Wer nicht kriminell sei, hätte je nichts zu befürchten, ist ein Scheinargument, welches komplett an der Sache vorbeigeht.

Einfach nicht kriminell sein, dann hat man nichts zu befürchten? Mit diesem Argument könnte man auch die Todesstrafe einführen, Menschen bei lebendigem Leibe verbrennen oder die Hand abhacken. Niemand zwingt einen dazu kriminell zu werden - also könnte man nicht demzufolge diejenigen, welche trotzdem delinquieren, auch zu Tode foltern, sie hätten es sich ja auch vorher überlegen können?

Gesellschaften haben Gesetze, weil Straftaten nun mal passieren. Und Menschenrechte und der Rechtsstaat sind (neben dem Schutz von Oppositionellen) nun mal dazu da, Exzesse gegen jene zu verhindern, die etwas nicht richtig gemacht haben. Und nur als Absicherung und Zukunftsversprechen für diejenigen, welche sowieso mit dem Staat gar nicht in Konflikt geraten sind.

Und so ist Rechtsgleichheit auch nicht in erster Linie dazu da, jene gleich zu behandeln, welche vom Recht gar nicht behandelt werden, weil sie nichts gemacht haben. Sondern um jene gleich, fair, angemessen, verhältnismässig und symmetrisch zu behandeln, welche etwas angestellt haben.

Jeder Mensch möchte mit dieser Gewissheit leben, dass ihm, was auch immer passiert, ob selbstverschuldet oder nicht, Recht geschieht. Ich glaube nicht, dass Menschen mit Sommersprossen das o.k. finden würden, wenn man für sie Sonderstrafen bei gleichen Straftaten einführen würde... Auch dann nicht, wenn sie gar nicht die Absicht haben, kriminell zu werden.

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