutzer mit der Informationsflut allein; es ist gerade wegen seiner Breite nicht in der Lage, Themen einzuordnen. Dafür braucht es Qualitätsmedien: Sie verhelfen zu Übersicht, indem sie einordnen, schaffen Verständnis, indem sie analysieren, und zeigen Handlungsmöglichkeiten auf, indem sie das Geschehen reflektieren.

Was es zusätzlich zur politischen Bildung braucht, ist deshalb eine Medienpolitik, die Qualitätsmedien fördert, damit nicht wirtschaftliche Interessen über Inhalt und Ausrichtung der Medien entscheiden.

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