Die Mitte ist genau der Ort, wo am meisten bewegt wird.

Dies als Gegenmeinung zu «Polarisierung: Die Mitte-Parteien müssen sich jetzt bewegen!» (unten)

Die Mitte-Parteien bewegen. Eigentlich ist das alte Links-/Rechts-Schema mit dem Ende des Kommunismus gestorben. Trotzdem halten SP und SVP noch verzweifelt daran fest, was nichts bringt.

Die Mitte hingegen kann sehr flexibel nach guten Lösungen suchen. Hier unterscheiden sich die Ansätze weniger nach den alten Klassenkämpfen, sondern vielmehr, ob konservative (CVP) oder liberale (FDP, glp, Piraten) Ansätze verfolgt werden. Dann unterscheiden sich die liberalen Parteien wiederum, ob sie den Schwerpunkt auf eine liberale Wirtschaft legen (FDP) oder ob sie den Menschen in den Mittelpunkt stellen (Piraten). Heutzutage setzt sich selbst die FDP für soziale Projekte ein, sieht aber die Kosten wesentlich kritischer, als z.B. die SP. Trotzdem lassen sich Gemeinsamkeiten finden.

Die politische Landschaft ist dadurch komplizierter geworden, was die neuen Parteien und ihren Erfolg erklärt. Bürgerlich, liberal und sozial muss kein Gegensatz sein. Liberal bezieht sich nicht nur auf die Wirtschaft, sondern auch auf die Gesellschaft, eine Lücke, die meine Partei füllt. Wohingegen wiederum konservative Kräfte andere (mir fremde) Ansätze verfolgen. Wenn schon kämpfe ich in der politischen Arena nicht gegen links oder rechts, sondern gegen konservative Kräfte, die für neue Ideen nicht offen sind.

Auf der einen Seite braucht es eine liberale Politik, sowohl in Wirtschaft, wie auch in Gesellschaft, damit das Land gedeiht und blüht, denn nur so lassen sich soziale Werke erst finanzieren. Diese wiederum sind wichtig, denn nur so können wir in Frieden miteinander leben. Weder soziale Ungerechtigkeiten noch strikte Regulierungen sind der Gesellschaft dienlich. Wenn wir etwas für die Sicherheit tun wollen, braucht es nicht neue Kontrollen oder mehr Restriktionen, sondern gesellschaftspolitische Ansätze, wie Bildung, Erziehung, Chancengleichheit. Andererseits braucht es die florierende Wirtschaft und ein ausgeglichenes Budget, welches erst den Spielraum dafür gibt.

Diese Position, wo man einmal soziale Projekte verfolgt, einmal liberale, oder einmal ein Budget in Ordnung bringt, kann dazu führen, dass diejenigen mit dem alten überkommenen Links-/Rechts-Schema im Kopf, den Eindruck haben, man hätte keine klare Politik, keine klare Haltung, dabei ist das exakte Gegenteil der Fall. Das klare Ziel ist eine fortschrittliche, liberale, soziale, ökologische und ökonomische Schweiz. Die liberalen Mitte-Parteien steuern den Kurs langsam aber zielstrebig in diese Richtung.

Nur von der Mitte aus ist es überhaupt möglich, alte Gräben zu überwinden und aktiv zu gestalten. Gemessen an ihrem relativ kleinen Wähleranteil im Vergleich zu SVP und SP erreichen die liberalen Mitte-Parteien sehr viel.

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