Zerstörungen von Samstag Nacht: Inakzeptable Sachbeschädigung und Fehleinschätzung seitens der Polizei

Nach einem Ereignis wie den Ausschreitungen von Samstag Nacht ist die Aufregung gross. Medien wollen sofort ein Statement, bohren nach, wie das passieren konnte und wie man das in Zukunft verhindern wolle, Nachrichten überfluten meine Mailbox. Und die Bürgerlichen fordern mehr Polizei – etwas Besseres fällt auf die Schnelle nicht ein. Die 15 Stellen, die sie während der Budgetdebatte gefordert haben, sind Pflästerlipolitik. Das gäbe pro Schicht gerade mal 3 PolizistInnen mehr – damit verhindert man keine Demonstration von mehreren hundert Leuten.

Eine Aufstockung des Polizeikorps ist durchaus diskutierbar. Die Bevölkerung hat um gegen 20’000 Personen zugenommen, der Ausgang dauert länger und Gewaltprobleme um Sportveranstaltungen dauern an, ohne dass die Polizeikräfte in den letzten Jahren verstärkt worden wären. Aber auch mit mehr Polizei – bis die zusätzlichen Mitglieder des Korps eingestellt und ausgebildet sind, dauert es zwei oder drei Jahre – hätte sich diese Strassenschlacht nicht vermeiden lassen. Wenn ein paar hundert Personen wirklich Radau machen wollen, sind sie schwer daran zu hindern. Dies ist leider eine Realität. Auch wenn ich es völlig inakzeptabel fände, wenn Saubannerzüge durch mein Wohnquartier zum neuen Freizeitvergnügen werden sollten. Einer Intuition folgend, bin ich am Samstag spät nicht via Langstrasse nach Hause, sondern habe einen alternativen Weg genommen.

Am Samstag war die Polizei entweder schlecht informiert oder / und sie hat die Lage falsch eingeschätzt. Offenbar hatte sie ja die Handzettel mit dem Demo-Aufruf (Demo? Was, bitte schön, war deren Inhalt?) gesehen. Dass es ihr auch mehrere Stunden nach Beginn der Ausschreitungen nicht gelungen ist, wenigstens eine einzige Verhaftung vorzunehmen, gibt mir zu denken.

Wenn auch die Auswirkungen teuer sind,so sind Fehleinschätzungen nie auszuschliessen. Wichtig ist, dass sie nicht wiederholt werden. Dazu würde ich gerne den Polizeikommandanten hören, der sich nun schon ganze zwei Tage ausschweigt.

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