Kameras sind keine Lösung zur Gewaltprävention. Eine Kamera schreitet nicht ein, wenn jemand niedergeschlagen wird.

Was hilft sind Zivilcourage, Bildung, Erziehung, Selbstvertrauen. Was nützt eine Kamera, wenn das Opfer trotzdem niedergeschlagen wird? Vielleicht kann man den Täter fassen, aber verhindert hat man die Tat nicht. Die Tat verhindern könnten andere Passanten, die den Mut haben, gemeinsam einzuschreiten. Je mehr Personen einschreiten, desto eher wird die Situation ohne Gewalt lösbar sein.

Nützlich sind auch Kurse zur Prävention, wo die Menschen Tricks lernen, wie dass man besser nicht auf den Täter zu geht, sondern auf das Opfer. Wenn jemand dem Opfer hilft, statt auf den Täter los zu gehen.

Nützlich sind Streifenpolizisten, die sich als Freund und Helfer verstehen, die sich kümmern, ohne selbst zu provozieren. (Nebenthema: Von daher, so nebenbei bemerkt, ist es nicht hilfreich, wenn sich die Polizei martialisch ausrüstet und ein Streifenpolizist aussieht, wie Rambo im Kriegseinsatz. Anstatt sich Respekt zu verschaffen sollte sich die Polizei überlegen, wie sie schwierigen Jugendlichen helfen kann, denn asoziales Verhalten ist oft ein Hilferuf.)

Nützlich sind vielleicht Notrufknöpfe, die tatsächlich auch eine Patrouille auslösen. Denn dann schreitet jemand ein, der vielleicht noch etwas verhindern kann.

Aber Kameras vermitteln nur eine Scheinsicherheit. Sie schränken dafür anständige Bürger wie mich ein, weil ich mich schlicht unter den Augen einer Kamera nicht mehr wohl fühle.

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