Wenn man die Schuldzinsen nicht mehr von der Steuer abziehen kann, dürfen auch Zinsgewinne nicht mehr versteuert werden.

Der Vorschlag, den Eigenmietwert abzuschaffen, dafür aber auch den Schuldzinsabzug zu streichen, ist unüberlegt und äusserst unfair. Hier werden zwei Dinge miteinander verknüpft, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben!

Erstens: Wenn man Schuldzinsen nicht mehr abziehen kann, mit welchem Recht will der Staat dann noch Zinsgewinne versteuern? Zinsgewinne sind nur die Differenz zwischen den Soll- und Habenzinsen!

Zweitens: Wenn man Schulden nicht vom Vermögen abziehen kann, darf auch das Vermögen nicht mehr besteuert werden, denn das Vermögen ist die Differenz zwischen Soll- und Haben!

Drittens: Es ist nicht in Ordnung, dass die Hausbesitzer gegenüber anderen Schuldnern benachteiligt werden. Wer Geld leiht, um ein Geschäft zu betreiben, darf selbstverständlich die Schulden und Schuldzinsen bei Vermögen und Gewinn abziehen. Selbst wer einen Konsumkredit nimmt, darf seine Schulden abziehen. Dann muss dies auch den Hausbesitzern möglich sein.

Viertens: Wer einen Fernseher kauft ist im Vorteil gegenüber demjenigen, der einen Fernseher mietet, denn er muss keine Miete bezahlen. Trotzdem versteuert er für den gekauften Fernseher keinen Eigenmietwert. Wer ein Auto least, statt es zu kaufen zahlt Leasinggebühren. Trotzdem versteuert der Autokäufer keinen Eigenleaswert für sein Auto. Der Eigenmietwert ist eine unfaire Erfindung, geschaffen um Hausbesitzer zu benachteiligen.

Fünftens: Der Eigenmietwert hat überhaupt nichts mit dem Schuldenabzug zu tun.

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