Der bilaterale Weg erschöpft sich langsam aber sicher. Um mit Europa und der Welt mithalten zu können muss der EU-Beitritt traktandiert werden.

QUOTE (Michael Tanner):
Mit dem EU-Beitritt verliert die Schweiz an Eigenständigkeit und wir würden uns nur an die europäischen Länder "anpassen", wir wären nicht mehr speziell.
UNQUOTE

Die Eigenständigkeit der Schweiz ist ein Mythos. Der "autonome Nachvollzug", den wir mit der EU praktizieren, heisst nichts anderes, als EU-Richtlinien und -Gesetze zu übernehmen, ohne dabei selbst einen Input zu haben - oder uns eben der EU "anzupassen." Die Grösse der Löcher im Emmentaler muss schon heute den EU-Richtlinien entsprechen, um ihn exportieren zu dürfen.

Im autonomen Nachvollzug übernehmen wir das, was von 27 Staaten gemeinsam erarbeitet wird. In absehbarer Zeit wird die EU aber 30 und mehr Staaten umfassen, und mit jedem Neuzugang wird unsere Verhandlungsposition schwächer. Es ist offensichtlich, das der Bilateralismus somit am Ende der Sackgasse ankommen wird.

Natürlich kann ein Schweizer EU-Beitritt nicht heute und morgen stattfinden und muss gut ausgehandelt werden, damit die Schweiz die Schweiz bleibt. Verschiedene EU-Länder zeigen uns gerade in der aktuellen Steuer-Debatte, dass auch für kleine Mitgliedstaaten Spielraum und Profilierung innerhalb der Union vorhanden sind.

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