Miserable Wahlbeteiligung der Jungwählerinnen und Jungwähler: Versagen des staatsbürgerlichen Unterrichts!

Die kürzlich veröffentlichte Statistik über die Wahlbeteiligung der Jungwählerinnen und Jungwähler hat eine starke Unterbeteiligung dieser Alterskategorie gezeigt. Diese Tatsache hat verschiedene Gründe: Konzentration auf die Ausbildung; andere Interessenschwerpunkte wie Sport, Musik, FreundIn, Gründung einer Familie; mangelnde Erfahrung und Einsicht in das politische Geschehen. Offenbar hat auch der staatsbürgerliche Unterricht an den Schulen die politische Beteiligung der Jungen nicht zu heben vermocht.

Was wird doch alles für Wissensballast in die Schülerinnen und Schüler getrichtert, zu dem im späteren Leben kein Bezug mehr hergestellt wird. Vom politischen Geschehen ist aber jedermann und jede Frau vielfach unmittelbar betroffen; hier sollten möglichst viele möglichst kompetent mitentscheiden. Der heutige staatsbürgerliche Unterricht beschränkt sich aber oft nur auf die Vermittlung von trockener Materie in Form von Institutionskenntnis und Funktionsabläufe; so kann kein Engagement für unsere Staatsform wachsen. Es gilt, die politische Auseinandersetzung an Fallbeispielen zu erklären und die Schülerinnen und Schüler im politischen Werten zu üben. Diese Aufgabe kann für die Lehrenden natürlich heikel werden, da bei politischen Themen immer Einmischung der Eltern und/oder der Schulaufsicht droht. Die Zuweisung dieser Bildungsaufgabe an die Eltern ist aber eine Ausrede, da sich ja viele Eltern auch nicht politisch engagieren. Die politische Urteilsbildung muss in unseren Schulen endlich so unterrichtet werden, dass das Engagement der Jungen wieder spürbar wird. Das sind wir unserer Demokratie schuldig.

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