Mit Jugendschutz hat ein Verbot von "Killerspielen" nichts am Hut - nicht einmal die Spieleindustrie will diese Spiele an Jugendliche verkaufen.

Die Befürworter eines Verbotes behaupten, dass die sogenannten "Killerspiele" eine kausale Voraussetzung für Amokläufe jugendlicher Täter darstellen. Die Rechtfertigung eines solchen Verbotes bestehe im Interesse an einem wirksamen Jugendschutz und - ohne, dass dies aber in der Regel explizit erwähnt würde - dem Schutz der Allgemeinheit vor den Jugendlichen.

Wissenschaftlich gesehen ist der angeblich kausale Zusammenhang zwischen dem Medienkonsum der Jugendlichen und einer Gewalttat aber alles andere als erwiesen. Die Diskussion darüber lenkt vielmehr von den eigentlichen Problemen ab und verhindert eine Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Ursachen. Nur schon deshalb ist die "Killerspiel-Debatte" grundsätzlich verfehlt.

Den Tätern sind vorderhand soziale und psychische Probleme gemeinsam, und regelmässig sind diese Probleme bereits bekannt oder gar aktenkundig. Die Täter hatten freien oder aber unbeaufsichtigten Zugang zu Waffen. Und auch wenn in einigen Fällen im Nachhinein "einschlägige" Computerspiele im Besitz der Täter gefunden werden - nicht einmal die selbstregulierte Spieleindustrie will solche Spiele an Jugendliche verkaufen und empfiehlt den Verkauf unübersehbar nur an Erwachsene. Angesprochen sind damit die erziehungsverpflichteten Eltern und der Handel.

Wer vor diesem Hintergrund die Verantwortung für Amokläufe und neuerdings auch ganz allgemein für Gewalttaten Jugendlicher noch allen Ernstes auf Computerspiele schieben will, betreibt keine Politik, sondern Demagogie.

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